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Heilige

Dominikus Ibáñez und Gefährten: Japanische Märtyrer

Dominikus Ibáñez und Gefährten: Japanische Märtyrer

Vietnamesische MärtyreerDOMINIKUS IBÁÑEZ,
JAKOB KYUSHEI TOMONAGA (Dominikaner)
LAURENTIUS RUIZ (Laie)
und 13 Gefährten

Ermordet in Japan (1633 – 1637)

Heiligsprechung: 18. Oktober 1987
Fest: 28. September

Die heiligen DOMINIKUS IBÁÑEZ und JAKOB KYUSHEI TOMONAGA sowie der Laie LAURENTIUS RUIZ und 13 Gefährten bildeten eine Gruppe von Märtyrern in Nagasaki, Japan, in den Jahren 1633 –1637, nach jenen 205 Märtyrern von Omura-Nagasaki 1617 –1632, die von Pius IX. 1867 seliggesprochen wurden.  

Die Gruppe der von Johannes Paul II. am 18. Februar 1981 in Manila Seliggesprochenen besteht aus 13 Dominikanern und 3 Laien. Zum besseren Verständnis der damaligen Situation der Kirche Japans gilt es einige historische Aspekte aufzuzeigen.  

Die Kirchengeschichte Japans ist durch drei wichtige Daten geprägt: 1549, 1600 und 1640. 1549 kam der hl. Franz Xaver nach Japan; 1600 rief Shogun Tokugawa Yeyasu das Shogunat aus; 1640 schloss Japan seine Tore zum Westen und isolierte sich damit für zwei Jahrhunderte. Von 1549 bis 1614 errichtete Franz Xaver, gefolgt von seinen jesuitischen Mitbrüdern und später von Franziskanern, Dominikanern und Augustinern, unter relativ günstigen Umständen eine blühende christliche Gemeinde. 1600 gab es in Japan bereits mehr als 300.000 Christen, darunter verschiedene Angehörige einflussreicher Klassen. Im Unterschied zu den Philippinen verschwand das japanische Christentum jedoch in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts fast zur Gänze, unterdrückt durch grausame Verfolgung. Diese fiel mit den glorreichsten Jahren des Shogunats zusammen, einer aus mehreren religiösen, politischen und sozialen Faktoren gewachsenen Regierungsform.  

Die ursprüngliche Religion Japans war seit unvordenklichen Zeiten der Schintoismus, der auf einem mit den Naturkräften verbundenen Geisterkult beruhte sowie auf der Vorstellung vom Kaiser als Abkömmling des Sonnengottes Amaterasu als sichtbares und dauerhaftes Symbol. Als im 6. Jahrhundert der Buddhismus und Konfuzianismus aus China Einzug hielten und sich fest verankerten, nahmen der Schintoismus und das Ansehen des Kaisers merklich ab. Das Ergebnis dieses Prestigeverlusts war der Feudalismus, wo dem Kaiser nur eine Art moralische bzw. religiöse Rolle verblieb. Die tatsächliche Macht ging auf einen Diktator aus der Kriegerkaste über, genannt Shogun, dessen Autorität wiederum von verschiedenen Feudalherren, den sog. Daimyò, absolutistischen Herrschern über große Ländereien, die einander häufig bekriegten, untergraben wurde. Ihnen zu Diensten standen die Samurai und, auf der unteren sozialen Stufe, die Armen oder Rechtlosen: Bauern, Handwerker, Händler und Arbeiter. Diese Situation erwies sich bei der Ankunft Franz Xavers und anderer Missionare sonderbarerweise als vorteilhaft für die Evangelisierung. Von einem Lehen vertrieben, konnten die Christen auf ein anderes flüchten. Im letzten Viertel des 16. Jahrhunderts eröffneten zwei Shogun den Weg zu einer Wiedervereinigung, Oda Nobunga (1568 –1582), ein Feind der Buddhisten und Sympathisant der Christen, und anschließend Toyotomi Hideyoshi (1582–1598). Letzterer mutierte unerklärlicherweise zum Christenverfolger und befahl die Hinrichtung der 26 Protomärtyrer von Nagasaki (hl. Paul Miki und Gefährten). Beim Tod des Shogun Hideyoshi lebten die Christen neuerlich zwischen Hoffnung und Angst.  

Der Sieg von Sekigahara 1600 bedeutete die Machtübernahme und das Shogunat für Tokugawa Yeyasu (1600 –1616), dem sein Sohn Hidetada (1616 –1622), dann sein Neffe Yemitsu (1622 –1651) und schließlich bis 1868 eine lange Reihe von Nachkommen folgten. Yeyasu gelang die nationale Vereinigung und er gab dem Land eine solide gesetzliche und administrative Struktur. Japan wurde fortan von einer Zentralautorität regiert, ohne die relative feudale Autonomie der Daimyò aufzuheben. Die Politik der Tokugawas hegte daher der Loyalität der Daimyò gegenüber, die zwar untergeordnet waren, aber doch nie ganz beherrscht wurden, stets ein gewisses Misstrauen. Dieser Verdacht steigerte sich noch durch die Anwesenheit spanischer Händler und katholischer Ordensleute, die von den Holländern beschuldigt wurden, die Speerspitze von Eroberung und Aufstand zu sein – wozu es in Wirklichkeit nie kam.  

1614 erließ Yeyasu, der den Glauben seiner Untergebenen auf Basis des Buddhismus beurteilte und sich dann mit eingefleischten konfuzianischen Ministern umgab, das allgemeine Verfolgungsedikt. Hidetada und Yemitsu verstärkten die Aversion gegen das Christentum, wie die blutige Verfolgung zeigt, besonders in Bezug auf die im Folgenden aufgeführten Märtyrer und den ersten Heiligen der Philippinen, Laurentius Ruiz.  

Vor Präsentation der Biografien der genannten Märtyrer, die zwischen 1633 und 1637 hingerichtet wurden, bedarf es noch einer Antwort auf die Frage der verspäteten Seligsprechung. Diese ist einfach. Die Erhebungsakten, die in unmittelbarem Zusammenhang mit zwei ordentlichen Verfahren in Manila und Macao (1636/37) betreffend das Martyrium von neun Dominikanern angelegt wurden, gingen 30 Jahre später verloren und wurden erst Anfang des 20. Jahrhunderts in den Dominikanerarchiven von Manila in authentischer Kopie wiedergefunden. Da ihnen eine umfangreiche Dokumentation über die gesamte Gruppe beilag, konnte das Verfahren neuerlich aufgerollt werden. Im Zuge dessen wurde 1977/78 die geschichtliche „Positio“ über das Martyrium vorbereitet, welche 1979 veröffentlicht und den historisch-theologischen Untersuchungen der Heiligsprechungskongregation zwischen dem 30. Oktober 1979 und dem 1. Juli 1980 zugrunde gelegt wurde.  

Die folgende Darlegung enthält einige biografische Notizen zu den einzelnen Märtyrern, gruppiert nach den Jahren ihres Martyriums.

ERSTE GRUPPE: AUGUST – OKTOBER 1633

Dominikus Ibañez de Erquicia, Dominikanerpater

Der hl. Dominikus Ibañez wurde Anfang Februar 1589 in Régil (Guipúzcoa), Diözese S. Sebastián, Spanien, geboren. 1604 Eintritt in den Dominikanerorden, 1605 Ablegung der Gelübde, 1611 Übersiedlung auf die Philippinen mit Inkorporation in die Dominikanerprovinz von Rosario. Er arbeitete in Pangasinan, im Norden der Insel Luzón, und anschließend unter den Chinesen von Binondo (Manila). Er war auch Professor am Kolleg St. Thomas (jetzt Universität) in Manila.  

1623 ging Ibañez mit P. Lukas vom Hl. Geist und anderen Missionaren nach Japan. Während der Verfolgungen arbeitete er zehn Jahre lang im Untergrund, hielt Katechesen, spendete die Sakramente, tröstete die Schwachen, und führte die Abtrünnigen zum Glauben zurück. P. Dominikus kam bis nach Yedo (Tokyo), wo er zwei Jahre blieb. 1629, bereits Provinzvikar, kehrte er nach Nagasaki zurück, wo die Verfolgung ihren Höhepunkt erreicht hatte. Dort setzte er sein Apostolat fort, musste sich 1632 aber mit anderen Ordensleuten in Grotten und in den Bergen verstecken. Die Japaner suchten ihn. Ein abgefallener Christ verriet sein Versteck, woraufhin er eingekerkert wurde. Da er sich weigerte, seinem Glauben abzuschwören, wurde er am 13. August 1633 der Folter Galgen und Graben unterzogen. Dabei wurde der Verurteilte, mit dem Kopf nach unten in einer Abfallgrube, an einem Holzbalken aufgehängt. Dann wurde die Grube bei den Hüften mit zwei kreisförmigen Holzbrettern abgeschlossen. P. Dominikus starb nach 30 Stunden, am 14. August 1633, durch Ersticken. Sein Körper wurde verbrannt und die Asche ins Meer gestreut. Ebenso erging es allen anderen Märtyrern.

Franziskus Shoyemon, Dominikanerbruder

Der hl. Franziskus Shoyemon wurde in Japan geboren, Ort und Datum sind nicht bekannt. Als Katechist war er viele Jahre hindurch Begleiter von P. Dominikus de Erquicia, der ihn in seiner Eigenschaft als Provinzvikar während der gemeinsamen Zeit im Kerker in den Dominikanerorden aufnahm. Shoyemon wurde 1633 wahrscheinlich zusammen mit P. Dominikus verhaftet. Am 13. August wurde er der Tortur Galgen und Graben unterzogen und starb am darauffolgenden Tag. Sein Körper wurde zerstückelt und verbrannt.

Jakob Kyushei Gorobioye Tomonaga von der hl. Maria, Dominikanerpater

Der hl. Jakob Kyushei wurde 1582 in einer vornehmen christlichen Familie in Japan geboren. Er studierte bei den Jesuiten und wurde Katechet. 1614 verließ er Japan und ging auf die Philippinen, wo er Franziskaner-Terziar wurde. Nachfolgend wurde er in den Dominikanerorden aufgenommen und 1626 zum Priester geweiht. Man schickte ihn nach Formosa, wo er drei Jahre arbeitete; 1630 kehrte er nach Manila zurück. Zwei Jahre später, 1632, brach er gemeinsam mit zehn weiteren Missionaren in Richtung Japan auf. Kaum in Satzuma (Kyushu) angekommen, wurden sie an die Obrigkeiten verraten, doch gelang es ihnen zu flüchten und unter den Verfolgten als Seelsorger zu arbeiten. Im Juli 1633 wurde Jakob aufgrund des Geständnisses seines Katechisten Michael Kurobioye verhaftet. Am 15. August der Folter Galgen und Graben unterzogen, starb er nach zwei Tagen Todeskampf. Sein Leichnam wurde verbrannt und die Asche ins Meer gestreut. Die Verurteilung zum Tode wurde mit „weil er Ordensmann war und den christlichen Glauben verbreitete“ begründet.

Michael Kurobioye, Laie

Der hl. Michael Kurobioye war Japaner und arbeitete einige Monate als Katechist mit P. Jakob. Gegen Ende Juni 1633 wurde er verhaftet und gefoltert, damit er die Unterkunft des Paters preisgebe. Er verriet ihn, bereute dies aber umgehend und ging gemeinsam mit ihm dem Martyrium entgegen. Am 15. August 1633 wurde er der Folter Galgen und Graben unterzogen. Zwei Tage später starb er.

Lukas vom Hl. Geist, Domikanerpater

Der hl. Lukas vom Hl. Geist wurde am 18. Oktober 1594 in Carracedo (Zamora, Diözese Astorga), Spanien, geboren. 1610 wurde er Dominikaner und legte am 2. Juni 1611 die Gelübde ab. 1618 übersiedelte er in die Provinz Rosario auf den Philippinen. Von Manila aus wurde er als Missionar in die Provinz Cagayan gesandt. Anschließend war er Professor am Kolleg St. Thomas in Manila. 1623 reiste er mit P. Dominikus de Erquicia und anderen nach Japan und arbeitete dort zehn Jahre als Seelsorger, wobei er bis zum Norden der Hauptinsel Honshu vordrang. Am 8. September 1633 wurde er gefangen genommen und nach Nagasaki gebracht. Nach wiederholten Versuchen, ihn vom Glauben abzubringen, wurde er zusammen mit anderen Dominikaner- und Jesuitenmissionaren eingesperrt. Am 18. Oktober 1633 wurde er im Ordenskleid der Dominikaner der Folter Galgen und Graben unterzogen; am 19. Oktober 1633 starb er. Sein Leichnam wurde verbrannt.

Matthäus Kohioye vom Rosenkranz, Dominikanerbruder

Der hl. Matthäus Kohioye wurde 1615 in Arima (Kyushu) in Japan geboren. Von 1632 an begleitete er P. Lukas vom Hl. Geist bei dessen Apostolat. 1633 wurde er zusammen mit ihm in Osaka eingesperrt. Dieser hatte ihn wegschicken wollen, bevor die Verfolger kamen, doch entschied sich Matthäus freiwillig, für Christus zu sterben. Im Gefängnis von Osaka wurde er wiederholt dazu gedrängt, seine Einstellung zu ändern; er aber wollte seinem Glauben nicht abschwören. So wurde er nach Nagasaki gebracht und dort am 18. Oktober 1633 gemeinsam mit P. Lukas der Folter Galgen und Graben unterzogen. Am gleichen Tag starb er im Alter von nur 18 Jahren.


ZWEITE GRUPPE: OKTOBER – NOVEMBER 1634

Magdalena von Nagasaki, Augustiner- und Dominikaner-Terziarin

Die hl. Magdalena von Nagasaki wurde 1610 als Tochter christlicher Eltern, die ebenfalls den Märtyrertod erlitten, in Nagasaki, Japan, geboren. Christlich erzogen, beschloss sie, sich Gott zu weihen, legte das Gelübde der Keuschheit ab und engagierte sich in Werken der Nächstenliebe und im Gebet. Sie schrieb sich zunächst als Augustiner-Terziarin ein, wechselte dann aber – als sie den Dominikaner Jordan Anselm kennenlernte – zum Dritten Orden des hl. Dominikus. Als 1633 die Verfolgungen wüteten, floh sie mit anderen Christen aus Nagasaki in die Berge. Nach der Verhaftung von P. Jordan, ihrem Spiritual, stellte sie sich den Wächtern und bekannte sich als Christin. In Haft genommen, wurde sie mit Geldgeschenken und dem Versprechen einer sozialen Anstellung umworben. Doch Magdalena blieb ihrem Glauben treu. Daraufhin wurde sie grausam gefoltert und schließlich im Oktober 1634 im Ordensgewand der Dominikaner der Folter Galgen und Graben unterworfen. Am 15. Oktober 1634 starb sie; ihr Leichnam wurde verbrannt.

Jordan Ansalone, Domikanerpater

Der hl. Jordan Ansalone wurde am 1. November 1598 in S. Stefano Quisquina, Diözese Agrigent, Italien, geboren. Er studierte bei den Dominikanern und trat dann um 1615 in deren Orden ein. Erfüllt vom Wunsch, Missionar zu werden, ging er bereits als Student nach Spanien, wo er seine Studien fortsetzte. Anschließend reiste er auf die Philippinen, wo er 1626 eintraf und zwei Jahre in Cagayan arbeitete. 1627 ging er nach Manila und wurde dort dem Spital St. Gabriel von Binondo zugewiesen. 1632 schickte man ihn zusammen mit P. Jakob von der hl. Maria nach Japan, wo er in der verfolgten Kirche zwei Jahre lang das Apostolat ausübte. Nach seiner Verhaftung am 4. August 1634 wurde er nach Nagasaki gebracht und dort verschiedenen Torturen ausgesetzt, wobei er jedem Versuch, ihn vom Glauben abzubringen, erfolgreich widerstand. Schließlich wurde er am 11. November der Folter Galgen und Graben unterzogen und starb nach fünf bis sechs Tagen Todeskampf. Sein Leichnam wurde verbrannt.

Thomas Hioji Rokuzayemon Nishi vom hl. Hyazinth, Dominikanerpater

Der hl. Thomas Hioji wurde 1590 als Sohn christlicher Eltern, die später den Märtyrertod erlitten, in Hirado, Japan, geboren, trat mit 12 Jahren in das Kolleg der Jesuiten ein und wurde Katechist. 1614 ging er nach Manila, wo er seine Studien fortsetzte, um Priester zu werden. Am 15. August 1624 nahm er den Dominikanerhabit, 1626 wurde er zum Priester geweiht. Unmittelbar darauf reiste er mit anderen Ordensleuten nach Formosa, wo er eine Mission gründete, in der er drei Jahre lang unter Spaniern und Einheimischen arbeitete. 1629 ging er nach Nagasaki, wo er von Tyrannen verfolgt und schließlich am 4. August 1634 eingesperrt wurde. Vom Gerichtssaal weg wurde er gemeinsam mit Jordan Ansalone ins Gefängnis geworfen. Am 11. November 1634 brachte man ihn zum „Nishizaka“ (hl. Berg), wo er, nachdem er die Erde geküsst und sich von P. Ansalone verabschiedet hatte, der Folter Galgen und Graben unterzogen wurde. Nach fünf oder sechs Tagen starb er; sein Leichnam wurde verbrannt.

Marina von Omura, Dominikaner-Terziarin

Die hl. Marina von Omura wurde Anfang 1600 in Omura, Japan, geboren. Sie war bekannt für ihr tugendhaftes Leben, ihre Nächstenliebe und ihre Gastfreundschaft den verfolgten Missionaren gegenüber. 1625 wurde sie Dominikaner-Terziarin. Wegen ihres Glaubens und zur Prüfung ihrer Tugenden und Treue zu ihren Idealen wurde sie vielerlei Demütigungen ausgesetzt, u. a. nackt den Einwohnern von Omura vorgeführt. Sie hielt jedoch an ihrem Glauben fest und wurde 1634, weil „sie Christin war und den Missionaren Unterkunft gab“, eingesperrt. Nach Nagasaki deportiert, wurde sie zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt und am 11. November 1634 verbrannt. Die übrigen Christen bewunderten sie als leuchtendes Beispiel einer „starken Frau“.

 

DRITTE GRUPPE: SEPTEMBER 1637

Anton González, Dominikanerpater

Der hl. Anton González wurde in León in Spanien geboren. Noch im Knabenalter trat er in das dortige Theologische Seminar ein und wurde schließlich Dominikaner im Konvent von León. Nach einer umfangreichen Seelsorgetätigkeit in Spanien reiste er 1631 auf die Philippinen. In Manila war er Professor der Theologie und Rektor am Kolleg St. Thomas; die Tage verbrachte er mit Unterricht, Studium und Gebet. Im Juni 1636 fuhr er nach Japan, wo er gemeinsam mit drei weiteren Ordensleuten und zwei Laien geheim an Land ging. Bei ihrer Ankunft in Okinawa wurden sie sofort verhaftet. Im September 1637 wurde González nach Nagasaki gebracht, wo er mehrfach gefoltert wurde und am 24. d. M. starb. Sein Leichnam wurde verbrannt und die Asche ins Meer gestreut.

Wilhelm Courtet, Dominkanerpater

Der hl. Wilhelm Courtet wurde 1590 als Spross einer vornehmen Familie in Sérignan (Montpellier) in Frankreich geboren. Am 15. August 1607 nahm er im Konvent von Albi den Dominikanerhabit an und legte 1608 die Profess ab. Seine Studien absolvierte er in Tolosa; die Priesterweihe erfolgte vor 1617. Später wurde er Professor der Theologie und Prior des Konvents in Avignon mit dem Ziel, im Geiste der Kongregation des hl. Ludwig neue reformierte Konvente zu gründen. Gegen 1628 ging er nach Spanien in der Absicht, in den Orient weiterzureisen. Tatsächlich brach er sechs Jahre später in Richtung Philippinen auf, wo er im Kolleg St. Thomas Theologie unterrichtete. 1636 ging er mit P. Anton González nach Japan und wurde zusammen mit den anderen in Okinawa eingekerkert. Trotz wiederholter Aufforderung, dem Glauben abzuschwören, blieb er standhaft; den Schwachen half er sogar, ihre Apostasie zu widerrufen und sich mit Gott zu versöhnen. Er musste viele Qualen erdulden. Am 27. September 1637 wurde er der Folter Galgen und Graben unterzogen, von der er dann befreit wurde, um am 29. September enthauptet zu werden. Der Leichnam wurde verbrannt und die Asche ins Meer gestreut.

Michael de Aozaraza, Dominkanerpater

Der hl. Michael von Aozaraza wurde 1598 in Oñate (Guipúzcoa, Diözese San Sebastián), Spanien, geboren. Um 1620 trat er in Vitoria (Alava) in den Dominikanerorden ein und war dann für viele Jahre dem Konvent St. Thomas in Madrid zugeteilt. 1634 reiste er auf die Philippinen, wo er 1635 ankam. Er arbeitete daraufhin zwei Jahre in der Region von Bataan. 1636 brach er mit P. Anton González nach Japan auf und wurde bald nach der Ankunft in Okinawa verhaftet. Nach der Überstellung an das Tribunal von Nagasaki wurde er verurteilt und auf jede erdenkliche Weise misshandelt, um ihn vom Glauben abzubringen, doch er blieb standhaft in seinem Wunsch, für Gott zu sterben. Am 27. September 1637 wurde er zur Folter Galgen und Graben zum „Heiligen Berg“ gebracht. Sterbend betete er mit seinen Gefährten. Am 29. September wurde er vom Galgen abgenommen, um enthauptet zu werden. Der Körper wurde verbrannt und die Asche ins Meer gestreut.

Vinzenz Shiwozuka vom Kreuz, Dominikanerpater

Der hl. Vinzenz Shiwozuka wurde als Sohn einer alten christlichen Familie in Japan geboren. Das genaue Datum ist nicht bekannt. Mit neun Jahren trat er in das Kolleg der Jesuiten in Nagasaki ein, um sich zum Katechisten ausbilden zu lassen. 1614 wurde er aufgrund des vom Shogun Tokugawa Yeyasu erlassenen allgemeinen Verfolgungsedikts aus Japan vertrieben, woraufhin er sich auf die Philippinen absetzte. Um 1620 wurde er zum Dritten Orden des hl. Franziskus zugelassen. Dann wurde er Priester und arbeitete als Seelsorger unter den christlichen Japanern in Dilao (Manila). 1636 beschloss er nach Japan zurückzukehren, um der verfolgten Kirche zu helfen, wobei er sich freiwillig als Begleiter von P. Anton González und Gefährten anbot. Vor seiner Abreise erhielt er den Dominikanerhabit; die Gelübde legte er in der auf die Ankunft in Okinawa folgenden Gefangenschaft ab. Am 13. September 1637 wurde er gemeinsam mit den anderen nach Nagasaki gebracht. Mit den schrecklichen Folterungen konfrontiert, widerrief er seinen Glauben, wurde aber weiterhin den Torturen unterzogen. Schließlich bereute er und nahm, ermuntert durch die Gefährten, seinen Glauben wieder an. Zwei Wochen später, am 27. September, wurde er zur letzen Folterung Galgen und Graben zum „Heiligen Berg“ gebracht. Da er im Glauben standhaft blieb, wurde er vom Galgen abgenommen und enthauptet. Sein Körper wurde verbrannt und die Asche ins Meer gestreut.

Lazarus von Kyoto, Laie

Der hl. Lazarus von Kyoto wurde unbekannten Datums in Kyoto, Japan, geboren. Wegen seines Glaubens und seiner Lepraerkrankung wurde er 1632 mit hunderten anderen christlichen Leprakranken auf die Philippinen deportiert. 1636 bot er sich an, P. Anton González und Gefährten als Führer und Dolmetscher nach Japan zu begleiten. Sogleich mit den anderen verhaftet, wurde er in das Gefängnis geworfen und ein Jahr später nach Nagasaki gebracht. Der Anblick der Folterungen seiner Gefährten bewog ihn dazu, seinem Glauben abzuschwören. Als er aber, um ihm wertvolle Informationen zu entlocken, weiterhin gefoltert wurde, bereute er auf Aufforderung seiner eingekerkerten Gefährten hin und kehrte zum Glauben zurück. Nach weiteren Misshandlungen wurde auch er am 27. September 1637 der Tortur Galgen und Graben unterzogen, wo er nach zwei Tagen Todeskampf starb. Sein Leichnam wurde verbrannt und die Asche verstreut.

Laurentius Ruiz, Laie von den Philippinen

Der hl. Laurentius Ruiz wurde um 1600 als Sohn eines Chinesen und einer Philippinerin in Binondo (Manila) geboren. Schon als Kind half er den dortigen Dominikanern. Er ging bei den Patres in die Schule und entwickelte sich zu einem „exzellenten Notar und Kalligrafen“. Er trat der Bruderschaft vom Allerheiligsten Rosenkranz bei, heiratete und wurde Vater von zwei Söhnen und einer Tochter. Um 1636 wurde er in eine obskure Bluttat verwickelt, weshalb er von der spanischen Polizei gesucht wurde. Da er die Philippinen verlassen wollte, nützte er die Gelegenheit der Abreise von P. Anton González und schloss sich diesem an, ohne das genaue Ziel zu kennen. Als er in Okinawa an Land ging, wurde er mit den anderen verhaftet und nach Nagasaki gebracht, um dort wegen seines christlichen Glaubens vor Gericht gestellt zu werden. Angesichts der Misshandlungen erlebte er einen Augenblick der Schwäche und dachte daran, dem Glauben abzuschwören. Er fing sich aber sogleich wieder und erklärte: „Ich bin Christ und muss für Gott sterben, und hätte ich tausend Leben, würde ich alle für ihn geben.“ In dieser Entschlossenheit begegnete er den schrecklichen Folterungen. Zur Tortur Galgen und Graben verurteilt, der er am 27. September 1637 unterzogen wurde, starb er zwei Tage später, am 29. September 1637. Sein Leichnam wurde verbrannt und die Asche ins Meer gestreut.  Laurentius Ruiz ist der erste Philippiner, der sein Leben zum Zeugnis seines christlichen Glaubens hingab und von der Kirche als Heiliger anerkannt wird.  

Am 18. Februar 1981 wurden die genannten Märtyrer von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen und am 18. Oktober 1987 heiliggesprochen.

 

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   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Band 5