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Wunderheilung von Marie Simon-Pierre Normand

Wunderheilung von Marie Simon-Pierre Normand

Wunderheilung von Marie Simon-Pierre Normand

Als Wunder zur Seligsprechung von Papst Johannes Paul II. wurde die Heilung der Sr. Marie Simon-Pierre Normand von der Parkinsonkrankheit anerkannt.

Marie Simon-Pierre Normand wurde 1961 in Rumilly-en-Cambrésis bei Cambrai in Nordfrankreich geboren. Mit 21 Jahren trat sie in die Kongregation „Kleine Schwestern der Katholischen Mutterschaft“ (Petites Sœurs des Maternités Catholiques) ein, wo sie als Hebamme arbeitet.

Im Juni 2001 wurde bei Sr. Marie im Rahmen einer medizinischen Untersuchung die Diagnose Parkinson gestellt, was bei ihrem Alter von 40 Jahren überraschte. Die Krankheit hatte die gesamte linke Körperhälfte befallen und bereitete der Linkshänderin erhebliche Schwierigkeiten.
Bei Morbus Parkinson, auch Schüttelkrankheit genannt, handelt es sich um eine langsam fortschreitende neuro-degenerative Erkrankung des extrapyramidal-motorischen Systems durch das vornehmliche Absterben der Dopamin produzierenden Nervenzellen in der Substantia nigra (einer Struktur im Mittelhirn). Durch den Mangel an dem Botenstoff kommt es zu einer Verminderung der aktivierenden Wirkung der Basalganglien auf die Großhirnrinde, was zu folgenden Leitsymptomen führt: Muskelstarre, verlangsamte Bewegungen bis hin zur Bewegungslosigkeit, Muskelzittern und Haltungsinstabilität. Daneben sind verschiedene sensible, vegetative, psychische und kognitive Störungen möglich.
Sr. Marie verspürte zunächst vor allem Behinderungen an der linken Hand und am linken Fuß. Bald nach der Diagnose empfand sie auch Unbehagen, wenn sie Papst Johannes Paul II. mit seiner Parkinsonkrankheit im Fernsehen sah. Andererseits bewunderte sie ihn ob seiner Gelassenheit und fand sich mit ihrer Situation ab.
Nach drei Jahren folgte auf die erste Krankheitsphase eine fortschreitende Steigerung bestimmter Symptome, wie Zittern, Steifheit, Schmerzen und Schlaflosigkeit. Vom 2. April 2005 an verschlechterte sich ihr Zustand dann von Woche zu Woche und Tag für Tag. Sie konnte als Linkshänderin nicht mehr schreiben. Versuchte sie es, war das, was sie schrieb, unleserlich. Mit dem Auto konnte Sr. Marie nur mehr kurze Strecken fahren, weil der linke Fuß zuweilen erstarrte. Trotz allem arbeitete sie weiterhin im Spital, brauchte jedoch viel mehr Zeit, da sie unter Erschöpfung litt
Zu Ostern 2005 wollte sie Papst Johannes Paul II., mit dem sie sich inzwischen sehr verbunden fühlte, im Fernsehen anschauen, da sie das Empfinden hatte, dass es das letzte Mal sein würde. Sie bereitete sich den ganzen Morgen auf die Begegnung vor, weil sie wusste, dass es für sie sehr schwer sein würde zu sehen, wie es mit ihr in einigen Jahren sein würde. Ein unerwarteter dienstlicher Einsatz verhinderte jedoch ihre Begegnung via TV. Am 2. April dann kam die Nachricht vom Tod des Papstes. In Sr. Marie brach eine Welt zusammen, weil sie das Gefühl hatte, einen Freund verloren zu haben, der sie verstand. In den folgenden Tagen empfand sie eine unendliche Leere, aber auch die Sicherheit seiner Gegenwart.


Am 13. Mai, dem Fest unserer Lieben Frau von Fatima, gab Papst Benedikt XVI. die Erlaubnis, das Seligsprechungsverfahren für Papst Johannes Paul II. einzuleiten. Am Tag darauf begann ihre Ordensgemeinschaft, Papst Johannes Paul II. um Heilung für Sr. Marie anzurufen.

Am 1. Juni fühlte sich Sr. Marie am Ende. Sie konnte kaum noch gehen und stehen. Am 2. Juni 2005 bat sie die Oberin um Erlaubnis, ihre Arbeit aufgeben zu dürfen. Diese ersuchte sie jedoch, noch bis zur Rückkehr aus Lourdes auszuharren, wohin sie ihre Kommunität zu schicken gedachte, und fügte hinzu: „Papst Johannes Paul II. hat noch nicht das letzte Wort gesprochen.“ Dann drückte ihr die Oberin eine Feder in die Hand und sagte: „Schreib ,Johannes Paul II.‘. Sie tat, wie ihr geheißen, die Schrift war aber nicht lesbar. Und Marie setzte ihre Arbeit wie gewohnt fort.
Gegen 21 Uhr ging sie in ihr Büro und verspürte den Drang, die Feder in die Hand zu nehmen und zu schreiben, so als würde jemand zu ihr sagen: „Nimm die Feder und schreib!“ Es war zwischen 21.30 und 21.45 Uhr. Zu ihrer großen Verwunderung stellte sie fest, dass das Geschriebene klar lesbar war. Sie machte sich darüber aber noch keine Gedanken und ging zu Bett. Seit dem Tod Johannes Pauls II. waren genau zwei Monate vergangen. Um 4.30 Uhr wachte sie auf und war völlig überrascht, dass sie hatte schlafen können. Sie stand auf. Ihr Körper war nicht mehr unsensibel und steif, auch innerlich war sie nicht mehr dieselbe. Dann hatte sie den starken inneren Drang, vor dem Allerheiligsten Altarsakrament zu beten, und empfand dabei ein unbeschreibliches Wohlgefühl. Gegen 6 Uhr ging sie die etwa 50 m zur Kapelle, um am Gemeinschaftsgebet der Schwestern und an der folgenden Messfeier teilzunehmen. Auf dem Weg zur Kapelle bemerkte sie, dass sie den linken Arm bewegen konnte. Zudem verspürte sie eine Beweglichkeit des Körpers, wie sie sie schon lange nicht mehr gehabt hatte. Während der Messfeier war sie voller Freude. Es war der 3. Juni 2005, das Fest des Heiligsten Herzens Jesu. Sr. Marie fühlte sich gesund und nahm keine Medikamente mehr. Sie sprach darüber mit ihrer Oberin Marie Thomas. Die beiden vereinbarten, bis zum 7. Juni darüber zu schweigen.

An besagtem 7. Juni ging Sr. Marie dann, wie vereinbart, zum Neurologen, der sie die letzten vier Jahre behandelt hatte. Er stellte fest, dass alle Symptome der Krankheit verschwunden waren, obwohl Sr. Marie die Therapie schon vor 5 Tagen eingestellt hatte. Auch nach zehn Monaten fühlte sie sich noch gesund und wohlauf.

Kirchliche Untersuchung
Die Oberin informierte zunächst nicht den Ortsbischof, sondern den Postulator von Papst Johannes Paul II., Msgr. Slawomir Oder. Dieser kam daraufhin zweimal nach Frankreich, um mit Sr. Marie zu sprechen, die, wie ihre Mitschwestern, die Heilung der Fürbitte Papst Johannes Pauls II. zuschrieb. Da sich die Heilung als außergewöhnlich erwies, ersuchte Oder den zuständigen Bischof der Diözese Aix-en-Province, Erzbischof Claude Feidt, den Fall zu untersuchen. Dieser beauftragte, den allgemeinen Vorschriften entsprechend, eine Kommission aus Experten der Neurologie und Psychiatrie. Zudem wurde ein Handschriftenexperte eingeschaltet, zumal die Handschrift ein wichtiges Indiz für Parkinson ist. Auch Theologen und Kirchenrechtler nahmen daran teil, nicht aber, wie üblich, der behandelnde Arzt.
Die Untersuchung dauerte ein Jahr, wobei Sr. Marie an Leib und Seele gründlich geprüft wurde. Da das Schlussurteil „wissenschaftlich nicht erklärbar“ lautete, schickte der Bischof am 2. April 2007 die Akten an den Postulator nach Rom. Dort wurde der Fall von der zuständigen Ärztekommission der Heiligsprechungskongregation, der Consulta Medica, bearbeitet und nach den heutigen Kenntnissen der Wissenschaft für nicht erklärbar befunden. Da 2009 Zweifel an der tatsächlichen Heilung auftauchten, wurde das Verfahren ein zweites Mal aufgerollt. Am 21. Oktober 2010 wurde dann von der Consulta Medica die Heilung von Sr. Marie Simon-Pierre Normand von der Parkinsonkrankheit einstimmig als wissenschaftlich nicht erklärbar bezeichnet.
Daraufhin anerkannte die Theologenkommission am 14. Dezember 2010 einstimmig die an den Diener Gottes Johannes Paul II. gerichtete Anrufung und die auf dessen Fürbitte bewirkte Heilung. Am 11. Januar 2011 wurde die Heilung auch in der Ordentlichen Sitzung (Congregatio ordinaria) der Kardinäle und Bischöfe als Wunder anerkannt, insofern sie von Gott in einer wissenschaftlich nicht erklärbaren Form auf die Fürbitte von Papst Johannes Paul II. bewirkt wurde, nachdem dieser von der Geheilten selbst und von vielen anderen Gläubigen angerufen worden war.
Schließlich approbierte Benedikt XVI. am 14. Januar 2011 die Beschlussfassung der Congregatio ordinaria und ordnete den Erlass des diesbezüglichen Decretum super miraculo an.

Seligsprechung Johannes Pauls II.
Am 1. Mai 2011 erfolgte die Seligsprechung Johannes Pauls II., die Sr. Marie Simon am Fernsehen verfolgte. Bei der Heiligsprechung am 27. April 2014 nahm die Schwester dann persönlich teil und trug eine Fürbitte vor