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D'AOR - Dyck

D'AOR - Dyck

D

D’AOR > Schwaller de Lubicz, René A.

D’Espérance, E. > Espérance, Eliz. d’.

Da Costa, Alexandrina Maria (*30.03.1904 Balasar, Portugal; † 13.10.1955 ebd.), selig (25.04.2004, Fest: 13. Okt.), stigm. Ekstatikerin, 19 Jahre bettlägerig wegen einer Wirbelsäulenentzündung; pn. Phän.: Inedia, zeitweilige Symptome von Besessenheit. Ab dem 3. Okt. 1938 erlebte sie jeden Freitag die Passion Jesu. Am 13.01.1939 sprach Jesus in Anwesenheit von Msgr. Vilar, dem von Rom entsandten Examinator, durch den Mund von Alexandrina: „Du wirst dies erleiden, bis der Heilige Vater die Welt dem Herzen meiner gebenedeiten Mutter geweiht haben wird!“ Bis zum 24. März 1942 trug sie das Leiden Christi, wenige Monate vor dem Tag, an dem der Papst die Weihe beschloss. Vom 27.03.1942 an lebte sie ohne Nahrungsaufnahme.

Lit.: Pinho, Marian SJ: A. M. da Costa. Ein Sühnopfer der Eucharistie. Aschaffenburg: Pattloch; Stein/Rh.: Christiana, 21977.

Dacqué, Edgar (*1878 Neustadt a. d. W.; † 1945 München), dt. Naturphilosoph, Paläontologe, Vertreter der magischen Weltanschauung. D. vertrat die Hypothese, dass die pn. Fähigkeiten des Menschen ein phylogenetisches Relikt seien; ebenso seien die Drachensagen eine „Urerinnerung“ an die Dinosaurier.

W.: Die Philosophie der Mystik, München 1910; Urwelt, Sage u. Menschheit, 1924.

Dahlke, Rüdiger (*1951 Ost-Berlin). Vertreter einer esoterischen Medizin. Nach Flucht aus der DDR Gymnasialstudium in Freising u. Medizin in München mit Promotion 1978; Arzt, Psychotherapeut, entwickelte mit Thorwald > Dethlefsen eine neue Form der Reinkarnationstherapie (1977 – 1990). 1990 Gründung eines Heilkundezentrums in Johanniskirchen. Zahlreiche Bücher. > www.dahlke.at

W.: Mandalas der Welt, 1985; Okkultismus: der Esoterik-Boom, 1990.

Daim, Wilfried (*21.07.1923 Wien), Psychologe, Psychotherapeut, pps. Autor; führte Experimente über Telepathie in Träumen durch, war auch Vizepräs. der Österr. Ges. f. Psych. Forschung, publizierte auch über die Thematik „Psychologie und Glaube“. 1956 Gründungsmitglied des Instituts für Politische Psychologie. Wurde vor allem bekannt durch sein Buch Der Mann, der Hitler die Ideen gab (1958), in dem er sich mit dem völkischen Rassisten und Esoteriker Jörg > Lanz von Liebenfels auseinandersetzt.

W.: Experimente mit der Seele. Graz: Moser, 1949; Tiefenpsychologie und Erlösung. Wien: Herold, 1954.

Daityanus (Pseud.) > Kurtzahn, Ernst T.

Danaeus, Lambertus (1530 –1595), frz. Pfarrer in Gien / Loire; Theologieprof. in Leiden u. Gent, der sich eingehend mit der Frage der Zauberei befasste.

W.: De veneficis, quos olim sortilegos, nunc autem sortiarios vocant, Parisiis 1574; dt: Ein Gespräch von Zauberern, welche man lateinisch sortilegos oder sortiarios nennet, in welchem kürtzlich u. gruendlich erklaeret wirdt, was von diesem gantzen Handel der zauberey disputiert wirdt, Frankfurt 1586.

Däniken, Erich von (*1935), Schweizer Hotelier; umstrittener, wenngleich erfolgreicher Vertreter der Prä-Astronautik-Ideologie bzw. der Astroarchäologie. Thesen: Besuch der Erde durch außerirdische Astronauten, die später als Götter (Mythologien) verehrt wurden u. Erinnerungen hinterließen.

W.: Erinnerungen an die Zukunft, 1968; „Beweise“, 1977; Wir alle sind Kinder der Götter, 1987; Die Augen der Sphinx, 1989.

Lit.: Kaufhold, Peter: Auf den Spuren des Erich von Däniken. London: Simon, 1982.

Dashwood, Sir Francis (1708 –1781), engl. Aristokrat, Begründer des satan. Geheimordens „Knights of St. Francis“ (Hellfire Club).

Daskalos von Strovolos > Sathi, Spyros
(„Der Magus von Strovolos“), eigentl. Dr.
Stylianos Atteshlis

(*12.12.1913; † 26.08.1995 Nicosia / Zypern, griech. Heiler, Lehrer v. Harry > Edwards.

Lit.: Markides, Kyriacos C.: Der Magus von Strovolos. München: Knaur, 1988.

Daumer, Georg Friedrich, (*5.03.1800 Nürnberg; † 13.12.1875 Würzburg), Pseud. Amadeus Ottokar / Eusebius Emmeran, Sohn eines Kürschnermeisters, Lyriker; Religionsphil. und Autor, Erzieher von Kaspar > Hauser; nach dem Besuch des Nürnberger Ägidiengymnasiums Studium der Theologie in Erlangen und der klassischen Philosophie in Leipzig; 1822 Lehrer an der Lateinschule in Nürnberg, 1827–30 am Gymnasium; lebte sodann aus gesundheitl. Gründen nur als Privatgelehrter in Nürnberg, Frankfurt / M. u. Würzburg. D. wurde zum Begründer der deutschen Tierschutzbewegung („Über Thierquälerei und Thiermißhandlungen“, 1840). Der schwärmerische Pietist und spätere Bekämpfer des Christentums konvertierte 1858 in Mainz zum Katholizismus und wurde zum Vorkämpfer eines ultramontanen Katholizismus.

W.: Das Geisterreich in Glauben, Vorstellung, Sage u. Wirklichkeit, 2 Bde., Dresden 1867; Das Wunder, seine Bedeutung, Wahrheit u. Notwendigkeit, 1874.

Lit.: Effelberger, Hans: G. F. D. und die westöstl. Dichtung, Diss. Marburg 1923 (Mitteil. d. Vereins f. Gesch. der Stadt Nürnberg 42 (1951), 236ff.); Kühne, Agnes: Der Religionsphilosoph G. F. D., Wege u. Wirkungen seiner Entwicklung, Diss. Berlin 1936; Eckmann, Wilhelm: G. F. D. u.  die Gestalt seiner Madonna, Diss. München 1954.

Dave, Jonas (Pseud.) > Baumann, Herbert.

Davenport, Ira Erastus (1839 –1877) und Davenport, William Henry (1841–1911), bekannt als die Davenport-Brothers, arbeiteten als Medium. Ihr Vater war Polizeibeamter in Buffalo / USA. Schon 1846 vernahm man Klopfgeräusche, laute Stimmen u. dergl. in ihrer Wohnung; 1850 praktizierten sie gemeinsam mit ihrer jüngeren Schwester Elisabeth das Tischchenrücken: es kamen Botschaften über das Klopfalphabet. Angeblich wurden bei einer Séance auch alle drei Kinder laut Zeugnis der Anwesenden gleichzeitig levitiert. Kurze Zeit später manifestierte sich zum ersten Mal John King als Kontrollgeist. In den folgenden Jahren traten die Brüder mit einem breiten Spektrum spiritistischer Phänomene (auch pn. Entfesselung) in Europa, Amerika und Australien als Bühnenmedien auf; die Phänomene wurden seitens einer Prüfungskommission von Harvard-Professoren (Benjamin Pierce, Louis Agassiz, B. A. Gould, E. N. Hopsford) jedoch nur teilweise als echt bewertet. 1857 setzte der Boston Courier einen Preis von 500 Dollar für die Produktion echter physikalischer Phänomene aus. Die Auftritte der Davenport-Brüder 1864 / 65 in London, Liverpool und in Frankreich erregten großes Aufsehen und Tumulte. Einige Bühnenmagier erklärten, dass die Phänomene nicht betrügerisch zustande kämen (in Briefen an die Davenports, publiziert in Gazette des Etrangers v. 27. Sept. 1865).

Lit.: Supramundane Facts of the Life of Rev. J. B. Ferguson, London 1865; Cooper, Robert: Spiritual Experiences, Including Seven Months With the Brothers Davenport, London 1867; Nichols, T. L.: A Biography of the Brothers Davenport, London 1867.

David-Néel, Alexandra (*24.10.1868 St. Mandé, Val de-Marne / F; † 9.09.1969 Digne), frz. Tibetologin, Buddhistin; besuchte als erste ausländische Frau die Stadt Lhasa; lebte 15 Jahre in Tibet, wo sie den Chöd-Ritus u. die Tulka-Technik praktizierte.

W.: Heilige u. Hexer, 1931; Meister und Schüler, 1934; Ralopa, 1991.

Lit.: Chalon, Jean: Alexandra David-Néel, München 1987.

Davis, Andrew Jackson

(*11.08.1826 Blooming Grove, New York; † 13.01.1910 Watertown / Mass.), „Seher v. Poughkeepsie“, medizin. Paragnost u. Heiler. Begründer des anglo-amerikan. Spiritismus; am 1.07.1848 Heirat mit Della E. (“Katie”), sie starb am 2.11.1853; 1855 Heirat mit Mary Robinson Love.

1838 Übersiedlung nach Poughkeepsie, wo er 1841 bei einem Schuster in die Lehre ging. Als 1843 ein Mesmerist namens Grimes nach Poughkeepsie kam, übernahm ein  ortsansässiger Schneider mit Namen William Levingston dessen mesmeristische Praktiken und experimentierte damit ab Dez. 1843 erfolgreich mit dem jungen D. Im Anschluss an eine solche hypnotische Sitzung erlebte D. am 6.03.1844 eine Vision, die zu einer Wende in seinem Leben führte. Er begegnete darin den Geistwesen E. > Swedenborg und dem griech. Arzt Galen, die ihn in die Kunst des Heilens einführten. Daraufhin eröffnete er mit Levingston eine Hellseher-Praxis, löste jedoch 1845 die Verbindung mit ihm und tat sich mit Dr. S. S. Lyon aus Bridgeport, Connecticut, zusammen. Gemeinsam  übersiedelten sie nach N. Y. , wo sie sich von 28.11.1845 bis 25.01.1847 regelmäßig mit Rev. William Fishbough aus New Haven trafen, um Informationen aus der Welt der Geister zu empfangen. Diese 157 im somnambulen Zustand gegebenen Diktate fanden ihren Niederschlag in D.s’ erstem Buch, The Principles of Nature. 1847– 49 gab er die ZeitschriftThe Univercoelum heraus. Sein Hauptwerk, The Great Harmonia, erschien in fünf Bänden von 1850 –1855. Von 1860 – 64 Redakteur der spirit. Zschr. Herald of Progress. 1884 oder 1886 erwarb D. einen medizinischen Grad am U.S. Medical College in N.Y. Danach übersiedelte er nach Boston, wo er Medizin und Kräutertherapie praktizierte. Am 11.08.1909 trat er in den Ruhestand.

NB: Der in der vulgärspirit. Lit. verwendete Terminus „Sommerland“ für einen postmortalen Daseinszustand im Jenseits geht auf D. zurück.

W.: The Principles of Nature, Her Divine Revelations and a Voice to Mankind, 1847 (dt.: Die Prinzipien der Natur, Leipzig 1889); The Philosophy of Spiritual Intercourse, 1850; The Great Harmonia, 5 vol., 1850 –55; The Present Age and Inner Life, 1853; The Penetralia, Boston 1856; The Magic Staff, 1857; Death and the After-Life, 1865; A Stellar Key to Summerland, 1868; Events in the Life of a Seer, Boston 1873; The Magic Staff, Rochester 1910; The Harmonial Philosophy, Chicago 1920.

Lit.: Podmore, Frank: Mediums of the 19th Century, New Hyde Park, N.Y., 1963; Brown, Slater: The Hexday of Spiritualism, N.Y. 1970.

De  Bianchini, Maria Esperanza

(*22.11.1928 Betania, Venez.; † 7.08.2004), stigm. Visionärin u. Myst. mit apokalyptischen  Botschaften, Mutter von sieben Kindern. Mit fünf Jahren erhielt sie in einer Vision von der hl. Theresia v. Kinde Jesu eine wirkliche Rose, die sie ihrer Mutter gab. Im März 1974 erwarb sie mit ihrem Mann ein Stück Land, das ihr in einer früheren Vision gezeigt worden war und auf dem Maria erscheinen würde. Ab 25. März 1976 erschien ihr Maria als „Mutter der Versöhnung aller Völker“. Ihrer Erscheinung sei häufig die Ankunft eines großen blauen Schmetterlings vorausgegangen.

Diverse myst. pn. Phänomene: eine konsekrierte Hostie begann in den Händen des Priesters Otty Ossa, ihres geistlichen Begleiters, zu bluten (sie wird angeblich in der Bischofsresidenz aufbewahrt). Eine spezielle Marienerscheinung am 25.03.1984 wurde von 108 Personen wahrgenommen. Die Erscheinungen wurden am 21.11.1987 vom Ortsbischof Pio Bello Ricardo, Diöz. Teques, als übernatürlich und authentisch anerkannt.

De Boni, Gastone (*22.01.1908 Padua; † 23.09.1986 Verona), ital. Arzt, Pps., ab 1946 Schriftleiter der 1901 gegr. Zeitschr. Luce e Ombra; Erbe der Bibliothek von E. > Bozzano.

De Brath, Stanley (1854; † 20.12.1937 Kew,

London), Pseud. ‘V.  C. Desertis’, brit. Parapsychologe, Autor, Übersetzer. Vor seiner Beschäftigung mit der Parapsychologie (C. > Husk) war de B. als Zivilingenieur der Regierung in Indien tätig. 1918 arbeitete er mit Gustave Geley am Institute Métapsychic International in Paris und übersetzte einige parapsychologische Werke der französischen Forscher (Geley, Osty, Richet). 1924 wurde er Herausgeber der Zschr.  Psychic Science.

W.:Psychic Philosophy, 1909; The Mysteries of Life, 1915; The Science of Peace, 1916; Psychical Research, Science and Religion, 1925; Religion of the Spirit, 1927.

De Giorgio, Guido Lupo Maria, Pseud. Havismat (*3.10.1890 San Lupo bei Benevent; † 27.12.1957 Mondovi); italien. Esoteriker Sohn eines Notars, Studium der Phil. in Neapel; wanderte nach Tunesien aus, wo er mit der islam Esoterik in Kontakt kam; 1915 Rückkehr nach Italien (Varazze an der Riviera). Nach dem I. Welkrieg Aufenthalt in Paris, dort Bekanntschaft mit R. > Guénon. Wieder in Italien, lernte er Giulio > Evola kennen und wirkte in der Folge als Mitarbeiter bei den Zeitschriften Le Voil d’Isis und L’inititation.

De Martino, Ernesto (*1.12.1908 Neapel; † 9.05.1965 Rom), italien. Religionshistoriker, Arbeitsgebiet: Beziehungen zwischen Anthropologie u. dem Auftreten paranormaler Phänomene.

W.: Sud e Magia, 1959 (Über Magie in süditalien. Ges.); Primitive Magic: The Psychic Powers of Shamans and Sorcerers, 1972.

Deacon, Stella, medial begabte engl. Krankenschwester, 1923 v. Harry > Price entdeckt.

Dean, Eric Douglas (*21.06.1916 Rock Ferry, Cheshire, Engl.; † 15.08.2001 USA), Chemiker, PPs., Durchführung von PK-Versuchen; zus. mit John Mihalasky Co-Autor vonExecutive ESP 1974. Er arbeitete am PSI Communication Center of Newark College of Engineering, New Jersey.

Lit.: Nachruf in JASPR 96 (2002) 3 – 4,  186ff., Journal of Parapsychology (Dec. 2001).

Deane, Ada Emma (1864 –1957), britische Geisterfotografin. Sie wurde bekannt, als man im Juni 1920 auf einem von ihr aufgenommenen Foto ein sog. „Extra“ als Gesicht entdeckte. Man verdächtigte sie der Manipulation, da sie die Platten zwecks „Magnetisieren“ bei sich behielt, doch in einer Sitzung im November 1924 in der W. T. Stead Borderland Library traten die paranormalen Effekte ebenso auf, obgleich sie die ausgetauschten Platten nicht in die Hände bekam. Ihre „spirit extras“ erfuhren in der britischen Presse der 20er Jahre des 20. Jhs. und seitens der Experten einen kontroversiellen Niederschlag.

Lit.: Carrington, Hereward: The Physical Phenomena of Spiritualism: Fraudulent and Genuine, Boston 1907, Repr. New York: Dodd, Mead, 1920; Coates, James: Photographing the Invisible, London 1911; Doyle, Arthur Conan: The Case for Spirit Photography, London, [1922]; ders.: The History of Spiritualism. New York: Charles H. Doran, 1926, Repr. New York: Arno Press, 1975.

Dee, John (*13.07.1527 London; † Dez.
1608 Mortlake, Surrey), engl. Astrologe, Alchemist, Magier; Hofastrologe unter Elizabeth I. (ihr „Merlin“), von der er 1595 zum Präfekten des Manchester College berufen wurde. Nach der Flucht aus Engl. am Hof v. Kaiser Rudolf II. in Prag tätig. 1582 Bekanntschaft mit dem Apotheker (und Scharlatan) Edward > Kelley (Henochische Magie,  spirit. Sitzungen 1581– 83; 28.05.1583 älteste bekannte Séance!). Berühmt ist die bildliche Darstellung der beiden bei einem Experiment zur Nekromantie auf einem Friedhof in Lancashire (Wootton-in-the-Dale) 1581. D. prägte die Bezeichnung „Britannia“ für England und Schottland.

W.: Monas Hieroglyphica, 1564; Dee gilt auch als der Verfasser von „The Necronomicon or the Book of the Dead Names“,  Antwerpen 1571 (dt.: Das Buch der Toten Namen. Necronomicon. Übers. George Hay, Bergen 1992). – Die Originalmanuskripte von Dee befinden sich im British Museum u. im Ashmole-Museum in Engl.

Lit.: Casaubon, Meric: A True and Faithful Relation of What Passed for Many Years Between Dr. John Dee and Some Spirits,  1659; Neudr. v. J. O. Halliwell 1852: „Private Diary of Dr. John Dee“); Yates, Frances  A.: The Occult Philosophy in the Elizabethan Age, 1979; Turner, Robert: Elizabethan Magic, Shaftesbury 1989; Müller, W. H.: Lovecraft: Schatzmeister des Verbotenen, Bergen 1992.

Deinhard, Ludwig (*1847 Deidesheim /Rheinpfalz; † 1.04.1918 München). Inge-
nieur, Privatgelehrter, esoter. Schriftsteller,
Theosoph. Seit 1891 Mitarbeiter bei der Zschr. Sphinx von Wilhelm > Hübbe-Schleiden. Beteiligt an der Gründung einer deutschen Sektion der Theosophischen Ges. 1902, in deren Vorstand bis 1908.

W.: Zur okkulten Physiologie, Berlin 1902; Zur okkulten Psychologie der Gegenwart. Essays, 1902; Das Mysterium des Menschen im Licht der psychischen Forschung. Eine Einführung in den Okkultismus, Berlin 1910.

Delanne, Gabriel

(*23.03.1857 Paris; † 15.02.1926), frz. Ingenieur, spirit. Autor; laut Th. > Flournoy der „wissenschaftlichste der frz. Spiritisten“; Hg.

der Revue Scientifique et Moderne de Spiritisme. D. verwendete erstmals Paraffin zum evidenten Nachweis von Materialisationen.

W.: Le Spiritisme devant la Science, N. p. 1895; Récherches sur la Mediumnité, N. p. 1896; L’Ame est Immortelle, N. p. 1904; Les Apparitions Materialisées des Vivants et des Morts, N. p. 1909.

Dell’Osa, Ardoino Ubbidiente, Pseud. > Simon, Jordan.

Della  Porta, Giovanni Battista

(1535 / 38 –1615), Arzt, Dramatiker, Alchemist aus Neapel; vertrat eine Signaturenlehre. Die von ihm 1560 in Neapel gegr. „Ges. zur Erforschung der Geheimnisse der Natur“ wurde angebl. auf päpstl. Befehl hin aufgelöst.

W.: Magia naturalis, 1553, 1589; Phytognominica, 1608.

Delrio, Antonio Martinez SJ, (*15.05.1551 Antwerpen; † 19.10.1608 Löwen), span. Theologe, Dämonologe, Jurist, Richter bei Hexenprozessen; entstammte einer vornehmen kastilischen Familie, die in den spanischen Niederlanden im Dienste des Königs stand. Philosophiestudium in Paris, Studium der Rechtswissenschaften in Douai u. Löwen, Promotion 1574 an der Universität von Salamanca. Rechtsberater Philipps II., 1578 zum Vizekanzler von Brabant ernannt. 1580 Eintritt in den Jesuitenorden; später Lehrauftrag für Theologie an der Universität in Douai. Hielt von 1601–1603 auch am Jesuitenkolleg in Graz Vorlesungen sowie in Salamanca.

Die Wirkung seines umfangreichen Werkes Disquisitionum magicarum libri sex („Sechs Bücher magischer Untersuchungen“) wird kontrovers beurteilt. Es wurde lange Zeit als Fundgrube für Predigten, Beispiele und als Nachschlagewerk für Juristen gebraucht. Zweifellos wirkte es aufgrund seiner Wahnideen über Teufelspakt und Schadenzauber auch verfolgungsfördernd, doch weisen neuere Untersuchungen (siehe die Arbeiten von E. Fischer u. P. Nagel) darauf hin, dass das gängige negative Bild von Delrio als Hexenverfolger einer Revision bedarf.

W.: Disquisitionum magicarum libri sex (um 1599 / 1600) – erlebte bis zum Jahre 1755 24 Auflagen und wurde zur Grundlage der Hexenverfolgungen.

Lit.: Fischer, Edda: Die Disquisitionum Magicarum Libri Sex von Martin Delrio als gegenreformatorische Exempel-Quelle, Hannover 1975; Nagel, Petra: Die Bedeutung der Disquisitionum Magicarum Libri Sex von Martin Delrio für das Verfahren in Hexenprozessen, Frankfurt / Main 1995. 

Denis, Léon (*1.01.1846 Foug/Elsass-Loth-
ringen; † 12.04.1927), französ. Spirit.; behauptete von sich, dass er in seiner rastlosen Tätigkeit für den Spiritismus direkt vom Geist des Allan > Kardec inspiriert sei und  dass sein geistiger Führer seit 1892 Girolamo da Praga gewesen sei, der ihn durch Klopfzeichen (typtologisches Morsealphabet) als seinen Sohn angesprochen habe.

W.: Après la Mort; Le Problème de l’être et de la destinée; Dans l’Invisible: Spiritisme et médiumnité; Le Génie Celtique et le monde invisible; Jeanne d’Arc médium; Christianisme et Spiritisme; La Grande Enigme; Esprits et Médiums; La Guerre et le monde invisible; L’au-delà et la survivance de l’être; Synthèse doctrinale et pratique du Spiritisme; Le pourquoi de la vie.

Lit.: 2 Biografien über L. D. von: Luce, Gaston: Léon Denis l’apotre du spiritisme, sa vie, son oeuvre; Baumard, Claire: Léon Denis intime.

Denizard Rivail, H. L. > Kardec, Allan.

Derlon, Pierre (1920 –1982), franz. esoter. Schriftsteller, übernahm von Magiern der Zigeuner deren Wissen und Praktiken.

W.: Die Gärten der Einweihung, Basel 1978; Unter Hexen und Zauberern. Die geheimen Traditionen der Zigeuner, Basel 1980.

Desbarolles, Adrien Adolphe (1801–1886), frz. Gelehrter, Chiromantiker; gab mit Jean-Hippolyte (Pseud. f. Abbé Michon) 1872 das erste Werk über Graphologie heraus: Les mystères de l’écriture.

W.: Chiromancie nouvelle, 1865; Les mystères de l’écriture. Paris: Garnier, 1872; Les mystères de la main, 1879.

Desle La Mansenèe, Mme (†18.12.1529), Frau des Jean de la Tour, „Hexe von Luxeuil“; sie wurde auf Anregung der Inquisition 1529 in Luxeuil in der Grafschaft Burgund wegen Hexerei vor Gericht gestellt u. nach Folterungen gehängt u. verbrannt.

Despard, Rosina Clara (1863 – 1930),
Hauptzeugin und Erforscherin eines berühmten Spuks, des sog. „Morton“ oder „Cheltenham ghost“. D. nahm diese schwarz gekleidete Gestalt, die ein Taschentuch vor ihr Gesucht hielt, als ob sie weinte, erstmals 1882 wahr, bis das vermeintliche Phantom in seiner Wahrnehmbarkeit schwächer wurde und 1889 entschwand. Es wurden auch unerklärliche Geräusche gehört (Auf- und Abgehen). Kritiker wie bspw. G. W. Lambert hielten diese Erscheinungen für halluzinatorisch in Zusammenhang mit den von unterirdischen Wasseradern bedingten Geräuschen.

Lit.: Collins, B. Abdy: The Cheltenham Ghost, London 1948; McKenzie, Andrew: Hauntings and Apparitions, London 1982.

Dessoir, Max (*8.02.1867 Berlin; †19.07.
1947 Königstein im Taunus / D), Mediziner, Theosoph, Philosoph, Schöpfer des Terminus „Parapsychologie“ 1889 in der Zschr. Sphinx (VII, 42).

W.: Das Doppel-Ich, Leipzig 1890, 1896; Vom Jenseits der Seele, Stuttgart 1917 ff., 61932; Vom Diesseits der Seele, 1923; Buch der Erinnerung, Stuttg. 1946 f.; Das Ich, der Traum u. der Tod, 1947, 1951.

Lit.: Bauer, Eberhard: M. Dessoir u. die Parapsychologie als Wissenschaft. In: Zschr. f. Parapsychologie und Grenzgebiete der Psychologie 10 (1967), 106 –114; Kurzweg, Adolf: Die Geschichte der Berliner „Gesellschaft für Experimental-Psychologie“ mit besonderer Berücksichtigung ihrer Ausgangssituation und des Wirkens von Max Dessoir. Dissertation, Berlin 1976.

Dethlefsen, Thorwald (*11.12.1946 Herrsching / Bayern; † 1.12.2010 Wien), Dipl.-Psych, Dr. phil., esoter. Schriftst., Astrologe, Reinkarnationstherapeut und Astrotherapeut (Anerkennung des eigenen durch das Geburtshoroskop festgelegten Schicksals). Eine Erfahrung während einer Hypnosesitzung zur Altersregression am 3.06.1968 wurde für ihn zum Schlüsselerlebnis für die Annahme der Reinkarnation. D. gründete 1973 in München das Privatinstitut f. außerordentl. Psychologie, wo er ab 1975 seine Reinkarnationstherapie (Bewusstmachen von traumatischen Erlebnissen aus früheren Leben) entwickelte. Das Institut wandelte er 1993 in den Kawwana-Konvent um und ließ es 1996 beim Amtsgericht München als „Kawwana – Kirche des Neuen Aeon“ (mit esoterisch-gnostischer Ausrichtung) eintragen (bestand bis 2003). 1990 Scheidung von seiner ersten Frau Barbara; 1992 Heirat mit Kerstin Dahlke, Schwester von Rüdiger > Dahlke. Durch seine Bücher hatte D. einen großen Einfluss auf die esoterische Szene.

W.: Das Leben nach dem Leben, 1974; Das Erlebnis der Wiedergeburt, 1976; Schicksal als Chance, 1979; Krankheit als Weg, 1983 (zus. m. R. Dahlke).

Lit.: Koller, Angelika: T. D., die Reinkarnationstherapie u. Kawwana. Ein Beitrag zur Psychotherapie u. Religionsgeschichte. Norderstedt: Books on Demand, 2004.

Devereux, George (*13.09.1908 Lugos, Siebenbürgen, damals Ungarn; † 30.05.1985 Paris), Ethno-Psychoanalytiker am „Topeka Institute for Psychoanalysis“ in Kansas, USA. Forschung: Voodoo, Levitation, Träume.

W.: Psychoanalysis and the Occult, 1953.

Devi, Shanti (1926 – 1987), berühmter Reinkarnationsfall aus Delhi. Als Shanti noch ein kleines Kind war, sprach sie über ihr früheres Leben in Muttra, wo sie mit Namen ‚Lugdi‘ mit einem gewissen Kedar Nath Chaubey verheiratet gewesen sei. 1936 besuchte sie ihre Verwandten in Muttra, wo ihre detaillierten Angaben verifiziert werden konnten.

Lit.: Gupta, L. D. / N. R. Sharma / T. C. Mathur: An Inquiry into the Case of Shanti Devi, Delhi 1936.

Devlin, Patricia M. (*12.03.1953 Honolulu /Hawai; USA), Beratungspsychologin, blinde Visionärin (trotzdem zuweilen subjektive pn. Lichterscheinungen). Am 12.08.1973 Geburt ihrer Zwillingskinder Miriam u. Eileen, infolge zu hoher Sauerstoffkonzentrationen Schädigung der Netzhaut, 1974 Entfernung des rechten Auges, im Januar 1978 des linken Auges wegen grünem Star u. bösartigem Tumor. Ebenfalls 1978 Bakkalaureat f. Englisch u. Geschichte an der Univ. Manoa /Hawaii, Dr. phil., Univ. Minnesota; im Febr. 1980 kirchl. Annullierung ihrer Ehe. Mini-PK-Phänomene am Christus-Corpus ihres Rosenkranzes (Bewegung der Metallfigur), empir. Kontakt mit der jenseitigen Welt, vor allem mit ihrem Schutzengel (erstmals 1988 nach ihrer Übersiedlung von Saint Paul /Minnesota nach Lubbock, Texas); empfing Botschaften von Jesus und Maria, am 15.08.1988 Erscheinung U. L. Frau in der St. John Neumann-Kirche in Lubbock, am 14.12.1988 Tumoroperation.

W.: The Light of Love: My Angel Shall Go Before Thee (dt.: Das Licht der Liebe: Mein Engel soll dir vorangehen. Jestetten: Miriam V., 22002).

Di Simone, Giorgio (*1925 Nizza), Architekt, dozierte an der Univ. Neapel; war beteiligt an der Gründung des Centro Italiano di Parapsicologia und dessen Zschr. Informazioni di Parapsicologia; Gründer u. Präs. des „Istituto Gnosis“.

Didaskalos > Sathi, Spiros.

Didier, Alexis (*1826) und Adolphe (beide † 1886), frz. Schauspieler mit angeblichen hellseherischen Fähigkeiten. In den Jahren 1845 – 65 verblüfften sie mit ihren Darbietungen, da sie z. B. die Karten der Partner mit verbundenen Augen beschreiben oder in verschlossenen Büchern lesen konnten. Ihrem Vater wurde nachgesagt, dass er die tägliche Zeitung, wo immer sie auch war, lesen konnte, selbst wenn seine Kinder sie in einem Raum versteckt hatten.

Lit.: Cox, E. W.: What Am I? A Popular Introduction to Mental Physiology and Psychology, N. p. 1874; Dingwall, E. J. (Hg.): Abnormal Hypnotic Phenomena: A Survey of Nineteenth-Century Cases, 4 vols, N.Y. 1968 (Bd. 1, 158 – 206).

Diego (Didacus) Joseph von Cadiz

(*30.03.1743 Cadiz; † 24.03.1801 Ronda /Málaga), selig (22.01.1894, Fest: 26. März), charismat. Kapuzinerprediger, 1759
Profess, 1766 Priesterweihe; pn. Phän.: Wun-
dergabe, Gabe der Kardiognosie; erhielt schon zu Lebzeiten von sieben Universitäten den Doktortitel h.c.

Diego, Juan, (*ca. 1474 Cuauhtlithan /Mexiko; † 31.05.1548 Mexico-City), heilig (31.07.2002, Fest: 9. Dezember). Dem mexikan. Indio J.  D. mit dem aztekischen Namen Cuauhtlatohuac aus Cuauhtlithan, der erst drei Jahre zuvor mit seiner Frau von den Franziskanermissionaren getauft worden war, erschien zwischen 9. u. 12. Dez. 1531 – zehn Jahre nach der Eroberung Mexikos  durch den Spanier Hernán Cortés – auf dem Hügel von Tepeyac mehrmals die Jungfrau Maria, genannt die „Jungfrau von Guadalupe“. Die Erscheinung äußerte den Wunsch, auf der Höhe des Tepeyac eine Kirche zu errichten. Bischof Juan de Zumarraga (seit 1528 erster Bischof der Neuen Welt) verlangte von D., dass er zwecks Glaubwürdigkeit seiner Aussage ein Zeichen mitbringen solle. Bei der vierten Erscheinung am 12. Dez. pflückte Juan Rosen und brachte sie in seinem Umhang zum Bischof. Da erschien spontan auf dem groben Leinen aus Maguey-Fasern (Agave) das wunderbare Abbild der Jungfrau in Farbe. Nach dem Tod seiner Frau diente J.  D. als Sakristan in der am Erscheinungsort errichteten Kapelle. 1666 setzte der Erzbischof eine Untersuchungskommission ein. 1723 erfolgte die kirchliche Anerkennung, 1737 wurde Maria zur Schutzpatronin Mexikos erklärt. 1754 Bestätigung der Erscheinung durch Papst Benedikt XIV., Krönung des Gnadenbildes 1895. Die ursprüngliche Kapelle von 1532 wurde mehrmals erweitert u. vergrößert: Kirchenbau 1649, Weihe der neuen Kirche 1709, Einweihung eines Neubaus der Basilika 1976. Papst Johannes Paul II. erklärte Nuestra Senora de Guadalupe 1979 zur Mutter beider Amerikas. Jährlich kommen mehrere Millionen Pilger zum Heiligtum 10 km nördl. des Stadtzentrums von Mexico-City. Guadalupe ist somit der meist besuchte Wallfahrtsort.

1936 erfolgten erste wissenschaftl. Untersuchungen durch den deutschen Chemiker u. Nobelpreisträger Richard Kühn, der bestätigte, dass die Farben weder aus mineralischen, oder pflanzl. noch aus tierischen Farbstoffen bestehen. 1929 fand Alfonso Gonzales im Auge die Widerspiegelung des Bildes eines Mannes. Auf den Rat der Verwaltung des Heiligtums blieb seine Entdeckung geheim und wurde erst 1960 bekannt gegeben. 1951 entdeckte der Zeichner Carlos Salinas die Gestalt eines Mannes mit Bart in den Augen der Jungfrau, was 1956 durch Dr. Javier Torroella, Optiker u Chirurg, bestätigt wurde. Durch genauere Untersuchungen des peruanischen Ingenieurs José Aste Tonsmann mittels Digitalaufnahmen (Auflösung mit 27.778 Punkten pro mm2 und nachfolgende 2000-fache Vergrößerung) ließen sich in beiden Augen schließlich 13 Personen erkennen, die mit bloßem Auge nicht zu sehen waren. 1979 untersuchten Wissenschaftler der NASA, Jody Smith u. Prof. Philip Callahan, das Bild mit Infrarotstrahlen und fanden keine natürliche Erklärung. Bemerkenswert ist auch der Umstand, dass beim Bombenanschlag gegen das Gnadenbild am 14.11.1921 trotz diverser Schäden in der Umgebung nicht einmal die Schutzglasscheibe zersprang und auch beim starken Erdbeben vom 19.09.1985 (Stärke 8,1 Richterskala, 30.000 Tote in Mexiko) das Gnadenbild unversehrt blieb.

Dietz, Paul A. (*10.10.1878; † 1953), holländ. Pps., Autor; 1932 Privatdozent in Leiden. D. gründete mit W. H. C. Tenhaeff und Emil Wegelin die Tijdschrift voor Parapsychologie.

W.: Wereldzicht der parapsychologie. Den Haag: Leopold, 1954; Parapsychologische Woordentolk (mit George A. M. Zorab u. K. H. E. de Jong), 1956.

Dimitrowa, Vangelia Pandeva

(*31.01.1911 Strumica, heute in Mazedonien; † 11.08.1996), verh. Guschterowa; bulgarische Sensitive und Kräuterheilerin mit angeblich präkognitiven Fähigkeiten. Ihren Bruder Wasil warnte sie, zu den Partisanen zu gehen, er würde gefoltert und getötet werden; so geschah es auch. Weil sie Stalins Tod vorausgesagt hatte, wurde sie eingesperrt. Ein Jahr später starb Stalin und sie war frei. (Ihre angebliche Prophezeiung eines Dritten Weltkrieges, der im Nov. 2010 beginnen sollte und im Okt. 2014 enden würde, wurde ihr wohl nur propagandistisch zugeschrieben.) Das frühgeborene, begabte Kind erblindete nach ihrer Aussage infolge eines Sturmes, der sie auf ein Feld warf, sodass ihre Augen vom Staub verklebt waren. Aus einer armen Familie stammend, verlor sie schon als Kind ihre Mutter. Besuchte 1925 eine Blindenschule in Zemun, Serbien. 1942 übersiedelte D. nach Petrich, Bulgarien, wo sie am 10.05. Dimitar Guschterow († 1962) heiratete. Während des Zweiten Weltkriegs wurde sie von vielen Menschen aufgesucht, um von ihr eine Auskunft über das Schicksal der Vermissten bzw. Gefallenen zu erhalten. Ihr Haus wurde in ein Museum umgewandelt und als solches am 5.04.2008 eröffnet.

Lit.: Stojanova, Krasimira: Wanga – Das Phänomen: Die Seherin von Petritsch. Steyr: Ennsthaler, 2004.

Dingwall, Eric John, (*1890 Ceylon; † 7.08.1986 St. Leonardson-Sea, East Sussex); Studien an den Univ. in Cambridge u. London (Dr.  phil.), Pps., Medienforscher, Autor; geboren als Sohn eines Schotten in Sri Lanka; gab seinen Geburtstag nicht bekannt. Altmeister der parapsych. Forschung in England. Verheiratet mit Dr. Margaret Davies († 1976), nachdem ihn seine erste Frau Doris verlassen hatte.

W.: Ghosts and Spirits of the Ancient World. London: Kegan, Paul 1930; The Haunting of Borley Rectory, 1956 (mit K.  M. Goldney und T.  H. Hall); Four Modern Ghosts, 1958 (mit T.  H. Hall).

Dittus, Gottliebin, (*1815 Möttlingen, Württ.; † 1872), zeigte 1842 in Möttlingen, der Gemeinde des evangelischen Pfarrers Johann Christoph > Blumhardt, Poltergeistphänomene, die der Pfarrer als Symptome einer „Besessenheit“ deutete, ohne sich als Exorzist zu betätigen. Die Kranke litt an Fieber und Krämpfen und unternahm Suizidversuche. Blumhardt versuchte durch Gebet zu heilen. 1843 – zu Weihnachten – wurde sie gesund („Jesus ist Sieger!“). Die Geheilte leitete sodann den Möttlinger Kindergarten; 1852 folgte sie mit ihren Geschwistern Pfarrer Blumhardt nach Bad Boll nach.

Dixon, Jeane (*1918 Wisconsin / USA; † 25.01.1997 Washington), amerik. kathol. Seherin bzw. Sensitive mit präkognitiver ASW-Begabung (sagte die Ermordung des US-Präsidenten J.  F. Kennedy voraus), doch trafen nicht alle ihre Prophezeiungen ein.

W.: Dixon & Noorbergen: My Life and Prophecies, 1970; Montgomery, R.  A.: A Gift of Prophecy. The Phenomenal Jean Dixon, N. Y. 1965.

Dobbs, Adrian, brit. Mathematiker u. Physiker, dem zufolge die sog. Psitronen als die hypothetischen Übermittler von Psi-Informationen in einer zweiten Zeitdimension dienen. Das Psitron hat eine imaginäre Masse und kann sich der Relativitätstheorie entsprechend, ohne Verlust seiner imaginären Energie, schneller als mit Lichtgeschwindigkeit fortbewegen.

Dodds, Eric Robertson (*26.07.1893 Banbridge / Nordirland; † 8.04.1979), Studium
am Campbell College, Belfast, und am Balliol College, Oxford. Prof. für Gräzistik. Professuren in Birmingham (1924 – 1936) und Oxford (1936 –1960); studierte und konstatierte die Realität von Telepathie, da er von hypnotisierten Personen auf telepathischem Weg Antworten bekam. Experimente mit den Brüdern > Schneider und mit G. O. > Leonhard, deren Aussagen über einen bestimmten Verstorbenen, von dem sie nur den Namen wusste, später bestätigt werden konnten. Da D. jedoch nicht an ein Fortleben nach dem Tod glauben konnte, nahm er zur Erklärung dieses Wissens eine sehr komplexe Telepathie an. Präs. der SPR 1961 / 63.

W.: The Greeks and the Irrational, 1951 (dt.: Die Griechen und das Irrationale. Darmstadt: Wiss. Buchges., 1970); Missing Persons, 1977 (Autobiografie); Beiträge in den Proceedings of the Society for Psychical Research: Why I do not Believe in Survival, 1934, sowie Supernormal Phenomena in Classical Antiquity, 1972.

Doinel, Jules-B. Stanislas (1842 –1902), Pseud. Jean Kostka; frz. Paläontologe, Freimaurer, Martinist; Gründer der „Eglise Gnostique Universelle“, aus der er 1894 wieder austrat und zum r.-k. Glauben konvertierte.

W.: Lucifer démasqué, 1895.

Domenica da Paradiso, (*8.09.1473 Paradiso bei Florenz; † 5.08.1553 Florenz), aus einer Bauernfamilie stammende Myst., ehrw. Dienerin Gottes, hatte schon als Kind Marienvisionen. Sie durfte zwar in das Kloster eintreten, verließ dieses jedoch krankheitshalber nach einigen Jahren. Wohltäterin der Armen. Mit 24 Jahren wurde sie stigmatisiert (Stigmen ab 1496 sichtbar). Sie lebte sodann wie eine Dominikanerin als Büßerin in Florenz und gründete ein Kloster.

Dong, Paul (*1928 Canton, China), Schriftsteller u. Forscher auf dem Gebiet der Paranormologie; verheiratet in Oakland, Kalifornien, amerikan. Staatsbürger, Chefredakteur des Journal of UFO Research; lehrt seit 1976 Qigong am YMCA von San Francisco u. am San Francisco College of Acupuncture.

W.: The Four Major Mysteries of Mainland China, Prentice-Hall 1984; Qigong – The Ancient Chinese Way to Health, Marlow & Co. 1990 (Co-Autor); Empty Force, Element Books 1996; Indigo-Schulen. Chinas Trainingsmethoden für medial begabte Kinder (zus. m Thomas Raffill), Koha-Verl. 2001.

Donner, Florinda (*15.02.1944 Amberg, Deutschland; † 1998?), amerikan. Anthropologin und Autorin, geboren als Regine Margarita Thal, (später, 1978, Florinda Donner, 1993 Donner-Grau,); angebl. Lehrling von Don Juan Matus und Schülerin C. > Castanedas. Als Kind nach Venezuela ausgewandert. Vieles in ihrer Biografie und in ihren Schilderungen ist ebenso wie bei Castaneda unstimmig. Ihr Spitzname war ‚hummingbird‘ (Kolibri). In ihrem 1982 publizierten fragwürdigen Buch Shabono behauptet sie, unter den Yonomami-Indianern am Amazonas gelebt zu haben. 1966 in Houston Heirat mit Edward M. Steiner (1972 geschieden); 1972 Anthropologin (BA), Universität von Los Angeles, ebd. 1974 Diplom in Ethnologie; 1993 in Las Vegas Heirat mit C. Castaneda, 1994 Heirat mit Tracy Kramer in Las Vegas. Am 4.11.1998 wurde sie zum letzten Mal öffentlich bei einem Workshop im Santa Monica College Gymnasium gesehen, zusammen mit den Hexen Taisha Abelar (recte Maryann Simko) und Carol Tiggs (recte Kathleen Pohlman). Einen Tag nach Castanedas Tod verschwand D. ebenso mysteriös wie auch andere (Amalia Marquez) aus dem inneren Kreis von Castaneda; sie starben vermutlich durch Suizid. Einige Wochen später verschwand auch Castanedas Adoptivtochter Patricia Partin, deren Skelett 2003 im Death Valley, California, gefunden und erst 2006 aufgrund eines DNA-Tests als solches identifiziert wurde.

W.: Shabono. Eine Frau bei den Schamanen Südamerikas, 1996; Traumwache – eine Einweihung in die Welt der Zauberer, 1996; Die Lehren der Hexe. Eine Frau auf den Spuren schamanischer Heiler, 1997; Der Pfad des Träumens. Eine Initiation in die Welt der Zauberer. Hans Nietsch Verl., 2003, 2008.

Donolo, Shabbtai (913 – 970), ital. Arzt, Kabbalist, Astrologe.

W.: Sefer Chamoni. Ein Kommentar zum Sefer Yezirah.

Dorothea von Montau (*6.02.1347 Groß- Montau / Polen; † 25.06.1394 Marienwerder /

D), verheir. Visionärin u. Mutter, stigmat. Mystikerin (Kultbestätigung 1976, Fest: 25. Juni); wurde in Verkennung ihrer ekstatischen Zustände der Häresie verdächtigt, aber trotz Androhung der Verbrennung seitens ihrer Gegner von ihrem Beichtvater Johannes Marienwerder in Schutz genommen. Ihre präkognitiven Visionen beziehen sich zum Teil auf den Tod von Kirchenfürsten, auch auf das Leben des Ordenspriesters Konrad von Jungingen (er erschien ihr bereits zwei Jahre vor ihrer tatsächlichen Begegnung mit ihm in der Gestalt, in der sie ihn dann sah). Ab 1391 – nach dem Tod ihres Mannes – Reklusin am Dom zu Marienwerder. 

 Doten, Lizzie (*1.04.1829 Plymouth, Mas- sachusetts; † 1908), amerikan. Trance-Me-
dium mit größtenteils autodidaktischer Bildung, befreundet mit E. H. > Britten und dem Schreibmedium Ada Hoyt Foye, bei der in einer Sitzung ihr Bruder Alfred Doten, Herausgeber der Gold Hill Evening News, angeblich einen Kontakt mit seinem verstorbenen Vater Samuel erhalten habe. D. setzte sich auch in der Sozialreform für die gerechte Bezahlung der Frauenarbeit ein. Mit siebzig Jahren heiratete sie ihren Mitarbeiter Z. Adams Willard. D. deklamierte und publizierte ihre angeblich durch Robert Burns, A. W. > Sprague, E. A. Poe  u. a. übermittelten Gedichte, deren Herkunft und Qualität allerdings sehr kontrovers interpretiert wurde. Eine Parallele zu solchen unbewussten Produktionen bilden die Schriften von T. P. > James mit Dickens als „jenseitigem“ Autor.

W.: The Haunted Church, or The Little Organ Girl. Boston: J. M. Usher, 1852;  Poems From the Inner Life, 1863; The Inner Mystery. An Inspirational Poem. Boston: Adams & Co., 1868; Poems of Progress, Boston 1871.

Lit.: Braude, A.: Radical Spirits: Spiritualism and Women’s Rights in Ninteenth-Century America, Boston 1989; Kerr, H.: Mediums, and Spirit-Rappers, and Roaring Radicals: Spiritualism in American Literature 1850 – 1900, Urbana 1972.

Douceline von Digne (*1214 / 15; † 1.07.1274), Myst., Ekstatike-
rin, Visionärin, wird als Heilige verehrt; besaß Gabe der Weissagung u. der Levitation; gründete nach einer Erscheinung u. einem Aufenthalt bei ital. Klarissinnen zwei Gemeinschaften von Beginen in Frankr. (in Hyère bei Toulon u. in Marseille).

Dowden, Hester (3.05.1868 Dublin; † 1949), verh. Travers-Smith, Tochter des renommierten Shakespeare-Gelehrten Edward Dowden, Frau eines prominenten Arztes in Dublin. Irisches, automatistisches Medium, das mit großer Geschwindigkeit (mittels Ouija-Board) Bot-
schaften auch mit verbundenen Augen empfing bzw. Kompositionen produzierte. Ihre jenseitigen sukzessiven Kontrollen (‚spirit guides‘) bzw. eigenständigen psychischen Wesenheiten nannten sich Peter, Eyen, Astor, Shamar, Johannes. Letzterer habe 200 Jahre vor Christi Geburt gelebt und in der Bibliothek von Alexandria studiert; seine textlichen Kundgaben erinnern in etwa an den Neuplatoniker Plotin. Im Februar 1924 meldete er sich durch direkte Stimme auch in einer Séance mit George > Valiantine. Zu ihren Sitzungsteilnehmern zählten Lennox Robinson, ein irischer Dramatiker, Pfarrer Savell Hicks sowie Sir William > Barrett.

W.: Voices From the Void. London: Rider & Co., 1919; Psychic Messages from Oscar Wilde. London: T. Werner Laurie, 1923.

Lit.: Bentley, Edmund., Far Horizon: A Biography of Hester Dowden, Medium and Psychic Investigator. London: Rider & Co., 1951; Cummins, C.: Mind in Life and Death. London 1956; Soal, S. G.: Note on the ‘Oscar Wilde’ Script. In: JSPR (July 1926).

Doyle, Sir Arthur Conan (*22.05.1859 Edinburgh; † 7.07.1930 Windlesham / Crowborough, Engl.), schott. Arzt, Schriftsteller (Erfinder des Detektivs Sherlock Holmes); seit 1887 nahm D. an spiritist. Séancen teil, wurde oft verspottet und getäuscht; seit 1893 Mitglied der SPR; Gründer des „Psychic Museum“ 1925 in London, Präs. der „London Spiritualist Alliance“ u. a. Institutionen; hatte angebl. Kontakt zu seiner verstorbenen Mutter und hörte die Stimme seines im 1. Weltkrieg gefallenen Sohnes; erhielt auch über seine als Medium tätige zweite Frau Botschaften über Dinge, die sie nicht wissen konnte. Nach seinem Tod soll es in seinem Haus Windlesham Manor in Sussex gespukt haben.

W.: The New Revelation; Wandering of a Spiritualist  (Die neue Offenbarung – was ist Spiritismus?, Fürth 1921); The Coming of the Fairies, 1922 (Fotos der Blumenelfen, die später als Betrug entlarvt wurden); Memories and Adventures, 1924 (Autobiografie); History of Spiritualism, London, 1926; The Edge of the Unknown, N. Y. 1930 (noch zu seinen Lebzeiten); dt.: Eine Studie in Scharlachrot; Das Tal der Furcht.

Lit.: Schulte, Michael: Sherlock Holmes, Stuttg. 1979.

Dragicevič, Ivan / Mirjana > Medjugorje, Seher von.

Drbal, Karel († 22.02.1980 Prag), tschech. Ing., Psychotroniker, Pyramidenexperimentator.

Driesch, Hans, Prof. Dr. (*28.10.1867 Bad Kreuznach; † 16.04.1941 Leipzig), Embryologe, PPs, Theosoph. 1909 Habilitation in Heidelberg für Naturphilosophie, 1919 Ordinarius f. Philosophie in Köln, 1921 in Leipzig bis zu seiner Emeritierung 1934. D. vertrat einen antimaterialistischen Vitalismus; Präs. der SPR 1926 /27; arbeitete mit den Medien Willi u. Rudi > Schneider; plante 1929 die Gründung einer Deutschen Ges. f. psych. Forschung. Seit 1921 setzte er sich mit der Parapsychologie und ihrer Methodik auseinander. Gegenüber haltlosen Spekulationen ließ er nur empirisch nachprüfbare Phänomene gelten.

W.: Parapsychologie – die Wissenschaft von den okkulten Erscheinungen, München 1932, 31953 hrsg. v. H. Bender, 1967; Alltagsrätsel des Seelenlebens, Stuttg. 1938.

Lit.: Zeller, Gustav: Die Bedeutung der Parapsychologie für Drieschs Metaphysik. In: Zeitschrift für Parapsychologie (1927), 578 – 582; Wenzl, A. (Hg): H. Driesch – Persönlichkeit u. Bedeutung, Basel 1951; Waldrich, Hans-Peter: Grenzgänger der Wissenschaft, München 1993.

Droste zu Vischering, Gräfin Maria (*8.09.1863 Münster; † 8.06.1899 Porto,
Portugal), selig (1.11.1975, Fest: 8. Juni), Ordensname: Maria vom Göttl. Herzen Jesu, Myst.; sie kümmerte sich in Deutschland und Portugal besonders um Mädchen und junge Frauen, die durch Armut in Diebstahl und in die Straßenprostitution geraten waren. 1897 hatte sie zwei Visionen, in der ihr der Wunsch vorgetragen wurde, dass die Welt dem hlst. Herzen Jesu geweiht werden solle. Nach einer Zeit der Prüfung durch die Ritenkongregation nahm Papst Leo XIII. am 11.06.1899 diese Weihe vor (angekündigt in der Enzyklika Annum sacrum vom 25.05.1899): Er hatte nämlich ohnehin vor, das Jubiläumsjahr 1900 mit einer Weltweihe zu eröffnen. Sr. Maria litt seit 1896 an einer schweren Rückenmarksentzündung. Sie starb kurz vor dem Weihefest mit 35 Jahren an Knochentuberkulose und wurde am 1.11.1975 seliggesprochen. Ihr Grab befindet sich in der neuen Kirche des Klosters der Schwestern zum Guten Hirten in Ermesinde bei Porto.

Lit.: Bierbaum, Max: Maria vom Göttlichen Herzen Droste zu Vischering. Ein Lebensbild unter Benutzung unveröffentlichter Quellen. Freiburg i. Br.: Herder, 1966.

Droste-Hülshoff, Annette Freiin von

(1797–1848), sensitive Dichterin aus dem Münsterland, wie andere Mitglieder ihrer Familie begabt mit dem „Zweiten Gesicht“; weitere paranormale Erlebnisse: Besprechen, Tierparapsychologisches; andere beschreibt sie in ihren Werken (Westfälische Schilderungen, 1845; Bei uns zu Lande auf dem Lande, 1862). Nach der Behauptung ihres Großneffen Heinrich Freiherr Droste zu Hülshoff soll sie auch die Fähigkeit der Bilokation sowie des „Wassergehens“ besessen haben.

Lit.: Frank, Eduard: Parapsychologisches im Leben und Werk der A. v. Droste-H. In: Glaube u. Erkenntnis Jg. 4, H. 1, 9 – 12.

Du Potet de Sennevoy, Baron Denise Jules (*12.04.1796 Sennevoy-le-Haut; † 1.07.1881 Paris), frz. Magnetiseur, Anhänger Mesmers. Mitbegründer des frz. Spiritismus. Er publizierte seine 1821 begonnenen Experimente in der 1827 gegründeten Zschr. LePropagateur du Magnétisme animal und imJournal de Magnétisme (gegründet 1845). Du P. rühmte sich, die ‚Magie der Antike‘ im animalischen Magnetismus entdeckt zu haben. Bei einem Besuch in England 1837 machte er auch Dr. John > Elliotson mit den Phänomenen des animalen Magnetismus bekannt.

W.: Elementare Darstellung des tierischen Magnetismus, 1851; Traité complet de magnétisme animal. Cours en douze leçons. 4° édition. Paris: Baillière, 1882; Die entschleierte Magie. Edition Geheimes Wissen, 2006.

Du Prel, Carl Freiherr (*3.04.1839 Landshut; † 5.08.1899 Heiligkreuz bei Hall in Tirol /A), esot.-philos.Schriftsteller. Nach einer militärischen Laufbahn Studium der Philosophie in Tübingen (Dr. phil. 1868, Dissertation: Oneirokritikon, der Traum vom Standpunkt des transzendentalen Idealismus). Durch die Beschäftigung mit dem Werk von Eduard von > Hartmann (Philosophie des Unbewussten) wandte sich Du P. dem intensiven Studium der sog. Geheimwissenschaften und des Spiritismus zu, dessen Phänomene er auch spiritistisch deutete. Durch E. v. Hartmann kam er auch in Verbindung mit K. F. > Zöllner und L. > Hellenbach. Du P. war Mitarbeiter von Wilhelm > Hübbe-Schleiden in der TG u. schrieb für die Zschr. Sphinx (1886 – 94). Begründer und Ehrenpräsident der „Gesellschaft für wissenschaftliche Psychologie“, München.

W.: Philosophie der Mystik, Leipzig 1885; Der Spiritismus, Leipzig 1893; Studien aus dem Gebiete der Geheimwissenschaften, Lpz. 1890 / 91, 1891– 95 (2 Bde.); Die Magie als Naturwissenschaft, Jena 1899 (2 Bde.), Leipz. 21912; Der Tod – Das Jenseits – Das Leben im Jenseits, München 1899, Lpz. 1910.

DuBois, Allison (*24.01.1972 Phönix, Arizona), US-amerikan. TV-Medium. Sie behauptet, schon seit ihrem sechsten Lebensjahr mit Verstorbenen in Verbindung zu stehen und aufgrund ihrer Fähigkeiten auch den Strafverfolgungsbehörden bei der Lösung von Kriminalfällen helfen zu können, und ist der Ansicht, dass ihre drei Töchter ebenfalls parapsychische Fähigkeiten haben. D. arbeitete als Praktikantin bei der Staatsanwaltschaft und machte ihren Bachelor in Politikwissenschaft an der Arizona State Universität. Verheiratet mit Joe DuBois. Seitens der Skeptiker wie Dr. Paul Kurtz und Dr. Hyman vomCommittee for Skeptical Inquiry (CSI) wurden ihre angeblich paranormalen Fähigkeiten jedoch bezweifelt. Nach dem nordamerikan. Wochenmagazin TV Guide sei
D. vier Jahre lang hinsichtlich ihrer Fähigkeiten seitens der Universität getestet worden. Jedenfalls behauptete Gary Schartz, Direktor des Veritas-Forschungsprojekts, dass D.
mediale Fähigkeiten besitze. Nach ihrem
Buch Don‘t Kiss Them Good-Bye wurde 2005 – 2011 im US-amerikan. Fernsehen (NBC und CBS) die Show Medium ausgestrahlt.

W.: Don’t Kiss Them Goodbye. Fireside, 2005 (dt.: Kein Abschied für immer. Die wahre Geschichte hinter der TV-Serie ‘Medium’. Allegria, 2006); We Are Their Heaven: Why the Dead Never Leave Us. Fireside, 2006; Secrets of the Monarch: What the Dead Can Teach Us About Living a Better Life. Fireside, 2007.

Dubouché, Théodelinde, (*2.05.1809 Montauban; † 30.08.1863 Paris), Ordensname: Marie-Thérèse du Coeur de Jésus; frz. Mystikerin, gründete 1848 die Kongregation der Schwestern von der Sühnenden Anbetung.

Ducasse, Curt John, (*07.07.1881 Angou-
lême / F; † 3.09.1969), Philosoph, PPs, wanderte 1900 in die USA aus; arbeitete über die Frage des Überlebens des Todes.

Ducasse, Isidore, Pseud. Comte de Lautréamont (1846 –1870), frz. literar. Satanist.

W.: Les Chants de Maldoror (ab 1868).

Dudde, Bertha (1891–1965), aus Schlesien stammende Schneiderin, die im ideologischen Gefolge von Jakob > Lorber angeblich über 9000 innere Kundgaben von „oben“ erhielt.

Duguid, David (1832 – 1907), schottisches physikalisches Berufsmedium (seit 1865) mit reichhaltigem Phänomenspektrum (automat. Malen u. Zeichnen, histor. Romane über automatisches Sprechen), aber auch betrügerischen Manipulationen. Manche der sog. ‚Geisterzeichnungen‘ waren in Wirklichkeit exakte Kopien aus der ‚Cassell Familienbibel‘. Mit 73 Jahren wurde er eines Betrugsversuchs überführt, da man vor der Sitzung in seiner Kleidung versteckt Gemälde entdeckte, welche die „Geister“ erst noch malen sollten. Die jenseitige Kontrolle nannte sich „Ruisdael“.

W.: Hafed, Prince of Persia, London / Glasgow 1876.

Lit.: Oates, J.: Photographing the Invisible: Practical Studies in Spirit Photography, Spirit Portraiture, and Other Rare but Allied Phenomena, Chicago 1911; Holms, A. C.: The Facts of Pychic Science and Philosophy Collated and Discussed, London 1925, pp. 201 – 206.

Dumas, André, Ing. (*1908 Genf; † 23.02.
1997), empir. Spiritist; Redakteur der Zschr. Renaître 2000, 1970 Hrsg. der Revue Spirite(gegr. 1858 v. Allan > Kardec) in Nachfolge von Hubert Forestier († 1971).

W.: La science de l’âme, 1947.

Duncan, Helen Victoria (*25.11.1897 Callander, Pertshire; † 6.12.1956 Edinburgh), schottisches, in der Beurteilung umstrittenes Materialisationsmedium. 1916 Heirat mit Henry Duncan, einem verwundeten Kriegsveteranen, Mutter von sechs Kindern, die im Laufe ihrer medialen Tätigkeit des öfteren wegen angeblichen Betrugs mit den Behörden in Konflikt kam. Während des Zweiten Weltkriegs lebte D. in Portsmouth, der Heimat der Royal Navy. Dort zeigte sich in einer Séance das Phantom eines Matrosen, der von sich sagte, dass er mit dem Kriegsschiff Barham untergegangen sei. (Dieses brit. Kampfschiff mit über 800 Beatzungsmitgliedern war am 25.11.1941 von deutschen Torpedos zerstört worden; die Nachricht wurde jedoch zunächst geheim gehalten und erst später veröffentlicht.) Maurice Barbanell, Redakteur der Psychic News, rief daraufhin ahnungslos die Admiralität an, warum man denn die Mutter nicht über den Tod ihres Sohnes informiert hatte. Verständlich, dass der Geheimdienst wütend war und man daher das Medium als eine Gefahr betrachtete, vor allem hinsichtlich der bevorstehenden Landung in der Normandie. Im Jänner 1944 wurde D. verhaftet und zu neun Monaten Gefängnis verurteilt; sie gilt als vorletzte in England als ‚Hexe‘ verurteilte Person aufgrund eines Gesetzes von George II. von 1736 (Witchcraft Act), das erst 1951 aufgehoben wurde. 1954 wurde seitens des Parlaments sogar der Spiritismus (spiritualism) als Religion in England anerkannt. Gegen den Vorwurf, dass D. selbst auf betrügerische Weise die Materialisationen imitiert hätte, spricht das Materialisationsphantom von Albert, der hochgewachsen und schmal erschien, während Duncan selbst von kleiner Gestalt und untersetzt war. 1956 wurde sie während einer Materialisationssitzung erneut wegen des Verdachts betrügerischer Aktivität verhaftet. D. starb jedoch fünf Wochen später, bevor sie strafrechtlich verfolgt werden konnte. Ihre Anhänger gaben daher der Polizei die Verantwortung für ihren frühen Tod.

NB: Nach D. wurde im selben Jahr ebenfalls nach dem gleichen Gesetz Jane Rebecca Yorke verurteilt – angesichts ihres hohen Alters jedoch nur zu einer Geldstrafe.

Lit.: West, D.  J.: The Trial of Mrs. Duncan. In: PSPR 48 (1946), 32 – 64; Edmunds, S.: Spiritualism: A Critical Survey, London 1966; Crossley, A. E.: The Story of Helen Duncan, Ilfracombe 1975; Cassirer, M.: Helen Victoria Duncan: A Reassessment. In: JSPR 53 (1985), 138 – 144.

Dunne, John William (*1875 oder 1866? Roscommon / Irland; † 24.08.1949 Banbury /Engl.), Mathematiker u. Luftfahrtingenieur (baute 1906 / 07 das erste brit. Militärflugzeug). Er hatte von Kindheit an Träume, die sich auf  momentane Vorgänge bezogen. Daher fing er an, täglich unmittelbar nach dem Aufwachen seine Träume aufzuschreiben, um sie dann später auf präkognitive Inhalte hin zu überprüfen. So wurde er ein Erforscher der proskopischen Träume mit fragmentar. Kongruenz (z. B. Vulkanausbruch in Martinique 1902), wobei Ereignisse aus der nahen Zukunft als Erreger präkognitiver Träume wirken können. Dieser Effekt wird nach ihm als „Dunne-Effekt“ bezeichnet. D. stellte die Hypothese von der „seriellen“ Zeit (Serialität) auf. Nach seiner Vorstellung umfasst Serialität eine unendliche Serie von Dimensionen innerhalb der Zeit selbst. Es können sich demnach Ereignisse auf einer Seinsebene bilden und sich auf einer anderen verwirklichen. Das „Jetzt“ betrachtete er als teilweise in der Vergangenheit existierend und zum Teil auch sich in die Zukunft hinein ausdehnend. Die im Unbewussten erlebte Zeit ist anders als die normale Zeitwahrnehmung und könne u. U. mit den inneren Augen angezapft werden.

W.: An Experiment with Time, 1927, 1938; The Serial Universe, 1934; The New Immortality, 1938; Nothing Dies, 1940. Intrusions?, London 1955 (Autobiografie).

Lit.: Zohar, D.: Through the Time Barriere: A Study of Precognition and Modern Physics, London 1982, Inglis, B.: Science and Parascience: A History of the Paranormal 1914 – 1939, London 1984.

Duplessis, Yvonne (*26.01.1912 Paris), Au-
torin und Parapsychologin; Studium der Philosophie an der Sorbonne und an der Universität in Montpellier. D. war seit 1952 Mitarbeiterin von René > Warcollier am Institut Métapsychique International in Paris und untersuchte vor allem die paranormale Wahrnehmung färbiger Oberflächen ohne visuelle Rezeption (Dermooptik),

W.: La vision parapsychologique des couleurs. Paris: Epi S.A. editeurs, 1974; Dermo-Optical Circle in Daylight (zus. m. A. S. Novomeysky). In: Intern. Journ. of Paraphysics 15 (1981) 1 / 2; Eye Perception of Invisible Radiations of Colored Surfaces (zus. mit A. S. Novomeysky). In: Intern. Journal of Paraphysics, 20 (1986) 1 / 2.

DuQuette, Lon Milo (*11.07.1948 Long Beach, Kalifornien), Okkultist, esoter. Autor, Magier (Thelemit in der Ideologie A. > Crowleys), Freimaurer in Costa Mesa, Kalifornien.Methodistisch geprägte Kindheit in Columbus, Nebraska, 1966 Übersiedlung nach Kalifornien; lebte 1968 – 70 mit seiner Frau Constance Jean in einer Hippie-Kommune in Oregon. Sodann Rückkehr nach Kalifornien, wo er eine Zeitlang als Folk-Musiker tätig war. 1973 Mitglied des AMORC und 1975 des OTO. Doziert am Omega Institut für holistische Studien in Rhinebeck, New York. 

W.: My Life With the Spirits: The Adventures of a Modern Magician. Weiser Books, 1999 (Autobiografie); Die Pfadarbeiten von Aleister Crowley: Die Schatzkammer der Bilder. Bohmeier-Verlag, 2003; Aleister Crowleys Thoth Tarot:Der faszinierende und magische Tarot verständlich erklärt. Urania-Verlag, 2005.

Dürckheim, Karlfried Graf von

(*24.10.1896 München; † 28.12.1988 Todtmoos im Schwarzwald / D), Philosoph u. Psychologe, Zen-Lehrer, Schriftst., arbeitete an einer Synthese von westl. Psychol. und Zen; lebte ab 1937 bis Kriegsende in Japan; gründete und leitete zusammen mit Maria Hippius die Begegnungsstätte in Todtmoos-Rütte im Schwarzwald. Er verband die Praxis des Zen und die Psychologie C. G. Jungs mit christl. Mystik und einer „initiatischen Therapie“. Diese Bewegung beeinflusste die Humanistische und Transpersonale Psychologie.

W.: Zen und wir, Weilheim 1962; Vom Doppelten Ursprung des Menschen, Freiburg 1973; Der Ruf nach dem Meister, München 1986.

Dürr, Jakob (1777–1840), dt. Schneidermeister u. Wunderheiler, der in schamanistischer Manier (angebl. Kontakt mit Schutzgeistern, Gebrauch von Amuletten u. Segenssprüchen) Kranke geheilt haben soll. Durch ihn angeregt, therapierte J. > Kerner unter Zuhilfenahme von sensitiven Menschen Besessene.

Durville, Hector (*8.04.1849 Mousseau  /Frankr.; † 1.09.1923 Montmorency), eigentl. Marie-François Hector Durville, frz. Heilmagnetiseur, okk.-spirit. Autor, gründete 1887 die „Société Magnétique de France“, 1893 die „Ecole Pratique de Magnétisme et de Massage“; Hrsg. des Journal du Magnétisme; Gründer des esot. „Ordre Eudiaque de France“. Zus. mit seinem Sohn Henri gründete er das „Institut für Magnetismus“ in Paris. Seine Söhne Gaston u. Henri gaben auch die Zschr. Revue du Psychisme Expérimental heraus.

W.: Bibliographie du Magnétisme et des Sciences Occultes, Paris 1895; Der Fluidalkörper des lebenden Menschen, Leipzig 1912, 1915; Die Physik des animalischen Magnetismus, Lpz. 1912, 1917.

Duval, Pierre (Pseud.) > Chauvin, Rémy.

Dyck (Dijk), Leonie Nieke van den

(1875 –1949), Mutter von 13 Kindern in Onkerzeele (Bistum Gent, Belgien); erlebte zwischen 4. Aug. u. 14. Okt. 1933 angebliche Marienerscheinungen und Sonnenwunder, seit 1940 stigmatisiert; sagte künftige Katastrophen voraus sowie die Unverwestheit ihres Körpers als Zeichen der Echtheit ihrer Schauungen und Botschaften. Die Unversehrtheit wurde bei ihrer Exhumierung (in Anwesenheit des Fernsehens) 1972 bestätigt; dabei lag ihr Sarg in sehr feuchter Erde und war mit Wasser gefüllt..

Lit.: Cavelti, Christof: Leonie van den Dijck. Seherin u. Sühneseele in Onkerzeele. Eschen/CH: Selbstverlag, 1982.