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Heilige

Andreas Resch: Kajetan Errico

Andreas Resch: Kajetan Errico

Kajetan ErricoKAJETAN ERRICO

(1791–1860)

GRÜNDER

DER KONGREGATION DER MISSIONARE VON DEN
HL. HERZEN JESU UND MARIÄ

Heiligsprechung: 12. Oktober 2008   
Fest: 29. Oktober

Der heilige Kajetan Errico wurde am 19. Oktober 1791 als drittes von zehn Kindern des Pasquale Errico und der Maria Marseglia in Secondigliano, einem alten Stadtteil im Norden Neapels, geboren. Der Vater betrieb eine kleine Nudelfabrik, die Mutter arbeitete in der Plüschweberei. Bei der Taufe am folgenden Tag erhielt er die Namen Kajetan, Kosmas und Damian. Im Schoß der Familie zu einem gediegenen christlichen Leben erzogen, besuchte er die Volksschule und wurde mit sieben Jahren zur Erstkommunion zugelassen. 1802, im Alter von 11 Jahren, empfing er das Sakrament der Firmung.

  Da sich Kajetan zum Ordensleben berufen fühlte, ersuchte er mit 14 Jahren zuerst um Aufnahme bei den Kapuzinern und anschließend bei den Redemptoristen, doch wurde seine Bitte aus Altersgründen abgewiesen. Schließlich bat er mit 16 Jahren um Aufnahme in das erzbischöfliche Seminar von Neapel. Im Januar 1808 nahm er den Talar und weil die Familie nicht in der Lage war, die Kosten für seinen Unterhalt als Interner zu bezahlen, folgte er den Studien als Externer und ging zu Fuß zum Seminar. Täglich legte er, ob bei Kälte, Hitze oder Regen, acht km zurück und zog dabei die Bewunderung der Leute auf sich, die, wenn sie ihn kommen sahen, riefen: „Da, schau, der hl. Kajetan!“   Den Unterricht im Seminar besuchte er mit großem Erfolg. Er nahm täglich an der hl. Messe teil, empfing die Kommunion, half in der Familie, besuchte jeden Donnerstag die Kranken im Spital der „Unheilbaren“ von Neapel, denen er immer irgendein Geschenk mitbrachte – die Früchte seiner wöchentlichen Ersparnisse  – , und wandelte sonntags mit dem Kreuz in der Hand auf den Straßen, um die Kinder zum Katechismus zu versammeln.   Nach Abschluss der Studien wurde er am 23. September 1815 von Kard. Ruffo Scilla in der Kapelle der hl. Restituta in der Kathedrale von Neapel zum Priester geweiht. Nach der Priesterweihe wurde Errico der Pfarre der hll. Kosmas und Damian als Mitarbeiter des Pfarrers zugewiesen, der ihn an seiner statt zum Gemeindelehrer vorschlug – ein Amt das er fast 20 Jahre lang mit Fleiß, Aufmerksamkeit und Eifer ausübte, wobei ihm bei der Ausbildung vor allem die Vermittlung christlicher Werte am Herzen lag. Gleichzeitig widmete er sich mit ganzer Hingabe dem seelsorglichen Dienst in der Pfarrkirche.   Seine apostolische Tätigkeit vollzog sich in vier Richtungen: Verkündigung des Wortes Gottes, Beichthören, materielle und spirituelle Betreuung der Kranken, Dienst der Nächstenliebe. Um seiner priesterlichen Tätigkeit ganz zu entsprechen, führte er ein intensives Gebets- und Bußleben, so dass die Mutter, die seine blutbefleckten Hemden wusch, sagte: „Jetzt lässt du mich jene Schmerzen spüren, die ich nicht hatte, als ich dich im Schoß trug und zur Welt brachte.“   Jedes Jahr zog er sich als Priester nach Pagani (Salerno) in das Haus der Redemptoristen zu geistlichen Exerzitien zurück. Als er im Jahre 1818 im Chor betete, geschah etwas, das seinen Lebensweg vorzeichnen und verändern sollte: Es erschien ihm der hl. Alfons, um ihm mitzuteilen, dass ihn Gott als Gründer einer Ordensgemeinschaft ausersehen habe, wobei er ihm als „Zeichen“ die Errichtung einer Kirche zu Ehren der Schmerzensmutter in Secondigliano in Auftrag gab. Die Botschaft, dass es der Wille Gottes sei, in Secondigliano eine Kirche zu Ehren der Schmerzensmutter zu errichten, wurde vom Großteil der Bevölkerung mit Begeisterung aufgenommen, doch gab es auch einige, die sich misstrauisch und ablehnend verhielten. Die wenigen, aber wehrhaften und kämpferischen Gegner schworen, dass sie den Bau der Kirche verhindern würden. Als das Projekt endgültig zu scheitern drohte, glaubte Errico weiterhin fest daran und versicherte den Leuten: „Die Kirche wird gebaut, weil Gott es will.“ Am 9. Dezember 1830 wurde sie eingeweiht.   Nach dem Bau der Kirche beauftragte Errico den neapolitanischen Bildhauer Francesco Verzella mit einer Holzstatue der Schmerzensmutter. Man erzählt sich, dass er das Gesicht immer wieder neu machen ließ und am Schluss ausrief: „So war sie!“ Hatte er sie in einer Vision gesehen? Die Statue hielt im Mai 1835 ihren Einzug in Secondigliano. Seither halten die Pilgerfahrten der Gläubigen zur Verehrung der Schmerzensmutter des Kajetan Errico ohne Unterbrechung an.   Als Errico in den Folgejahren im selben Chor von Pagani vor dem Allerheiligsten betete, hatte er die Eingebung, dass die neue Kongregation „zu Ehren der Heiligen Herzen Jesu und Mariä“ errichtet werden müsse. Von da an wurden die Heiligen Herzen für Kajetan Errico zum Mittelpunkt seiner apostolischen und missionarischen Tätigkeit und er zum Apostel ihrer barmherzigen Liebe in ganz Süditalien. Die Liebe der Heiligen Herzen trieb ihn an, nach dem „Bruder Sünder“ Ausschau zu halten, um ihn zum Vater zu bringen, auch um den Preis des Lebens, und sich unaufhörlich und ohne Grenzen vor allem der Schutzlosen anzunehmen: Kranke, Arbeiter, Handwerker, Bauern, Analphabeten, gefährdete Mädchen ohne Mitgift, Gefangene. Er nahm sich vor, alle die liebende Anwesenheit Gottes spüren zu lassen – bereit zur Vergebung und zurückhaltend im Zorn.   Nach Fertigstellung der Kirche begann Kajetan auf einem Platz daneben jenes Haus zu errichten, das die künftigen Ordensleute beherbergen sollte, die Missionare von den Heiligen Herzen Jesus und Mariä. Er baute zunächst ein kleines Haus, in das er sich 1833 zurückzog, um dort gemeinsam mit einem Laien zu wohnen, der für den Dienst in der Kirche zuständig war. Mit der Übersiedlung aus dem Elternhaus begann „offiziell“ die Verwirklichung des wichtigsten Auftrags seiner Berufung: die Gründung der Kongregation der Missionare von den Heiligen Herzen Jesu und Mariä. Kajetan beschreibt den spezifischen Zweck der neuen Kongregation in der Einleitung der ersten Regel:   „Alle Mitglieder der entstehenden Kongregation sind verpflichtet, zuerst in sich selbst und dann in den anderen das Feuer der Liebe Gottes zu fördern und es je nach ihrem Vermögen sowie dem Amt und der Situation eines jeden entsprechend zum Leuchten zu bringen, ohne je zu sagen, es ist genug; um das zu erreichen, dürfen sie weder in der Verkündigung der göttlichen Botschaft je nachlassen, noch im Beichthören sich langweilen oder beim Anrufen der größten Sünder erröten, und sie sollen diese ersuchen, sich demütig zu bekehren, auf sie zugehen, für sie beten und das ganze Haus beten lassen und, wenn dann alle Mittel der christlichen Nächstenliebe ausgeschöpft sind, auch die außergewöhnlichen (damit diese Kongregation das Herz Jesu und Mariens nachahmen kann, müssen die außergewöhnlichen Handlungen der Nächstenliebe ihre kostbarste Mitgift bilden), zu Korrektur und Tadel übergehen.“   Nach der Vergrößerung des Hauses gründete er „Das priesterliche Exerzitienhaus der Heiligen Herzen“, um dort die Priester zu empfangen, die bereit waren, sich vor allem für die Arbeit der Volksmissionen, die geistlichen Exerzitien und die Jugendheime einzusetzen.   1833 unterbreitete er dem König das Gesuch um Anerkennung des Exerzitienhauses, das zusammen mit den Satzungen am 14. März 1836 approbiert wurde. Am 1. Oktober des Jahres eröffnete er mit der Aufnahme von neun jungen Männern das Noviziat. Nach Beendigung desselben legten die Mitglieder außer den drei Ordensgelübden auch das Gelübde der Standhaftigkeit ab und verpflichteten sich dazu, kein Amt außerhalb der Kongregation zu übernehmen.   Im Mai 1838 suchte Errico um die päpstliche Anerkennung der Kongregation an und erhielt am 30. Juni von der Bischofs- und Regularenkongregation das Decretum laudis. Am 6. April 1839 ersuchte er zur Absicherung der Entwicklung der Kongregation um die offizielle Anerkennung, die der König am 13. Mai gewährte, indem er „die Kongregation der Missionare von den Heiligen Herzen Jesu und Mariä für legitim erklärte und fähig, die entsprechenden zivilen und kanonischen Rechte zu genießen“.   Im April 1846 kehrte Errico nach Rom zurück, um die endgültige Anerkennung zu erlangen. Die Zahl der Mitglieder nahm rasch zu und es wurden mehrere Häuser gegründet. Am 7. August 1846 erließ Papst Pius IX. das Anerkennungsdekret und am 15. September das apostolische Breve.  Nach der Approbation wurde Kajetan Errico einstimmig zum Generaloberen gewählt. Er arbeitete bis zu seinem Tod für die Entfaltung der Kongregation, wobei er sich in besonderer Weise um die Ausbildung der Mitbrüder kümmerte. Er engagierte sich in der missionarischen Tätigkeit, als Volksprediger und bei geistlichen Exerzitien in zahlreichen Schwesternklöstern, in der geistlichen Führung und vor allem im Spenden des Sakraments der Versöhnung.

  Um die Mitte des Monats Oktober 1860 musste er wegen eines Darmfiebers das Bett hüten, ohne je wieder in die Kirche zurückkehren zu können; er zelebrierte daraufhin in seinem Zimmer. Am 26. Oktober verschlimmerte sich sein Zustand, es kamen auch Atembeschwerden hinzu. Sein Neffe, P. Beniamino Errico, feierte im Zimmer die hl. Messe, an der Errico sehr gesammelt teilnahm und die Kommunion empfing. Die Patres des Instituts standen um ihn herum und er sagte zu ihnen: „Lasst es sein, es hat keinen Sinn mehr“, und er versicherte ihnen: „Ich verlasse Euch nicht, ich werde den Herrn für euch bitten und im Geiste in eurer Mitte sein.“ Er bat um Verzeihung und empfahl: „Meine Söhne, liebt einander gegenseitig und haltet euch genau an die Regel.“ Am 28. Oktober erhielt er die Krankensalbung, am 29. Oktober 1860 starb er im Ruf der Heiligkeit. Seine sterblichen Überreste ruhen in der Kapelle des seligen Kajetan Errico, im Innern der Kapelle der Schmerzensmutter in Secondigliano (Neapel). Am 14. April 2002 wurde Kajetan Errico von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen. Am 12. Oktober 2008 sprach ihn Papst Benedikt XVI. heilig.

 
 

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