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Heilige

Manuel González García

Manuel González García

Manuel Gonzalez GarciaMANUEL GONZÁLEZ GARCÍA

(1877 – 1940)

BISCHOF UND GRÜNDER
DER KONGREGATION DER EUCHARISTISCHEN MISSIONARINNEN
VON NAZARETH

Seligsprechung: 29. April 2001
Heiligsprechung: 16. Oktober 2016
Fest: 4. Januar

Manuel González García wurde am 25. Februar 1877 als viertes von fünf Kindern einer einfachen und tiefgläubigen Familie in Sevilla, Spanien, geboren. Sein  Vater, Martín González Lara, war Tischler und arbeitete in einem Kolleg der Salesianer, während sich die Mutter, Antonia García, von Beruf Schneiderin, um den Haushalt kümmerte. Bei der Taufe erhielt der Kleine den Namen Manuel. Das intensive christliche Leben der Familie und das Beispiel frommer Priester führten ihn zur Entdeckung seiner Berufung. Ohne seine Eltern davon in Kenntnis zu setzen, stellte er sich 1889 im Alter von 12 Jahren den für die Aufnahme in das Seminar vorgesehenen Prüfungen, und die Seinen akzeptierten diesen überraschenden Schritt ihres Sohnes vorbehaltlos als Ausdruck göttlichen Willens. Manuel, der sich der schwierigen wirtschaftlichen Situation der Familie wohl bewusst war, verdiente sich das Geld für die Ausbildung durch Arbeit als Hausangestellter im Seminar.

Als Seminarist zeichnete er sich durch Intelligenz und Ehrlichkeit aus. Mit 15 Jahren war sein Leben in Gefahr. Schließlich jedoch erreichte er das lang ersehnte Ziel: Am 21. September 1901 erhielt er durch die Hände des seligen Kardinals Marcello Spinola die Priesterweihe. 1902 wurde er zu einer Mission nach Palomares del Rio geschickt, wo er ein besonderes Erlebnis hatte, das für sein gesamtes priesterliches Leben bestimmend sein sollte. Er selbst beschreibt diese Erfahrung mit folgenden Worten: „Ich begab mich direkt zum Tabernakel... und was für ein Tabernakel das war, mein Gott! Ich musste dort all meinen Glauben aufbringen und  meinen ganzen Mut zusammennehmen, um nicht kehrt zu machen und nach Hause zu laufen. Aber ich bin nicht geflohen. Dort, auf den Knien... erfuhr mein Glaube einen so schweigsamen, so geduldigen, so guten Jesus, der mich ansah... der mir so viele Dinge sagte und mir noch mehr Fragen stellte; in seinem Blick spiegelte sich die ganze Traurigkeit wieder, die wir aus dem Evangelium kennen... Der Blick Jesu in diesen Tabernakeln ist einer, der sich in der Seele wie ein Nagel festsetzt und den man nie mehr vergisst. Er wurde für mich zum Ausgangspunkt, um meinen ganzen priesterlichen Auftrag zu erkennen, zu verstehen und vorauszusehen.“ Von jenem Tag an bekehrte sich González Garcia zu einem eifrigen Verehrer und Apostel der Eucharistie. Drei Jahre lang übte er seine Mission in Sevilla in einem Altenheim aus, wo er anfing, Anbetungsgruppen für das Allerheiligste aufzubauen

Im März 1905 wurde er von Spinola zum Ökonom der Pfarre St. Peter von Huelva, einer kleinen Stadt von 10.000 Einwohnern, ernannt. Dort sah er sich einer erheblichen religiösen Gleichgültigkeit und einem Hass auf die Kirche gegenüber, heraufbeschworen von englischen Technikern und Ingenieuren, die zum Schürfen der Minen von Rio Tinto gekommen waren. Don Emanuel wusste, dass es für die Bekehrung des Volkes vor allem des Gebets bedurfte. Täglich begab er sich um 5 Uhr früh in die Kirche und verweilte dort bis 10 Uhr, entweder betend vor dem Tabernakel oder im Beichtstuhl, wo er auf mögliche Pönitenten wartete. Er begnügte sich aber nicht mit dem Gebet allein. Als Pfarrer der Pfarrei St. Peter und als Erzpriester von Huelva besuchte er auch die Kranken und kümmerte sich um das Los der armen Familien und der Kinder. Er eröffnete neue Schulen, setzte die Katechese wieder ein, kämpfte gegen die freien Verbindungen und die zivilen Beerdigungen. Dazwischen veröffentlichte er das erste seiner zahlreichen Bücher: Was ein Pfarrer heute vermag – eine Arbeit, die zum Bezugspunkt für die Priester wurde.

Am 4. März 1910 legte Don Emanuel vor einer Gruppe von Frauen, treuen Mitstreiterinnen seiner apostolischen Tätigkeit, mit Nachdruck seinen großen Herzenswunsch dar: „Gestattet mir, dass ich des öfteren eure karitative Fürsorge zugunsten der armen Kinder und aller verlassenen Armen anrufe und heute eure Aufmerksamkeit und Mitarbeit auf das am meisten Vernachlässigte von allen lenke: das Allerheiligste Altarsakrament. Ich ersuche euch um eine Liebesspende für Jesus im Altarsakrament... aus Liebe zu Maria Immakulata und zu diesem so wenig beachteten Herzen. Ich bitte euch, dass ihr alle zu einer Maria für diese verlassenen Tabernakel werdet.“
Auf diese Weise entstand das „Werk der drei Marien und der Jünger des Heiligen Johannes für die Kalvarien-Tabernakel“(Obra de las tres Marias y de los discipulos de san Juan para los Sagrados-Calvarios) als Antwort der Sühneliebe auf die Liebe Christi in der Eucharistie. Im gleichen Jahr gründete er auch die Eucharistische Sühne der Kinder.

Die rasche Verbreitung dieser Eucharistischen Sühneunion in anderen Diözesen Spaniens und Amerikas durch die Zeitschrift El Granito de Arena (Das Sandkorn), die Don Emanuel schon früher gegründet hatte, zwang ihn nach Rom zu gehen, um die Approbation des Papstes zu erbitten. Am 18. November 1912 wurde er von Papst Pius X. in Audienz empfangen und als „Apostel der Eucharistie“ vorgestellt. Der hl. Pius X. nahm regen Anteil an seinen apostolischen Aktivitäten und erteilte dem Werk seinen Segen.

Inzwischen richtete der Nuntius von Madrid sein Augenmerk auf den Erzpriester, der nun bereits 38 Jahre alt und der berühmteste Priester Spaniens war. Im Dezember 1915 wurde er zum Weihbischof von Malaga ernannt und am 16. Januar 1916 empfing er die Bischofsweihe, wobei er betonte, dass er „der Bischof der verlassenen Tabernakel“ sein wolle. 1918 gründete González Garcia die Priester Missionare der Eucharistie und 1920 wurde er zum Residenzbischof desselben Bischofssitzes ernannt – ein Umstand, den er mit einem Mahl für die armen Kinder anstatt für die Autoritäten feiern wollte, die zusammen mit den Priestern und den Seminaristen an dreitausend Kinder das Mittagessen austeilten.

In Malaga war seine Mission nicht einfach. Es belasteten ihn die Kritiken und Intrigen einer Gruppe von Priestern, die ihn infamer Dinge beschuldigten, weil sie Angst hatten, ihre Privilegien zu verlieren. Obwohl er auch mit seinen Gegnern geduldig war, sah er sich schließlich genötigt, dem Nuntius einen Brief zu schreiben, zu dem die Anschuldigungen gelangt waren. „Die Intrigen und die Umstände in Malaga machen mir das Leben schwer! Es bekümmert mich sehr, dass man mir in den Rücken fällt. Mich ermutigt allein der Gedanke, dass das Heiligste Herz Jesu das Opfer meiner Gesundheit, meines Friedens, meiner Ehre und meines Lebens annimmt…“
In diesem Vertrauen auf den Herrn ließ er sich nicht entmutigen. Genauso wie in Huelva baute er auch hier die Schulen und die pfarrliche Katechese aus und pflegte die einfache Predigt, wobei er sich mit jedem, dem er auf dem Weg begegnete, auf ein Gespräch einließ. Er besuchte die Pfarreien und verbreitete den Kult der Eucharistie durch speziell zu diesem Zweck gegründete Gemeinschaften. Seinen Priestern und den Mitgliedern der von ihm verwirklichten Gründungen schlug er als Weg zur Heiligkeit vor, „zur Hostie zu werden, um in der Einheit mit der konsekrierten Hostie zu sein“, was besagt, „sich absolut und unwiderruflich Gott und dem Wohle des Nächsten zur Verfügung zu stellen“.  

Garcia GonzalezAm 3. Mai 1921 versammelte Msgr. González in Malaga eine Gruppe von „Marien (Müttern???) der Tabernakel“ und errichtete unter der Leitung seiner Schwester Antonia († 14.04.1964), später Oberin des Instituts bis 1963 und als Mitbegründerin angesehen, die Kongregation der Eucharistischen Missionarinnen von Nazareth
Eine andere sehr wertvolle Initiative, die er in Malaga umsetzte, war der Bau des neuen Seminars, wo an die 300 Seminaristen aufgenommen werden konnten. Doch auch die Verwirklichung dieses Werkes brachte ihm herbe Kritiken ein.
Mit Errichtung der Republik in Spanien geriet er in eine heikle Situation. Am 11. Mai 1931 erfolgte ein direkter Angriff auf seine Person. Der Bischofspalast wurde angezündet. Unter Stößen und Drohungen mit Waffen trieb man ihn durch die dunklen Straßen der Stadt. Einer trug einen Strick, um ihm diesen um den Hals zu legen. Schließlich wurde der Bischof gezwungen, mit seinen Angehörigen und den Ordensschwestern vom Kreuz nach Gibraltar zu flüchten, um nicht jene in Gefahr zu bringen, die ihn beherbergten. Im Dezember 1931 kehrte er heimlich nach Ronda in der Diözese Malaga zurück. Im Oktober 1932 ging er nach Rom. Auf dem Rückweg besuchte er den Nuntius in Madrid, um ihm mitzuteilen, dass er bereit sei, nach Ronda zurückzukehren, gleichwohl er wusste, dass man ihn umbringen würde. Der Nuntius befahl ihm, in Madrid zu bleiben, von wo aus er die Diözese bis 1935 leitete. Da er alles verloren hatte, lebte er von Almosen, ertrug die verschiedensten Anschuldigungen, schrieb Bücher, war geistlicher Leiter von Personen, die nach Heiligkeit strebten, förderte die von ihm eingerichteten eucharistischen Werke und gründete 1932 das Institut der Hilfsmissionarinnen von Nazareth,heute bekannt als „Las Marias de los Sagrados“ (Die Marien/Mütter der Tabernakel), die in vielen Teilen der Welt präsent sind.

Am 5. August 1935 wurde González García zum Bischof von Palencia ernannt, wo er die letzten Jahre seines Amtes waltete. Auf dynamische Weise und voll der andalusischen Güte und Vornehmheit vermittelte er die Liebe zur Eucharistie, führte die Anbetung ein, bildete Katechisten aus und leitete Priester an. In den letzten Jahren seines Lebens verschlechterte sich seine Gesundheit zusehends. Am 4. Januar 1940 überantwortete er seine Seele dem Herrn und wurde in der Kathedrale von Palencia begraben, wo in der von ihm selbst verfassten Grabinschrift steht: „Ich ersuche darum, in der Nähe eines Tabernakels begraben zu werden, damit meine Gebeine nach meinem Tod, so wie meine Zunge und meine Feder im Leben, jene, die vorübergehen, immerfort gemahnen: Hier ist Jesus! Bleib hier! Lass ihn nicht allein!“
Am 29. April 2001 wurde Emanuel Gonzáles García von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen. Am 16. Oktober 2016 hat in Papst Franziskus heiliggesprochen

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