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Heilige

Andreas Resch: Kyrill Bertrán und 8 Gefährten

Andreas Resch: Kyrill Bertrán und 8 Gefährten

Kyrill Bertran und 8 GefährtenKYRILL BERTRÁN
und 8 Gefährten

ORDENSPROFESSEN
DES INSTITUTS DER CHRISTLICHEN SCHULBRÜDER

INNOZENZ VON DER
IMMAKULATA

PROFESSPRIESTER
DER KONGREGATION DER PASSIONISTEN

SPANISCHE MÄRTYRER
(1934, 1937)

Heiligsprechung: 21. November 1999
Fest: 9. Oktober

Das Martyrium der neun Schulbrüder und eines Passionisten kam nicht ganz unerwartet. Am 14. April 1931 wurde in Spanien die Zweite Republik ausgerufen, begleitet von Versprechungen betreffend einen Wandel und die Befreiung des Proletariats. Die zwei damals, international gesehen, aktivsten Kräfte, Freimaurer und Kommunisten, versuchten, die Macht an sich zu reißen. Erstere strebten nach der Vorherrschaft in intellektuellen Kreisen, während Letztere den Zeitpunkt für gekommen hielten, eine radikale Umwälzung der sozialen und ökonomischen Strukturen herbeizuführen. Die Konstitution der Republik und verschiedene Gesetze, vor allem im Bildungsbereich, erwiesen sich nicht nur als ungerecht, sondern als suppressiv bis schikanös. Erste Enttäuschungen führten zu Rache- und Vergeltungsgelüsten. Bei den allgemeinen Wahlen 1933 erhielten die Rechtsparteien die Mehrheit und machten sich daran, die Regierung des Staates zu übernehmen. Die politischen Repräsentanten und Gewerkschaften der Linken drohten mit dem Ausbruch der Revolution des Proletariats, falls es zu dieser Regierungsbildung kommen sollte.


 Am 4. Oktober 1934 übertrug der neue Präsident der Regierung der Radikalen Partei drei Ministerien der CEDA (Confederación Española de Derechas Autónomas). Es war das Signal, auf das man gewartet hatte. Im ganzen Land wurde versucht, eine Revolution zu entfachen, minutiös vorbereitet von den Führern von Politik und Gewerkschaft. Nahezu überall kam es zu Unruhen, doch wurden diese von den offiziellen Ordnungskräften rasch eingedämmt. Der Generalstreik endete in dem Moment, als sich die Aufmerksamkeit der Nation auf Asturien richtete. Dort gelang es den Arbeitermassen schon bald, die Bergbautäler und Industriegebiete unter ihre Kontrolle zu bringen. Angesichts der Schwere der Ereignisse wurde in ganz Spanien der Kriegszustand ausgerufen. Militäreinheiten bewegten sich in Richtung Asturien, um den Aufstand niederzuschlagen. An die 50.000 Minen- und Industriearbeiter hatten die Waffen erhoben. Kaum waren sie Herr der Lage, zwangen sie den verschiedenen Orten ihre revolutionären Organisationen auf. So kam es, dass am 5. Oktober 1934 eine Gruppe von Rebellen acht Christliche Schulbrüder und einen Passionisten, der sich gerade bei ihnen aufhielt, in ihre Gewalt brachte. Die acht Schulbrüder (de La Salle) unterrichteten an einer Schule in Turón, einem Dorf im Zentrum eines Bergbaugebietes in der Region Asturien im Nordosten Spaniens, während der Passionist dort Beichtvater war. Asturien war eine Bergbauregion mit vielen Einwanderern, die ein hartes Leben führten und ihrer besten Traditionen verlustig gegangen waren. Die Kampagne gegen das Bürgertum und die Kirche fand dort einen geeigneten Boden. Die Erschießung der Märtyrer erfolgte 1934 in Turón. Der neunte Bruder der Christlichen Schulen stammte aus Katalonien und wurde 1937 in Tarragona erschossen.
 Die meisten dieser Ordensleute befanden sich in der Blüte ihrer Jugend: vier von ihnen waren jünger als 26 Jahre, während der Älteste gerade einmal 46 Jahre erreichte. Im Folgenden die Namen der Märtyrer von Turón aus dem Jahre 1934:

JOSé SANZ TEJEDOR (KYRILL BERTRAN) , Leiter der Kommunität von Turón, wurde am 20. März 1888 in Lerma in der Provinz Burgos geboren. Seine Eltern waren einfache Arbeiter. Von ihnen lernte er Strenge, Opfergeist und die Vorliebe für das Religiöse. Am 12. Juli 1905 trat er in das Noviziat der Christlichen Schulbrüder in Bujedo ein. Bei seiner apostolischen Arbeit zeigte er großen Einsatz und Eifer. Die ungewöhnliche Klugheit und Umsicht von Bruder Kyrill, verbunden mit einem intensiven spirituellen Leben und großem apostolischen Eifer, veranlassten seine Obern, ihm immer anspruchsvollere Aufgaben zu übertragen. So wurde er zum Direktor der Schule von Riotuerto in der Nähe von Santander und dann jener von San José, des sog. Katholischen Zirkels, ernannt. 1933 wurde ihm die Leitung der Schule Nuestra Señora von Covadonga in Turón anvertraut. Es war dies ein unruhiger Ort, denn im Zentrum der Bergbauregion saßen die fanatischsten Befürworter der proletarischen Revolution. Die Anwesenheit des neuen Direktors trug viel zur Beschwichtigung der Brüder der Kommunität bei, die angesichts dessen, was sich da zusammenbraute, ziemlich besorgt waren. Im Sommer 1934 nahm Bertrán gemeinsam mit anderen Schuldirektoren der Ordensprovinz von Nordspanien an einem Einkehrmonat in Valladolid teil. Es war dies die unmittelbare Vorbereitung auf seine Begegnung mit dem Herrn im Martyrium einige Monate später.


FILOMENO LÓPEZ (MARCIANUS JOSÉ) wurde am 15. November 1900 in einer Arbeiterfamilie in El Pedregal (Guadalajara) geboren. Von Kindheit an lernte er die Beschwerlichkeiten der Arbeit zu ertragen und die Probleme des Lebens mutig anzugehen. Auf Anregung eines Onkels trat er am 12. November 1912 mit nicht einmal 12 Jahren in das Aspirantat der Christlichen Schulbrüder ein, doch zwang ihn ein Ohrenleiden zur Rückkehr in die Familie. Auf sein Drängen wurde er erneut in die Kongregation aufgenommen, unter der Bedingung, sich manuellen Arbeiten zu widmen. Er stimmte zu. Am 9. Juli 1919 legte er die ersten Gelübde ab und am 9. Juli 1925 die ewige Profess. Bis zum 28. Mai 1928 blieb López im Haus von Bujedo; anschließend wurde er nach Terán versetzt. Er arbeitete in den Kommunitäten von Caborana, Colunga und Mieres, wo er 1934 anbot, einen Mitbruder zu ersetzen, der – verängstigt durch die Spannungen, die nichts Gutes verhießen – um die Versetzung von Turón bat. López hatte sich kaum in die neue Gemeinschaft eingelebt, als ihn der Herr sein Schicksal mit dem der übrigen Mitglieder der Kommunität im Martyrium teilen ließ.


CLAUDISU BERNABÉ CANO (VICTORIANO PIO wurde am 7. Juli 1905 in San Millán de Lara (Burgos) geboren und noch am gleichen Tag auf den Namen Claudius getauft. Seine lasallianische Ausbildung machte er in Bujedo. Am 26. August 1918 trat er in das Institut ein und am 3. Februar 1923 legte er die ersten Gelübde ab. Er hatte eine Vorliebe für Musik und fungierte, neben dem normalen Unterricht, an allen Schulen, in die er nach und nach geschickt wurde, als Chorleiter. Am 22. August 1930 legte er die ewigen Gelübde ab. Die ungerechte Gesetzgebung von 1933 zwang die Brüder, der Vorsicht halber häufig zu einem Ortswechsel. Wie Bruder Marcianus wurde auch ihm 1934 aufgetragen, nach Turón zu gehen, um die dortige Kommunität aufzufüllen. Er war erst seit einem Monat an dieser Schule, als der Herr von ihm verlangte, sein Leben zu opfern.


WILFRIED FERNÁNDEZ ZAPICO (JULIAN ALFRED) wurde am 24. Dezember 1903 in Cifuentes de Rueda (León) geboren. Das gute Beispiel seiner Eltern und der Einfluss eines Priesteronkels, bei dem er nach dem frühen Tod der Mutter eine Zeitlang lebte, ließen ihn in einer frommen Umgebung aufwachsen und schon in sehr jungen Jahren den Weg des Ordenslebens einschlagen. Mit 17 trat er in das Noviziat der Kapuziner in Salamanca ein, doch zwang ihn eine schwere Krankheit schon nach kurzer Zeit zur Rückkehr in die Familie. Nach seiner Genesung wartete er vergeblich auf eine neuerliche Aufnahme bei den Kapuzinern. Damals lernte er die Christlichen Schulbrüder kennen, die ihn am 4. Februar 1926, im Alter von 22 Jahren, zum Noviziat in Bujedo zuließen. Am 15. August 1927 legte er die ersten Gelübde ab. Der erste Ort seiner apostolischen Tätigkeit war die Schule von Caborana. Am 28. August 1932 folgten die ewigen Gelübde, im September 1933 die Versetzung nach Turón. Im zweiten Jahr seines Apostolats bescherte der Herr diesem edlen und treuen Ordensmann die Kone des Martyriums.

VINZENZ ALONSO ANDRÉS (BENJAMIN JULIÁN) wurde am 27. Oktober 1908 in Jaramillo de la Fuente (Burgos) geboren. Am 7. Oktober 1920 trat er mit nur 12 Jahren in das Aspirantat der Christlichen Schulbrüder von Bujedo ein und legte am 15. Mai 1926 die ersten Gelübde ab. In der Ausbildung stieß er auf viele Schwierigkeiten, die er jedoch durch seinen eisernen Willen, unter allen Umständen erfolgreich zu sein, kompensierte. Seine Anstrengungen fruchteten so sehr, dass – als die Oberen ihn von der Schule von Santiago de Compostela nach Turón versetzen wollten – die Familien dies zu verhindern suchten. Es war jedoch der Wille der Obern, dass er sich 1934 an der Schule von Turón befand – zu einer Zeit, als von ihm verlangt wurde, sein Leben durch das Martyrium zu krönen. Kurz vorher, am 30. August 1933, legte er noch die ewigen Gelübde ab.


ROMÁN MARTÍNEZ FERNÁNDEZ (AUGUST ADRÉS) wurde am 6. Mai 1910 in Santander geboren. Von seinem Vater, einem Berufssoldaten, lernte er den Sinn für Genauigkeit und Gehorsam und von der Mutter, einer frommen und empfindsamen Frau, erbte er die höflichen Umgangsformen, die seine Lehrer, Gefährten und später auch seine Schüler so sehr schätzten. Als er den Wunsch äußerte, Ordensmann zu werden, begehrte die Mutter auf. Es bedurfte einer schweren Krankheit des Sohnes, um den Willen der Mutter zu beugen, die das Gelübde machte, sich dem Verlangen des Sohnes nicht zu widersetzen, wenn er wieder gesund würde. So geschah es und Román konnte sich seinen Wunsch erfüllen. Am 8. August 1922 trat er in das Noviziat der Christlichen Schulbrüder in Bujedo ein. Am 15. August 1927 legte er seine ersten Gelübde ab, die er 1929 erneuerte, doch blieb ihm nicht mehr die Zeit für die ewige Profess, weil ihn ein Jahr vorher das Martyrium ereilte. Er war kaum ein Jahr in Turón, als es zu den tragischen Ereignissen kam, die auch diesem jungen Mann von 24 Jahren das großzügige Geschenk der Hingabe seines Lebens abverlangten.


HEKTOR VALDIVIELSO SÁEZ (BENITO DE JESÚS) wurde am 31. Oktober 1910 als Sohn armer Einwanderer in Buenos Aires (Argentinien) geboren und auf den Namen Hektor getauft. Finanzielle Schwierigkeiten zwangen die Eltern zur Rückkehr nach Spanien, und so trat Hektor am 31. August 1922 bei den Christlichen Schulbrüdern in Bujedo ein. Am 7. August 1924 kam er in das Generalatshaus des Instituts nach Lembecqlez-Hal in Belgien, wo sich das Missionsnoviziat der Kongregation befand, in das er 1925 eintrat. Hektors Wunsch war es, eines Tages zur seelsorglichen Arbeit in seine Heimat zurückkehren zu können. Nach Beendigung des Noviziats legte er am 10. Oktober 1927 die ersten Gelübde ab. Während er darauf wartete, seinen Traum verwirklichen zu können, schickten ihn die Oberen an die Schule nach Astorga (León) und versetzten ihn 1933 nach Turón. Seine Hingabe für die jungen Menschen machte aus dem jungen Mann einen geeigneten Kandidaten für das Martyrium, das nicht lange auf sich warten ließ. Sáez ist der erste Heilige Argentiniens.


ANICETUS ADOLF (MANUEL SECO GUTÉRREZ) war mit seinen gerade einmal 22 Jahren der Jüngste in der Kommunität. Er wurde am 4. Oktober 1912 in Celada Marlantes (Santander) geboren. Durch den Tod der Mutter früh zum Waisen geworden, wurden er und seine Geschwister in sehr christlichem Geist vom Vater erzogen, sodass drei von ihnen bei den Christlichen Schulbrüdern eintraten. Anicetus ging als Knabe in das Aspirantat von Bujedo. Einige Monate nach seinem Eintritt erreichte ihn die traurige Nachricht von Ableben des Vaters. Am 6. September 1928 trat er in das Noviziat ein, legte am 2. Februar 1930 die ersten Gelübde und 1931 die dreijährigen Gelübde ab. Zwei Jahre später wurde er nach Erwerb des Lehrerdiploms an das Institut Nuestra Señora de Lourdes in Valladolid geschickt. Dort blieb er nur ein Jahr, weil er im folgenden Sommer an die Schule von Turón versetzt wurde. Sein stets heiteres und liebenswürdiges Lächeln beeindruckte sogar seine Mörder, als sie ihn zur Erschießung festbanden.


MANUEL CANOURA ARNAU (INNOOZENZ VON DER IMMAKULATA) war ein Passionist, der sich beim tragischen Angriff auf die Schule der Brüder gerade als Aushilfspriester dort befand. Er wurde am 10. März 1887 in S. Cecilia, im Valle de Oro, an der kantabarischen Küste der galicischen Provinz Lugo geboren. Mit 14 Jahren trat er in das Seminar der Passionisten in Peñafiel bei Valladolid ein. Am 26. Juli 1904 begann er das Noviziat in Deusto (Guiscaglia), wobei er den Namen Innozenz von der Immakulata annahm. Am 27. Juli 1905 legte er die ersten Gelübde ab und setzte anschließend sein Studium der Philosophie und Theologie fort. Am 2. Oktober 1910 wurde er in Mieres, einer kleinen Stadt unweit von Turón, zum Subdiakon geweiht, im Juni 1912 am gleichen Ort zum Diakon und am 20. September 1920, ebenfalls in Mieres, zum Priester. Er wirkte vor allem als Prediger und Lehrer in verschiedenen Städten. Seine letzte Station war Mieres Anfang September 1934. Der Herr erwartete ihn, um ihm in Turón, wo er seit kurzem als Beichtvater für die Studenten tätig war, die Krone des Martyriums zu überreichen. Am 4. Oktober kam er in Vorbereitung auf den ersten Freitag des Monats zum Beichthören an die Schule. In den frühen Morgenstunden des 5. Oktober erfolgte der Ansturm der Milizsoldaten und Pater Innozenz traf das gleiche Schicksal wie die Kommunität der Christlichen Schulbrüder.

Bemerkungen zu den Umständen des Martyriums

Im Morgengrauen des 5. Oktober 1934 drang eine Gruppe Milizsoldaten in die Schule der Brüder ein. Die Ordensleute und mit ihnen der Passionistenpater wurden in Erwartung der Entscheidung des Revolutionskomitees im „Haus des Volkes“ untergebracht.
Als Erstes zwangen die Gefängniswärter Pater Innozenz, sein Ordenskleid abzulegen, weil sie der Anblick irritierte. Der Rektor der Schulbrüder ersuchte darum, ein Ordensgewand aus dem Haus der Brüder bringen zu lassen. Gleich darauf wurde die Bitte erhört und P. Innozenz wechselte das Gewand nach dem Willen der Gefängniswärter.

Die Brüder und der Pater verharrten vier Tage unter den drohenden Blicken der Wärter. Ihre Hingabe war bewundernswert und sehr hilfreich für die übrigen Gefangenen, die sich später mit Ergriffenheit an ihren Mut und die beeindruckende Gelassenheit erinnerten.

Unter dem Druck einiger Extremisten beschloss das Komitee, die Todesstrafe über die Ordensleute zu verhängen, die im Dorf einen ziemlichen Rückhalt hatten, weil der Großteil der Bevölkerung die Kinder zu ihnen in die Schule schickte. Die Entscheidung wurde geheim getroffen: Die Ordensleute sollten am 9. Oktober 1934 unmittelbar nach 1 Uhr nachts auf dem Ortsfriedhof erschossen werden. Die Mitglieder des Erschießungskommandos wurden aus anderen Dörfern geholt, weil es in Turón kaum Personen gab, die zu dieser Gräueltat bereit waren. Die Opfer erkannten die Absicht des Komitees und bereiteten sich durch Gebet und Beichte sowie im Geiste der Vergebung für die Mörder auf das Martyrium vor. In den frühen Morgenstunden des 9. Oktober wurde der Befehl erteilt, sich in die Mitte des Friedhofs zu begeben. Dort befand sich eine ca. neun Meter lange Grube, vor der die Gefangenen aufgestellt wurden. In 300 Meter Entfernung war das Schulgebäude zu sehen.

Silverio Castañón von der Linken, der sich gegen andere, die wie z. B. Leoncino Villanueva, der Chef der lokalen Freimaurergruppe, gegen die Hinrichtung waren, durchsetzte, gab den Feuerbefehl. Die Ordensleute wurden von zwei Salven niedergestreckt. Einige von ihnen gaben noch Lebenszeichen von sich und wurden daraufhin durch einen Pistolenschuss getötet. Bruder Kyrill und der Oberleutnant wurden zudem mit einer in der Nähe gefundenen Keule erschlagen. Der Totengräber wurde angewiesen, Erde auf die Körper zu werfen. Er tat seine Arbeit und entfernte sich. Die Mörder kehrten in ihre Dörfer zurück, völlig verwirrt von der Gelassenheit der Opfer, die alles ohne Klagen und Protestieren hingenommen hatten.

Einige Tage später bekannte Castañón, der mittlerweile in Mieres im Kerker saß: „Die Brüder und der Pater haben sich das Urteil in Ruhe angehört und sind dann bestimmten und sicheren Schrittes zum Friedhof gegangen. Sie wussten, was sie erwartete, und sie gingen wie Schafe zum Schlachthof – so dass ich, der ich ein harter Mann bin, von ihrer Haltung ganz ergriffen war... Auf dem Weg dorthin und als sie dann vor dem Tor warteten, haben sie leise gebetet...“

1937 wurde in Tarragona Emmanuel Barbal Cosán (Jakob Hilarius Barbal), geboren am 2. Januar 1898 in Enviny (Lérida), hingerichtet. Er war im Januar 1908 als Student in den Konvikt der Vinzenzianer von Rialb eingetreten. Schon als Kind hatte er den Ruf zum geweihten Leben vernommen und trat daher in das Seminar von Seo de Urgel ein. Eine fortschreitende Schwerhörigkeit verhinderte jedoch seine kirchliche Berufung und so kehrte er zu den Seinen zurück. Doch der Ruf des Herrn verstummte nicht. Da begegnete er einem Bruder der Christlichen Schulen, der ihm von seinem Institut erzählte. „Das gefällt mir“, rief er aus, und bat um Aufnahme. Es folgte der Eintritt in das Noviziat von Irún. Seine apostolischen Erfahrungen begannen 1918 und trotz Gehörproblemen erwies sich Cosán als gediegener Lehrer. Nacheinander war er in Mollerussa, Manresa und schließlich in Oliana. Gegen die zunehmend aggressivere Erkrankung gab es allerdings kein Mittel und so musste er nach einigen Jahren als Vize-Novizenmeister das Unterrichten aufgeben und sich manuellen Arbeiten zuwenden. Inzwischen bahnten sich für sein Land tragische Ereignisse an.

Umstände des Martyriums

Bruder Jakob wurde im Dezember 1936 in Mollerussa gefangen genommen und in das Gefängnis von Lérida geworfen. Da er aus Cambrils kam, wurde er vor die Kommission von Tarragona gebracht und in den Schiffskerker „Mahon“ gesperrt. Das Urteil wurde für Januar 1937 festgesetzt. Der Advokat empfahl ihm: „Es genügt, wenn du sagst, dass du in der Kommunität als Gärtner gearbeitet hast..., dass du kein Ordenmann warst... dann wirst du sicher freigelassen.“ Seinem Direktor vertraute Jakob an: „Ich kann meinen Ordensstand nicht verleugnen.“ Das war sein Todesurteil.


Zwei Tage später, am 16. Januar 1937, um 15.30 Uhr, wurde Bruder Jakob in ein Wäldchen auf dem Hügel „La Oliva“ neben dem Friedhof gebracht. Man wollte die Sache rasch abwickeln, um einem möglichen Indult zuvorzukommen, das tatsächlich am 18. Juni, nach bereits erfolgter Hinrichtung, eintraf. Während man den Vertreter des Tribunals erwartete, fragten die Milizsoldaten des Exekutionskommandos verwundert: „Bist du dir denn nicht bewusst, dass wir dich umbringen werden?“ Die Antwort war die eines authentischen Zeugen: „Für Christus sterben, heißt regieren!“ Man postierte ihn daraufhin neben einem trockengelegten Wasserfall und nahm drei Meter vor ihm Aufstellung: „Feuer!“ Der Bruder blieb stehen: Keine einzige Kugel hatte ihn getroffen. Wütend gab der Kommandant neuerlich Feuerbefehl. Bruder Jakob stand immer noch aufrecht. Während die Milizsoldaten erschrocken ihre Waffen wegwarfen und die Flucht ergriffen, setzte der Kommandant unter Flüchen seine Pistole an Jakobs Schläfe, der so in das Reich des Herrn einging.

Gräber

Die Gelassenheit und der Mut, mit denen die Schulbrüder und der Passionistenpater das Martyrium auf sich nahmen, beeindruckten die Folterknechte, die ihre Tat später bekannten und dabei zahlreiche Details anführten. Die Dorfbewohner betrachteten die Betroffenen sogleich als Märtyrer.

Bald darauf, am 21. Oktober 1934, als die Revolution bereits niedergeschlagen war, wurden die Leichname der Märtyrer exhumiert. Der Zeuge der Exhumierung sprach von Zeichen, die der Schlagstock auf ihren Körpern hinterlassen hatte, von der Verwesung und der Schwierigkeit der Identifizierung. Die Mitbrüder brachten ihre toten Gefährten nach Bujedo in der Provinz Burgos, wo sie im Märtyrer-Mausoleum des Lasalle-Hauses auf dem dortigen Friedhof bestattet sind.

Der Leichnam von P. Innozenz wurde am 25. Februar 1935 nach Mieres gebracht, wo ihn tausende Bürger empfingen. Er wurde dort auf dem Friedhof der Stadt in einem einfachen Grab beigesetzt, über dem die Passionisten eine Kapelle errichten wollten, was einige Jahre später auch geschah. Dann geriet der Pater in Vergessenheit und als schließlich die Ordensleute kamen, um seine sterblichen Überreste in Augenschein zu nehmen, waren diese mit denen anderer Mitbrüder vermengt und konnten nicht mehr identifiziert werden. Es bleibt daher nur die Erinnerung an seinen Namen.

Am 21. November 1999 wurden Kyrill Bertrán, acht Mitbrüder und Innozenz von der Immakulata von Papst Johannes Paul II. heiliggesprochen, der sie am 21. November 1990 seliggesprochen hatte.

 

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