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IGW - INSTITUT FÜR GRENZGEBIETE DER WISSENSCHAFT - RESCH VERLAG

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Prof. P. Ferdinand Franz Josef Zahlner

Prof. P. Ferdinand Franz Josef Zahlner

Prof. P. Ferdinand Franz Josef Zahlner
(1936 –2014)

Prof. P. Ferdinand Zahlner wurde am 17. Mai 1936 in Laa an der Thaya, Österreich, geboren. Nach dem Besuch der dortigen Volksschule und zwei Klassen Hauptschule studierte er am Gymnasium
der Redemptoristen in Katzelsdorf und trat 1955 in die Kongregation der Redemptoristen ein. Nach der Matura 1957 absolvierte er von 1957–1963 das Theologiestudium an der philosophisch-theologischen
Lehranstalt der Redemptoristen in Mautern, Steiermark. In dieser Zeit begann auch schon seine  Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Paranormologie mit Andreas Resch. 1962 wurde Zahlner in Mautern
zum Priester geweiht.

Von 1963 –1969 absolvierte er an der Universität Wien das Lehramtsstudium in Biologie, Psychologie und Philosophie. Von 1967 bis 1998  unterrichtete P. Zahlner dann am Gymnasium Katzelsdorf/Leitha Biologie, Philosophie und teilweise auch Chemie.

Von 1970 –1985 leitete er die „Arbeitsgemeinschaft für Parapsychologie“ an der Wiener Katholischen Akademie in Nachfolge von Prof. Dr. Peter  Hohenwarter und mit Herausgabe der internen periodischen Informationsschrift „AGP-Information“. 1975 wurde ihm der Titel Professor verliehen.
Von 1975 bis 1981 und von 1987 bis 1993 war Zahlner Rektor des Kollegs in Katzelsdorf. Daneben war er Seelsorger im Landespflegeheim in Wiener Neustadt sowie unter anderem Seelsorger in der Cursillo-Bewegung und geistlicher Begleiter vieler Personen, besonders auch aus dem Kreis der „Alt-Katzelsdorfer“. Durch 40 Jahre war er Mitarbeiter der „Klemensblätter“ und ab 1997 Provinzarchivar und Chronist, woraus zahlreiche Veröffentlichungen entstanden. 2012 ernannte ihn die Gemeinde Katzelsdorf an der Leitha zum Ehrenbürger.
Zur Entspannung arbeitete P. Zahlner als großer Naturkenner und -liebhaber im Klostergarten in Katzelsdorf. Zudem gehörte er auch viele Jahre als gewählter Kapitular dem Provinzkapitel der Wiener Redemptoristen-Provinz an. Ab Sommer 2012 war er Mitglied des Klosters Maria am Gestade in Wien.
Die letzten acht Jahre waren von einer unheilbaren Krebserkrankung gekennzeichnet, der er schließlich am Sonntag, den 23. März 2014, erlag. Am 2. April wurde er auf dem Wiener Zentralfriedhof in der Grabstätte der Redemptoristen bestattet.

Die in den 1950er Jahren begonnene Zusammenarbeit bei der Suche nach dem Unerklärlichen, in erster Linie den verborgenen Seelenkräften, führte uns als Studenten der Theologie in Mautern in die dunklen Kellerräume des Klosters, wo wir uns, neben magischen Praktiken und Zauberkünsten, auch gegenseitig zu hypnotisieren versuchten, was dann beiderseits zu einem tieferen Einsatz für die Ergründung des Paranormalen führte. Es blieb natürlich nicht aus, dass wir vom Umfeld etwas belächelt wurden. Daher schrieb ich in einem Sketch zum Fasching u. a. für P. Zahlner die aufmunternden Worte: „Hämmere hin, wie auf’s harte Eisen, denn in der Zukunft liegt das Schöne und im Verborgenen der Stein der Weisen!“
Neben zahlreichen Vorträgen zu Fragen der Paranormologie und den Grenzgebieten der Theologie und Naturwissenschaft verfasste Zahlner vor allem als Mitarbeiter der Zeitschrift Grenzgebiete der Wissenschaft (GW) eine Reihe von Veröffentlichungen (s. u.).

Wie folgende Auflistung der Themen zeigt, fallen seine Arbeiten in die Bereiche Definition, Geschichte, Phänomenologie und Religion. Als Naturwissenschaftler, Theologe und Philosoph konnte er die genannten Bereiche nicht nur fachlich ansprechen, sondern auch in vergleichender Form abgrenzen und verbinden. Dabei half ihm seine außergewöhnliche Fähigkeit, die einzelnen Phänomene in einem scharfen historischen Blick und gediegenem Wissen zu definieren, historisch einzuordnen, philosophisch zu filtern und theologisch zu beurteilen. Dieses Wissen gestattete es ihm auch, die angesichts der üblichen Ablehnung der Grenzphänomene durch die offizielle Wissenschaft, die Theologie eingeschlossen, aus diesem Lager kommenden Angriffe durch rasiermesserscharfe Formulierungen im Keim zu ersticken, konnte er doch auf all den genannten Ebenen fachlich agieren. Hinzu kommen noch seine besondere Nase für geschichtliche Begebenheiten und seine Fähigkeit, Aussagen und Phänomene definitorisch darzustellen.
Bereits 1972 verfasste Zahlner sein Kleines Lexikon zu Paranormologie, das Jahre hindurch als Nachschlagewerk diente. In seiner mittlerweile vergriffenen Schrift Paranormologie und christlicher Glaube liefert er einen Abriss der Grenzphänomene im Kontext des Religiösen.  Mit dem Personenlexikon zur Paranormologie schließlich hat er über alle ideologischen Grenzen hinweg ein Nachschlagewerk über die vielfältigsten Persönlichkeiten aus dem Bereich der Paranormologie geschaffen, das heute bereits als Standardwerk gilt. Zahlner war auch Mitglied von IMAGO MUNDI und langjähriger Vizepräsident des IGW.
Zusammenfassend kann seine Arbeit als phänomenoffen, wissenschaftlich strukturiert und definiert bezeichnet werden – stets getragen vom Bewusstsein, dass alles Wissen zeitlich begrenzt ist und die Person nur im Glauben den Tod überdauert.

Die folgende Auflistung seiner Arbeiten im Bereich der Grenzgebiete der Wissenschaft soll die Vielfalt seiner geistigen Ausrichtung veranschaulichen. Sein Andenken sei uns Vermächtnis.

Bücher:
1972     Kleines Lexikon der Paranormologie. Abensberg: Josef Kral, 1972.
1988     Paraphänomene und christlicher Glaube. Innsbruck: Resch, 1982, 21988.
2011     Personenlexikon zur Paranormologie. Innsbruck: Resch, 2011.

Artikel:
1967/1968 Resch – Schermann – Zahlner: Grenzgebiete der Wissenschaft (GW), S. 3.
1967/1968 Der Fall Maria Schnabel (GW), S. 49.
1975     Wunder und Paranormologie. Grundsätzliche Überlegungen zu einer aktuellen Frage (GW), S. 181.
            1977/1978 Zur Chronik der Paranormologie (GW), S. 179.
1979      20 Jahre Arbeitsgemeinschaft f. Parapsychologie (AGP) 1958 –1978 (GW), S.     200.
1980     Grenzerfahrungen zwischen Immanenz und Transzendenz (GW), S. 35.
1981     Paraphänomene und christlicher Glaube. Überlegungen und Beispiele zur verglechenden
             Phänomenologie des Paranormalen und  Religiösen (GW), S. 101.
1985     Spiritismus und spiritistische Praktiken (GW), S. 212.
1985     Kirche und Parapsychologie, in: Für Kirche u. Heimat. Festschrift Franz Loidl zum
              80. Geburtstag. Wien: Herold, 1985 (mit Bibliografie der Publikationen Hohenwarters).
1986     Das Paranormale und Okkulte vor dem Anspruch von Theologie und Wissenschaft (GW), S. 3.
1986     Ferdinand Zahlner (GW 3/1986), S. 275.
1987     Außergewöhnliche Begebenheiten im Leben des hl. Alfons von Liguori, in:
              Klemensblätter 53 (1987), 62f. und 86f.
1988     Paranormologie und christlicher Glaube (GW 1/1988), S. 3.
1988     Paranormologie und christlicher Glaube (GW 2/1988), S. 99.
1999     Spiritismus. Eine Herausforderung für Parapsychologie und Theologie (GW), S. 3.
2000     Im Banne des Millenniums? (GW), S. 3.
2005     Kontakte mit dem Jenseits?! (GW), S. 43.
2011     Para-Phänomene im Ereignishorizont von Mystik und Wunder (GW 2/2011), S. 125.
2011     Paranormale Blut- und Tränenphänomene im religiösen Kontext (GW 3/2011), S. 221.
2012     Zeichen und Erscheinungen „von drüben“? (GW 2/2012), S. 155.
2012     Zur Wirklichkeitsdimension transzendenter Geistwesen und ihren Bewirkungen
             (GW 4/2012), S. 345.
2013     Zur sog. Anziehungskraft des Bezüglichen. Paranormales im Netz von Zufall,
            Synchronizität und Vorsehung (GW 4/2013), S. 335.

Andreas Resch

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