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Andreas Resch: Lexikon der Paranormologie (LPN) Band 2

Andreas Resch: Lexikon der Paranormologie (LPN) Band 2

ANDREAS RESCH

LEXIKON DER PARANORMOLOGIE (LPN)

BAND 2

B – Byzanz

Band 2 des Lexikons der Paranormologie (LPN) enthält auf 500 Seiten Begriffe von B bis Byzanz aus dem Bereich der Grenzgebiete der Wissenschaft, angefangen von den Grenzgebieten der Physik über jene der Biologie, Medizin, Psychologie, Geschichte und Religionswissenschaft bis hin zu Volks- und Völkerkunde, Mythologie und Mystik, verbunden mit Informationen über einschlägige Lehren, Personen, Institutionen, Gemeinschaften und Praktiken. Das Kriterium für die Aufnahme der einzelnen Begriffe in das LPN sind stets das Außergewöhnliche und dessen Bedeutsamkeit. Bei der Begriffssammlung zu Band 2 wurden neben dem Spezialkatalog der Bibliothek des IGW sowie dem Personen- und Sachregister der einschlägigen Fachliteratur auch Nachschlagewerke von Physik bis Mystik und das Internet konsultiert, um einen vorläufigen Thesaurus zu erstellen. Ein solcher Thesaurus ist jedoch ständig durch Begriffe in neuen Publikationen zu ergänzen, um größtmögliche Vollständigkeit zu erreichen.
Die Darlegung der einzelnen Begriffe erfolgt nach dem Schema: Begriff — Definition— Geschichte — Aktuelle Bedeutung — Literatur, wie das folgende Beispiel mittlerer Länge verdeutlichen mag:

Ba, ägyptische Bezeichnung der Seele als geistige Kraft, die von denGriechen mit Bai umschrieben wird und von dem spätantiken Schriftsteller Horapollon (1.7) nicht ganz zutreffend mit Psyche (Seele) wiedergegeben wird. Ba war, wie sein altes Wortzeichen zeigt, eine besondere Vogelgattung, eine Storchenart, in der man, nahe verwandt mit der Vorstellung > Ach, göttliche Kräfte verkörpert glaubte. So werden in der ältesten Literatur anonym auftretende Götter als Ba bezeichnet. Dann wird die Bezeichnung als Synonym für die Erscheinungsform eines Gottes verwendet. So erblickt man im > Phönix in Heliopolis den Ba des Sonnengottes > Re; den > Apis in Memphis verehrt man als Ba des > Osiris. Die Bezeichnung Ba stammt aus dem königlichen Totenkult und geht mindestens bis auf das Alte Reich (ca. 2705-2180 v. Chr.) zurück. Diese Vorstellung findet sich bereits im frühen ägyptischen Volksglauben, der derlei geistige Kräfte leuchtend wie kleine Öllampen in den Sternen am Himmel sah, weshalb man den Ba-Vogel (Falke mit Menschenkopf) gerne mit einem solchen Lämpchen darstellte. Im Ausgang des Alten Reiches wird die Bezeichnung auf alle Menschen bezogen. Nachdem der Leib beim Tod durch das Totenritual verklärt ist, kann sich der Ba frei bewegen und vom Leichnam entfernen. Am Tag folgt er der Sonne am Horizont und in der Nacht vereint er sich wieder mit dem Körper in der Unterwelt, bis der Körper verwest ist. Dann fliegt Ba zu den Göttern.

Lit.: Horapollo: Bildschrift oder entworffne Wharzeichen dero die uhralten Aegyptier sich an statt der buchstäblichen schrifften gebraucht habend: Inn zwei bücher / durch etwa Horum ein Heilig geachten Priester und König in Aegyptien vor dreytausent hundert jaren verfasst ... durch Joh. Herold ins Teutsch gepracht. Basel: durch Henrichum Petri), 1554; The Book of the Dead: Facsimiles of the Papyri of Hunefer, Anhai, Kerasher and Netchemet with supplementary text from the Papyrus of Nu. With transcripts, translations, etc. /by E[rnst] A[lfred] Wallis Budge. London: Brit. Mus, 1899; Jacobsohn, H.: Das Gespräch eines Lebensmüden mit seinem Ba. Zürich: Rascher Verlag (Studien aus d. C. G. Jung-Institut III), 1952; Zabkar, Louis Vico: A study of the Ba concept in ancient Egyptian texts. Chicago, 111.: Univ. Press, 1968 (Studier in Ancient Oriental Civilization; 34).

RESCH, ANDREAS: Lexikon der Paranormologie. Bd. 2: B—Byzanz. Innsbruck: Resch, 2011 (LPN; 2). XII, 509 S., ISBN 978-3-85382-090-2, Ln, EUR 48.50 [D], 49.90 [A]
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