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Heilige

Rebecca Petra Choboq Ar-Rayès

Rebecca Petra Choboq Ar-Rayès

Rebecca Petra Choboq Ar-RayèsREBECCA PETRA
CHOBOQ AR-RAYÈS

(1832–1914)

PROFESSNONNE
DES LIBANESISCHEN ORDENS DER MARONITEN

Heiligsprechung: 10. Juni 2001
Fest: 23. März

Die heilige REBECCA (RAFQA) AR-RAYÉS, Professnonne aus dem Libanesischen Orden der Baladiten des maronitischen Antoniusordens, wurde am 29. Juni 1832 im libanesi­schen Dorf Himlaya bei Bikfaya geboren und am darauffolgenden 7. Juli auf den Namen Petra (Boutrous­sieh) getauft. Ihr Vater war Mourad Saber Al-Choboq Ar-Rayès; ihre Mutter Rafqa entstammte der Fa­milie El Gemayel. Petra war die einzige Tochter. Die Eltern erzogen sie zu einem soliden christlichen Leben und lehrten sie täglich zu beten.

1839, als Petra sieben Jahre alt war, starb die Mutter, der sie sehr zugetan war. Der Vater fiel daraufhin in Armut und schickte seine Tochter 1843 nach Damaskus in den Dienst bei Asaad al-Badawi, einem gebürtigen Libanesen, wo sie vier Jahre blieb. 1847 kehrte sie nach Hause zurück und musste feststellen, dass der Vater inzwischen eine Frau namens Kafa geheiratet hatte. Petra war sehr enttäuscht. Sie war damals 15 Jahre alt und nach dortigem Brauch nunmehr im heiratsfähigen Alter. Die Stiefmutter wollte sie ihrem Bruder zur Frau geben, eine Tante mütterlicherseits hingegen ihrem Sohn. Es kam so zu großen Unstim­migkeiten in der Familie, auch weil das Mädchen sich zum Ordensleben beru­fen fühlte. Petra war traurig und flehte zum Herrn, er möge sie doch aus dieser schwierigen Lage befreien. Nachdem sie wieder zu ihrer Arbeitsstelle zurückgekehrt war, versuchte sie der Vater nach Hause zu holen, doch Petra wollte nicht zurück. Sie wartete darauf, endlich 21 zu werden. In der Zwischenzeit verbrachte sie einige Jahre im Dienst bei einer libanesischen Familie in Damaskus. Ihr Entschluss stand fest, sodass sie dem Drängen des Vaters und der Stiefmutter erfolgreich stand­halten konnte.

Nach Erreichen der Volljährigkeit trat Petra Anfang Januar 1853 in die Kongregation der Mirjam-Schwestern ein, die allgemein unter der Bezeichnung „Jesuitinnen“ bekannt waren und im Kloster Unserer Lieben Frau von der Befreiung in Bikfaya lebten, das am 1. Januar 1853 von dem Jesuiten Josef Gemayel für die religiöse Erziehung und Ausbildung junger Mädchen gegründet worden war. Beim Betreten der Kirche verspürte sie eine unbeschreibliche Freude. Ein einziger Blick auf das Bild Unserer Lieben Frau von der Befreiung genügte, um in ihr den Ruf zur Weihe an Gott zu bekräftigen: „Dur wirst Ordensfrau werden“, sagte eine Stimme in der Tiefe ihres Herzens. Die Oberin nahm Petra auf, ohne Fragen zu stellen. Petras Vater und seine Frau kamen zum Kloster, um sie von ihrem Entschluss abzubringen, doch vergeblich. Sie sollte nie mehr nach Hause kommen.

Nach zwei Jahren Postulat nahm Petra am 9. Februar 1855, dem Fest des hl. Maron, das Ordenskleid und begann von nun an unter dem Namen Anissa, Agnes, das Noviziat. Im Jahr darauf, am 2. Februar 1856, legte sie die einfachen Gelübde ab, die sie jährlich erneuerte, bis sie am 1. August 1858 in das damals von den Jesuiten geleitete Seminar von Ghazir versetzt wurde, um den Mädchen, die bei den Mirjam-Schwestern eintreten wollten, eine entsprechende Ausbildung zu vermitteln. Hier blieb sie sieben Jahre als Ordenschwester. Darüber hinaus verrichtete sie Küchendienst und lernte, neben den Arbeiten im Haus, in ihrer Freizeit Arabisch, Kalligraphie und Mathematik.

Während der schweren Auseinandersetzungen im Jahre 1860 wurde Schwester Agnes nach Deir-El-Kamar geschickt, wo sie bei einem Jesuiten wohnte. „In jenem Jahr kam es zu den allseits bekannten Kämpfen und Massakern. Als ich eines Tages durch die Stadt ging, sah ich, wie ein Soldat ein Kind verfolgte, um es zu töten. Als es mich erblickte, lief es auf mich zu. Ich umhüllte es mit meinen Gewändern und bewahrte es so vor Grausamkeit und Barbarei... Dann gebot mir mein Gehorsam, an die von den Mirjam-Schwestern geleitete Schule von Gebail zu gehen, wo ich ein Jahr lang die Mädchen unterrichtete.“

Auf Betreiben eines reichen Grundbesitzers aus Ma’ad namens Antonius Issa erhielt Agnes die Erlaubnis, an jenem Ort zu unterrichten; sie kam der Aufgabe sieben Jahre lang nach. In dieser Zeit war sie nicht nur eine gewissenhafte und aufmerksame Leh­rerin, sondern erwies sich durch ihr Beispiel in Wort und Tat auch als echte Dienerin Gottes. Sie lebte mitten unter den Menschen wie in einem Kloster, von allen geliebt und als auserwählt betrachtet, wie eine Zeugin, die sieben Jahre lang ihre Schülerin war, bestätigt: „Sie unterwies uns in der christlichen Lehre und führte uns in alle religiösen Feiern ein... Sie lebte im Haus von Antonius Issa... wie in einem Kloster; sie machte lediglich Krankenbesuche, vor allem bei den Verwandten ihrer Schülerinnen.“

Im Zuge der religiösen Verfolgung, der Ausweisung der Jesuiten und, 1871, der Aufhebung der Kongregation der Mirjam-Schwestern, denen Agnes angehörte, kehrten viele Schwestern in das bürgerliche Leben zurück, während Agnes selbst, trotz des bestehenden Angebots, ihr Apostolat als Lehrerin auch weiterhin auszuüben, eine innere Stimme vernahm, die zu ihr sagte: „Du wirst Nonne.“ Nach inbrünstigem Gebet sah sie im Traum den hl. Georg, den hl. Simeon den Styliten und den hl. Antonius d. Gr., den Mönchsvater, der ihr riet, in den Orden der libanesischen Maroniten einzutreten, der 1695 gegründet wurde und sich am alten Mönchstum inspirierte.

Antonius Issa half ihr bei der Übersiedlung von Ma’ad zum Kloster St. Simon Al-Qarn in Aito, wo sie mit 39 Jahren am 12. Juli 1871 bei den Nonnen des Libanesischen Maronitenordens das Noviziat begann. Zwei Jahre später, am 25. August 1873, legte sie die feierli­che ewige Profess ab und nahm dabei den Namen Rafqa (Rebecca) an. Rafqa war eine echte und mustergültige Ordensschwester, die in inniger Verbindung mit dem Herrn lebte, betete, arbeitete und die Mitschwestern durch ihr Beispiel ermunterte und mit ihrem Rat tröstete. Sie war stets voller Enthusiasmus und Geschäftigkeit und erfreute sich auch guter Gesundheit.

Nach einigen Jahren verspürte sie jedoch den Wunsch, sich ganz dem Herrn zu weihen, um auch mit ihrem Leiden an dem teilzuhaben, was Christus erlitten hatte. Und so wandte sie sich am Rosenkranzsonntag des Jahres 1885, während sie allein betete, mit folgenden Worten an Gott: „Warum, mein Gott, ent­fernst Du Dich von mir? Warum verlässt Du mich? Du schickst mir keine Krankheit mehr! Hast Du mich vielleicht schon aufgegeben?“

Der Herr nahm dieses Sühneopfer an. So berichtet sie: „Im Augen­blick des Einschlafens spürte ich einen stechenden Schmerz am Kopf, der sich auf meine Augen ausdehnte und mich zu dem machte, was ich heute bin: blind und gelähmt.“ Dieser Zustand verschlimmerte sich zusehends, sodass ihr ein Auge entfernt werden musste. Die Operation wurde von einer gänzlich unerfahrenen Person durchgeführt, was ihr Leiden noch verschlimmerte und auch das linke Auge in Mitleidenschaft zog, sodass es nach und nach erblindete, bis sie schließlich vollkommen blind war. Die restli­chen 30 Jahre ihres Lebens verbrachte Rafqa in völliger Blindheit. Das Haupt, die Stirn, Augen und Nase waren wie von einem glühenden Speer durchdrungen. Doch trotz dieses Leidens, welches Augenschmerzen und Blindheit verursach­te, und trotz der damals einsetzenden starken Knochenschmerzen arbeitete sie wei­ter und lehrte die jungen Nonnen die arabische Sprache. Sie war geradezu glücklich über ihren Zustand, weil sie alles hatte, was ihr Herz begehrte.

Sie wurde so beispielgebend für alle Schwestern. Die gesamte Kommunität be­zeichnete sie als eine Heilige. Als 1897 das neue Kloster des hl. Joseph Al­Dahr in Jrabta eröffnet wurde, schickte man zusammen mit fünf anderen Schwes­tern auch Rafqa hin. Dort führte sie 17 Jahre hindurch bis zu ihrem Tod ein Leben des Gebets, der Arbeit und – bedingt durch ihre schweren Krankheiten – des Martyriums. 1907 verspürte sie heftige Schmerzen an den Beinen, als würden sie von Lan­zen durchbohrt: Wunden öffneten sich, der Körper verharrte in völliger Unbe­weglichkeit, das Kinn berührte ihre Knie. Ihre Lippen aber murmelten Gebete zum leidenden Christus, den sie nachahmen wollte: „Eins mit der Wun­de an Deiner Schulter; mit der Dornenkrone, mit den von der Lanze... den Dornen... dem Kreuz verursachten Schmerzen.“ Dergestalt war ihr Einheitsgefühl mit dem leidenden Christus, denn außer mit Blindheit geschlagen war sie in den letzten sieben Jahren ihres Lebens auch noch gelähmt und nahezu ständig an das Bett gefesselt. Dennoch schien sie heiter und gelassen – glücklich darüber, an der Passion Jesu Christi teilzuhaben. Sie unterwarf sich ganz der Mutter Oberin, wobei sie versuchte, sich mit ihrem Rat, ihrem Gebet und auch manueller Arbeit nützlich zu machen.

In den letzen Jahren verschlimmerte sich die Krankheit, doch Rafqa blieb stark, bewahrte ihren Frohsinn und dankte Gott für ihre Leiden, als lebte sie in einer anderen Welt. So antwortete sie kurz vor ihrem Tod auf eine entsprechende Frage der Oberin: „Es gibt nichts in meinem Leben, das der Erinnerung wert wäre.“

Rafqa starb am 23. März 1914 im Alter von 82 Jahren im Kon­vent des hl. Joseph Al-Dahr in Jrabta. Drei Tage später wurde sie in dem für die Schwestern bestimmten Grab unter großer Anteilnahme der Bevölkerung beigesetzt, die sich vom Ruf der Heiligkeit, den sie bei allen genoss, angezogen fühlte. Am 10. Juli 1927 wurden die sterblichen Überreste in die Kirche des Klosters des hl. Joseph, Jrabta, Batroun, Libanon, übertragen.

Am 10. Juni 2001 wurde Rafqa Petra Choboq Ar-Rayès von Papst Johannes Paul II. heiliggesprochen, der sie am 17. November 1985 seliggesprochen hatte.

 

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