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Heilige

Ezechiel Moreno y Díaz

Ezechiel Moreno y Díaz

Ezechiel Moreno y DiazEZECHIEL MORENO Y DÍAZ

(1848 – 1906)

PROFESSPRIESTER
DES ORDENS DER
AUGUSTINER REKOLLEKTEN
BISCHOF VON PASTO

Heiligsprechung: 11. Oktober 1992
Fest: 19. August

Der heilige EZECHIEL MORENO Y DÍAZ wurde am 9. April 1848 als drittes von fünf Kindern des Felix Moreno und der Josefina Díaz in Alfaro, Provinz La Rioja, Spanien, geboren und am darauffolgenden Tag auf den Namen Ezechiel getauft. Aus seiner Kindheit sind keine weiteren Details bekannt, nur dass die Eltern ihren Kindern eine tief christliche Erziehung vermittelten. Der Vater, ein einfacher Schneider, der den Unterhalt für seine Familie mit seiner Hände Arbeit verdiente, war allenthalben wegen seiner Frömmigkeit bekannt. Ezechiel besuchte die öffentliche Schule, war Mitglied der örtlichen Musikkapelle und diente bei den Dominikanerschwestern als Ministrant und Sakristan.

 Schon bald verspürte er den Wunsch, sich dem Herrn zu weihen, und so studierte er von 1861 bis 1864 in seinem Heimatdorf Latein in der Absicht, im Nachbardorf Monteagudo in das Missionsnoviziat der Augustiner Rekollekten einzutreten, wo sich bereits sein Bruder Eustachius befand. Am 21. September 1864 verwirklichte er dann sein Vorhaben und nahm den Namen Ezechiel von der Rosenkranzmadonna an. Im Jahr darauf, am 22. September 1865, legte er die Gelübde ab und schwor den Eid, in die Mission auf die Philippinen zu gehen. Nach der Profess widmete er sich in Monteagudo dem Studium der Philosophie. Im September 1866 ging er nach Marcilla (Navarra), wo er drei Jahre Theologie studierte und von allen wegen seiner Frömmigkeit und seines Fortschritts beim Studium bewundert wurde.

 Am 4. Oktober 1869 wurde Moreno y Díaz mit 17 weiteren Mitbrüdern auf die Philippinen geschickt, wo er seine Studien in Manila abschloss. Unmittelbar nach der Priesterweihe am 3. Juni 1871, im Alter von 23 Jahren, wurde er gemeinsam mit seinem Bruder Eustachius auf die Insel Mindoro versetzt. Mit seinem integeren Verhalten, seiner Liebe zu den Kranken und seinem Einsatz zur Ausbreitung des Evangeliums erwarb er sich schon bald die Wertschätzung der Oberen, die ihm 1872 das delikate Amt eines Missionars und Feldkaplans im Rahmen einer Expedition der spanischen Regierung auf die Palawaninseln übertrugen. In der Militärkolonie ging er sofort mit seinem ganzen apostolischen und missionarischen Eifer ans Werk, stets auf der Suche nach Völkern, die Gott nicht kannten.

 Von schweren Fieberattacken heimgesucht sah er sich zur Rückkehr nach Manila gezwungen. Kaum genesen wurde er zum Pfarrer von Calapan und zum Provinzvikar der Augustiner Rekollekten auf der Insel Mindoro ernannt. 1876 wurde er Pfarrer von Las Pinas in der Nähe von Manila und von Santo Tomàs in Batangas; von 1880 bis 1885 war er Prediger des Konvents von Manila, Pfarrer von Santa Cruz und Oberer in Imus, wo er als Verantwortlicher für ein großes Landgut Gelegenheit hatte, seine Großzügigkeit gegenüber den Armen zu zeigen.

 Nach 15 Jahren Mission auf den Philippinen, mit allen Aufgaben eines Pfarrers von damals betraut, wie tägliche Messe, Katechese, Krankendienst, Leitung katholischer Vereine, Besuch der auf dem Land, entlang der Flüsse und auf den Feldern versprengten Christen ohne jedwede Form staatlichen oder religiösen Beistandes, ernannte ihn das Provinzkapitel von 1885 zum Prior des Konvents von Monteagudo, weil aufgrund seiner Erfahrung und Frömmigkeit für die Ausbildung der künftigen Missionare niemand besser vorbereitet war als er. Moreno kehrte daher in die Heimat, nach Monteagudo, zurück und widmete sich drei Jahre lang der Ausbildung der künftigen Missionare und der Kommunität, die in jenen Jahren das Zentrum seines Lebens war, ohne sich dabei jedoch je von der Umgebung abzusondern. Er half den Pfarrern in den Nachbargemeinden, besuchte die regionalen Ordensgemeinschaften und stand in Notsituationen den Bedürftigen bei. Während der Hungersnot von 1887 half er täglich etwa 400 Betroffenen.

 Nach Ablauf seines Mandats als Oberer des Konvents von Monteagudo ersuchten die Mitbrüder Kolumbiens um Hilfe und P. Ezechiel bot sich als Freiwilliger an. Zum Obern einer Expedition von sieben Missionaren ernannt, schiffte er sich Ende 1888 nach Kolumbien ein, um dort das Ordensleben zu erneuern; am 2. Januar 1889 erreichte er Bogotà. Bis 1894 residierte er für gewöhnlich in Santafé de Bogotà, wobei er sich als Provinzial um die Restaurierung der alten Provinz der Augustiner Rekollekten kümmerte, die damals auf eine kleine Gruppe exklaustrierter Ordensleute reduziert war, welche in Pfarreien und Kaplaneien verstreut waren und jeglichen Gemeinschaftssinnes entbehrten. Gleichzeitig betrieb er eine intensive Seelsorge, indem er die seit dreißig Jahren völlig verlassenen Missionen von Casanare wieder aufbaute. 1893 errichtete der Heilige Stuhl das apostolische Vikariat von Casanare und betraute P. Ezechiel mit der Leitung; er wurde zum ersten Apostolischen Vikar und zum Titularbischof von Pinara ernannt. Casanare wurde so zum ersten Apostolischen Vikariat Kolumbiens und eröffnete damit eine neue Epoche in der Geschichte seiner Missionen.

 Am 1. Mai 1894 empfing P. Ezechiel die Bischofsweihe und wählte als Motto seines Amtes die Bibelworte: „Du bist meine Stärke und meine Zuflucht.“ Er hätte gern sein ganzes Leben in der Mission verbracht, doch sein Aufenthalt in Casanare dauerte nicht einmal zwei Jahre und wurde mehrere Monate, von Februar bis September 1895, durch den Bürgerkrieg behindert. Dennoch bereiste Moreno das gesamte Territorium, reorganisierte die Missionsstationen in vier Zonen, befasste sich mit den lokalen Stämmen, den Guahibos und Sálivas, und errichtete Waisenhäuser für deren Kinder, die er den Dominikanerinnen von der Darstellung anvertraute. Er gründete katholische Vereine und wandte alle Energie auf, um das Wort Gottes in diesen seit 30 Jahren verlassenen Gegenden wieder voll erklingen zu lassen.

 Am 2. Dezember 1895 wurde Moreno zum Bischof von Pasto im Süden des Landes ernannt, einer riesigen Diözese (160.000 km2 mit 460.000 Einwohnern und nahezu gänzlich ohne Verbindungsstraßen), konnte jedoch seine neue Destination bis Juni 1896 nicht aufsuchen, weil die Liberalen eine Verfolgung gegen die Kirche losgetreten hatten. Die liberale Frage nahm mithin einen Großteil seiner Zeit und Energie in Anspruch und sein Episkopat reduzierte sich in der Tat sehr oft auf die ständige Konfrontation mit dem Liberalismus und die systematische Ablehnung seiner Ideale. Doch baute Moreno mit seiner Tätigkeit kein Monopol auf, wenngleich er, von Natur aus friedfertig und eher zurückhaltend, nicht im Geringsten zögerte, sich dem Hass der Kirchenfeinde zu stellen, wenn es um die Verteidigung seiner Gläubigen gegen Irrlehren ging. So unternahm er verschiedene Pastoralvisiten selbst in die unzugänglichsten Regionen seiner Diözese. Er förderte die Gründung Apostolischer Präfekturen und gab den Volksmissionen, der Herz Jesu-Verehrung sowie den Katechesen, denen er verschiede Rundbriefe widmete, einen kräftigen Anstoß. Jede Woche besuchte er das Spital und das Waisenhaus, manchmal auch das Gefängnis. Stunden um Stunden verbrachte er vor dem Tabernakel und bei großen Festen, an den Sonntagen im Advent und zur Fastenzeit predigte er in der Kathedrale. Mit Interesse verfolgte Moreno die Ausbildung der Seminaristen und schickte zwei von ihnen zur Vertiefung ihrer Studien nach Rom. Zudem pflegte er einen engen Kontakt mit dem Klerus und den Ordensschwestern, vor allem mit den Bethlehemitinnen, in deren Kapelle er nicht selten die Messe feierte.

 1902 begann Moreno eine Gruppe von Mädchen zu leiten und gründete mit ihnen 1904 die Kongregation der Dienerinnen Jesu, Linderinnen der inneren Schmerzen des allerliebsten Herzens Jesu „zur Unterweisung in der christlichen Lehre“ mit dem Zweck, „die durch die Sünden der Menschen verursachten Schmerzen des Herzens Jesu auf irgendeine Weise zu lindern“. Er schickte Dienerinnen zur Leitung von Schulen nach Sibundoy, San Francisco, Santiago, Macoa und in andere versprengte Dörfer seiner Diözese. Er verfasste die ersten Regeln und ließ den Schwestern spirituell wie zeitlich seine väterliche Begleitung zuteil werden. Leider überlebte das Institut, das auf eine Idee von Theophila Cabrera zurückging, Moreno nur um wenige Jahre.

 Ende Juni 1905 bemerkte Moreno Verletzungen in der Nase. Er fühlte sich schwach, mit einem schweren Kopf und Schmerzen im Mund, machte aber weiter wie bisher. Ende Oktober wurde die Erkrankung als bösartiger Tumor diagnostiziert. Moreno nahm die Diagnose gelassen und meinte: „Ich bin in Gottes Hand. Er wird Seinen heiligen Willen tun.“ Der Diözesanklerus teilte diese Gleichgültigkeit nicht und verordnete ihm einen Aufenthalt in Barcelona, weil die Hoffnung bestand, dass ihn dort ein berühmter Chirurg erfolgreich operieren könne. Moreno tat ihrem Willen Genüge und reiste am 18. Dezember 1905 ohne Murren von Pasto nach Barcelona. Am 10. Februar 1906 kam er nach Madrid, um sich einigen chirurgischen Eingriffen zu unterziehen, die zum Teil ohne Narkose durchgeführt wurden, weil „die besondere Art der Wunden von einer Anästhesie abriet“.

Unglücklicherweise verhalfen ihm die leidvollen Erfahrungen nicht wieder zur Gesundheit; sie linderten nicht einmal seine Schmerzen.

 Im Bewusstsein, bald sterben zu müssen, beschloss Moreno am 31. Mai 1906, die letzten Monate seines Lebens in seinem geliebten Konvent in Monteagudo zu verbringen, neben der Madonna. Nachdem er sich am 19. August noch selbst das Bett gemacht hatte, starb er – den Blick auf das Kreuz gerichtet. Der Ruf der Heiligkeit, der ihn schon zu Lebzeiten umgab, verbreitete sich nach seinem Tod in ganz Kolumbien und auch in verschiedenen Regionen Spaniens.

 Er wurde in der Kirche der Virgen del Camino in Monteagudo, Spanien, beerdigt, wo in einer Kapelle auch heute noch seine sterbliche Hülle ruht.

 Am 1. November 1975 wurde Ezechiel Moreno y Díaz von Papst Paul VI. seliggesprochen und am 11. Oktober 1992 von Papst Johannes Paul II. in Santo Domingo in der Dominikanischen Republik heiliggesprochen.

 

Italienisch

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Band 5