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Heilige

Andreas Resch: Maria Rosa Molas y Vallvé

Andreas Resch: Maria Rosa Molas y Vallvé

Maria Rosa Molas y VallvéMARIA ROSA MOLAS Y VALLVÉ

(1815 – 1876)

GRÜNDERIN
DER DIENERINNEN UNSERER LIEBEN FRAU VOM TROST

Heiligsprechung: 23. Oktober 1988
Fest: 11. Juni

Die heilige MARIA ROSA Y VALLVÉ wurde am 24. März 1815 als Tochter von José Molas und Maria Vallvé in Reus, Provinz Tarragona, Spanien, geboren und am Tag darauf auf den Namen Rosa Franziska Maria Dolores getauft. Der Vater kam im Frühjahr 1808 nach Reus, nachdem er vor den einmarschierenden Franzosen aus Barcelona geflohen war. Hier eröffnete er, seinem Beruf entsprechend, einen Spenglereibetrieb. 1811 heiratete er die Witwe Maria Vallvé, die zwei Jahre älter war als er und zwei Kinder aus erster Ehe mitbrachte. Molas schenkte sie zunächst einen Sohn und dann die Tochter Maria. Als tiefgläubige Frau widmete sie sich ganz der Erziehung der vier Kinder. In diesem familiären Klima eines bescheidenen Wohlstandes verbrachte Maria Rosa ihre Kinder- und Jugendzeit.

 Mit fünf Jahren schickten sie die Eltern in den Kindergarten und dann in die öffentliche Schule. 1819 wurde sie gefirmt und 1825 empfing sie die Erstkommunion, bei der sie eine tiefe mystische Erfahrung machte: „Wer erlebt hat, wie gut der Herr ist, kann nicht mehr aufhören, in Seiner Gegenwart zu wandeln.“

 Bei Vollendung ihres 17. Lebensjahres gab Maria Rosa bekannt, dass sie Ordensschwester werden wolle. Der Vater stellte sich diesem Ansinnen jedoch entschieden entgegen und verbot ihr sogar, darüber zu sprechen. Von jemandem, der die Schmerzensmutter so sehr verehrte wie ihr Vater, sodass ihn seine Freunde wohlwollend als „Sohn der Addolorata“ bezeichneten, erwartete sich Maria keine Ablehnung, und so setzte sie in vollem Gehorsam ihre Arbeit im Haus und bei den Geschwistern fort, besuchte die hl. Messe und widmete sich, wenn es ihre Zeit erlaubte, Werken der Nächstenliebe.

 Nach dem Tod Ferdinands VII. wurde Reus auf blutige Weise in den Krieg den Karlisten hineingezogen, auf den 1834 die Choleraepidemie folgte, die in Spanien wütete und nicht einmal vor Reus Halt machte. Die Schreckensbilanz nach nur zwei Monaten: 600 Tote – darunter Maria Rosas Mutter, die sich für die Kranken einsetzte und so ein Opfer ihrer Nächstenliebe wurde, wovon sie ein unauslöschliches Zeugnis ablegte. Maria Rosa spürte daraufhin noch mehr den Ruf zur völligen Hingabe im Dienst des Herrn. Im Spital der Stadt arbeiteten einige „fromme Frauen“, die sie für Ordensschwestern hielt. Sie trugen eine eigene Kleidung und dienten den Armen. Es handelte sich um die Töchter der Barmherzigkeit, die vor kurzem aus Frankreich angekommen waren. Maria Rosa wollte sich ihnen anschließen, doch der Vater, der nach wie vor gegen diese Berufung war, hinderte sie daran.

 Volljährig geworden, verließ Maria Rosa am 6. Januar 1841 heimlich das Haus und stellte damit den Vater vor eine vollendete Tatsache. Dieser reagierte darauf mit einigen Jahren des Schweigens.

 An jenem Abend trat sie in das Noviziat einer Gemeinschaft der Töchter der Barmherzigkeit des hl. Vinzenz von Paul ein, die 1792 in Reus gegründet worden war und sich im Lauf der Zeit sowohl von den Patres der Mission als auch von den Diözesanbehörden unabhängig gemacht hatte, indem sie eine Art Bruderschaft bildete, wenngleich die Mitglieder den Titel „Schwestern“ beibehielten und ein reguläres Noviziat führten. Am 7. Januar 1841 nahm Molas das Ordenskleid und nannte sich von nun an Schwester Maria Rosa. Ihre Ausbildung beendete sie mit der Profess in der Art und Weise jener frommen Frauen, wobei sie sich der Oberin Luisa Estivill unterordnete. Von 1841 bis 1849 blieb Maria Rosa in Reus, wo sie dem Dienst an den Kranken zugeteilt wurde. Ihnen widmete sie sich mit ganzer Selbstlosigkeit – immer bereit, die Mitschwestern zu vertreten, ohne juridische Fragen zu stellen. Über die Tatsache, dass die „frommen Frauen“ keine Ordensfrauen waren, sah sie hinweg. Selbst der Gefahr, sich anzustecken, wich sie nicht aus. Wer immer sie darauf hinwies, wurde mit der Antwort bedacht: „Es wäre schön, so zu sterben.“

 Mit dieser Einstellung erwies sie sich schon bald als jemand, der in der Lage war, schwierige Probleme zu lösen. Als 1843 General Zurbano die Stadt Reus belagerte, gehörte Maria Rosa zu jenen drei Frauen, die am 11. Juni die Feuerlinie überschritten und den General auf Knien um Frieden für ihr Volk baten.

 Einige Monate später wurde sie in das Haus der Barmherzigkeit in Reus geschickt, wo sie auf Kinder und Jugendliche, auf alte und glücklose Menschen aller Art traf, und die Aufgabe erhielt, sich der Kinderabteilung anzunehmen. Ihre Nächstenliebe kannte keine Grenzen. Wo sich ihre Mitschwestern zurückzogen, weil Anstrengung und Armut zu viel abverlangten, sprang Maria Rosa ein, um die Lücken zu füllen, und dies oft unbemerkt von den anderen. Sie blieb dort von 1844 bis 1849.

 1849 wurde Maria Rosa im Alter von 34 Jahren zusammen mit vier Mitschwestern als Oberin in das Haus der Barmherzigkeit von „El Jesus“ geschickt, einem Vorort der Stadt Tortosa, wo ca. 300 Arme hausten: Alte, Kinder und Findelkinder. Als die Schwestern kamen, so schreibt der Biograf der Heiligen, „hätte man es treffender als Haus des Elends und des Chaos bezeichnen sollen“. „Überall herrschten Unordnung, Verwirrung und Elend.“ Innerhalb weniger Monate vollzog sich jedoch ein völliger Wandel. „Das Haus der Barmherzigkeit wurde bald zu einem viel besuchten Ort, wo die Leute hinkamen, um einen Nachmittag zu verbringen... An manchen Tagen musste man Wachen aufstellen, um ein Durcheinander zu vermeiden, so groß war die Zahl der Menschen.“ Maria Rosa, Oberin der Gemeinschaft und Verwalterin, wusch, falls nötig, flickte, kochte und fungierte als Pförtnerin – stets heiter, liebenswürdig und voller Güte.

 Wenige Tage nach ihrer Ankunft in Tortosa eröffnete sie eine Schule für die Kinder aus dem Haus der Barmherzigkeit und jene der umliegenden Ortschaften mit einer Abteilung für Sticken, Nähen und Stricken und übertrug die Leitung den Schwestern. 1851 wurde ihr von der Gemeinde Tortosa eine öffentliche Schule anvertraut und 1852 übergab die Gemeinde den Schwestern schließlich das Spital. Inzwischen bildete sich neben der Schule eine Gemeinschaft von vier Schwestern aus Reus. Am 13. April 1852 kamen drei weitere hinzu, um den Krankendienst zu übernehmen und das Spital von Tortosa nach dem Modell des Hauses der Barmherzigkeit zu gestalten. Zur Oberin wurde Maria Rosa gewählt, die im Haus der Barmherzigkeit einzog, um die Gäste direkt zu betreuen. Sie hatte von nun an drei Kommunitäten gleichzeitig zu leiten.

 Die kulturelle Entwicklung und die pädagogischen Instanzen veranlassten Maria Rosa, das Lehrerinnendiplom zu machen, ohne dabei die Aufgaben im Dienst der Nächstenliebe aus den Augen zu verlieren. Sie war damals 36 Jahre alt. Während sie sich auf die Prüfungen vorbereitete, wurde sie mit einer schweren Verleumdung konfrontiert, ohne die Möglichkeit zur Verteidigung. Dazu kam der Schmerz, feststellen zu müssen, dass die Bruderschaft, der sie mit Stolz angehörte, keine eigentliche Ordensgemeinschaft war, da sich diese 1838, drei Jahre vor ihrem Eintritt, von den Schwestern der Barmherzigkeit getrennt hatte.

 In dieser verwickelten Situation übernahm Maria Rosa die Aufgabe, die Bruderschaft zur kanonischen Legalität zurückzuführen, doch anstatt, dass man ihrem Rat und ihren Vorschlägen Folge leistete, wurde sie von den Mitschwestern in Reus ausgegrenzt. Nachdem sie sich mit den Schwestern in Tortosa beraten hatte, beschloss sie, die früheren Bindungen zu lösen, und schickte dem Kapitelsvikar der Diözese am 14. März 1857 ein von ihr und den 11 Schwestern von Tortosa unterschriebenes Ansuchen, in dem sie der Bitte Ausdruck verliehen, den kirchlichen Behörden unterstellt zu werden.

Maria Rosa Molas Am 6. April desselben Jahres wurden die Schwestern, die sich von der Gemeinschaft getrennt hatten, vom Bischof von Tortosa in dessen Diözese aufgenommen. Es entstand so eine neue religiöse Gemeinschaft unter der Autorität des Bischofs, deren Seele und Gründerin Maria Rosa war. Am 17. April 1857 legten sie ihre Gelübde ab. Damit war der Grundstein für eine neue Ordensgemeinschaft gelegt, die sich am 14. November den von der Gründerin gewählten Namen gab: Dienerinnen unserer Lieben Frau vom Trost. Der Name war Programm: all jene zu trösten, die in einer leid- und schmerzvollen Situation leben. Die kanonische Approbation der neuen Kongregation wurde nicht nur von den Schwestern, sondern auch von der Bevölkerung und den Bischöfen wärmstens begrüßt.

 Von diesem Augenblick an nahmen die Schwestern zahlenmäßig zu, anfangs zögerlich, dann immer rascher. Städte und Dörfer, Pfarreien und Bischöfe wandten sich an Maria Rosa, damit sich die Schwestern der Kranken, Alten und der verlassenen Kinder annahmen. Die Behörden schickten nach ihr, wenn kriegsähnliche Zustände herrschten oder ein Lazarett errichtet werden sollte. Maria Rosa antwortete mit der Entsendung junger Schwestern und sagte dabei: „Ich wünsche nur, dass den Armen geholfen und Gott gepriesen wird.“ Energisch widersetzte sie sich daher den Revolutionsbehörden, die – als Frucht der Revolution von 1868 – von den Schwestern den Eid auf die Verfassung verlangten, und verhinderte mit Entschiedenheit, dass ein Arzt die Findelkinder eines ihrer Häuser als Versuchskaninchen benutzte.

 Von 1859 bis 1876 gründete sie weitere 17 Häuser, darunter Schulen, Spitäler und Altersheime. Als 1870 die Gelbfieberepidemie ausbrach, arbeiteten die Dienerinnen Unserer Lieben Frau vom Trost bis zur Selbstaufopferung.

 So erfüllte Molas ihre Mission des Tröstens, bis sie Ende Mai 1876 spürte, dass ihr irdisches Leben zu Ende ging. Sie starb am 11. Juni 1876, am Dreifaltigkeitssonntag, in Tortosa im 61. Lebensjahr und hinterließ ein schlagkräftiges Institut von 70 Schwestern verteilt auf 17 Häuser.

 Ihr Grab befindet sich im Mutterhaus der Hermanas de Ntra. Sra. de la Consolación, Santa María Rosa Molas y Vallvé, Tarragona, Spanien.

 Am 8. Mai 1977 wurde Maria Rosa Molas y Vallvé von Paul VI. seliggesprochen und am 23. Oktober 1988 von Papst Johannes Paul II. heiliggesprochen.

 

Italienisch

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Band 5