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2015

ETHICA 23. Jg. 2015

ETHICA Wissenschaft und Verantwortung

23. Jahrgang - 2015 - Innsbruck: Resch


Leitartikel

Ethica 2015-1
Krämmer, Johannes: Gedanken über das Sterben und Altern, über das Wesen des Menschen und über die Rolle der Philosophie (Editorial)
Bennent-Vahle, Heidemarie: Besonnenheit - eine unzeitgemäße Tugend, die nottut 61
Fenner, Dagmar: Kopftuchstreit und Burkaverbot. Eine Analyse der Argumente gegen den muslimischen Schleier 13
Münk, Hans J.: Was heißt säkulares Denken? 39

Ethica 2015-2
Bonfranchi, Riccardo: Care Ethics als ethische Grundlage der Telefonseelsorge 155
Koller, Jürgen: Leidensfähigkeit als zeitlose Grundnorm 115
Schmitt, Hanspeter: Glaube als Größe und Grenze optionaler Moral. Im Gespräch mit Hans Joas 99

Ethica 2015-3
Hähnel, Martin: Abstimmung über das Unabstimmbare? Über Chancen und Grenzen von Gesetzesvorschlägen in der aktuellen Debatte zur Sterbehilfe 195
Homann, Karl: Das Können des moralischen Sollens I: Die ökonomische Problematik 243 (Zus.fg. in Ethica 2015/4)
Horstmann, Simone: Normalität und Ausnahme. Zur Modernitätskompatibilität des Normalitätsbegriffs bei Carl Schmitt 225
Kirchschläger, Peter G.: Multinationale Konzerne und Menschenrechte 261

Ethica 2015-4
Homann, Karl: Das Können des moralischen Sollens II: Bedingungen individuellen moralischen Handelns 291
Rippe, Klaus Peter: Überkreuzte Lebendspende. Ethische Gesichtspunkte 315
Wirth, Mathias: Enjambement von Eigenem und Fremdem. Zur anthropologischen Vehemenz in Technikphilosophie und Transplantationsmedizin 337

Bücher und Schriften
Brigitte Aulenbacher / Maria Dammayr (Hg.): Für sich und andere sorgen. Krise und Zukunft von Care in der modernen Gesellschaft (V. Schubert-Lehnhardt) 376
Thomas Bahne: Person und Kommunikation. Anstöße zur Erneuerung einer christlichen Tugendethik bei Edith Stein (J. Römelt) 182
Riccardo Bonfranchi: Studienbuch der geistigen Behinderung. Theoretische und praktische Aspekte der Geistigbehindertenpädagogik (B. Schmid) 189
Andreas Brenner: UmweltEthik. Ein Lehr- und Lesebuch (J. Maaß) 191
Demmer, Klaus: Selbstaufklärung theologischer Ethik. Themen - Thesen - Perspektiven (B. Schmid)
Eissa, Tina-Louise: Gesünder, intelligenter, perfekt? Selbstgestaltung durch Enhancement im Kontext pluralistischer Ethik (J. Krämmer) 370
Orsolya Friedrich / Michael Zichy (Hg.): Persönlichkeit. Neurowissenschaftliche und neurophilosophische Fragestellungen (J. Krämmer) 184
Karl Homann: Sollen und Können. Grenzen und Bedingungen der Individualmoral (A. Resch) 281
Bernhard Irrgang: Projektmedizin. Neue Medizin, technologie-induzierter Wertewandel und ethische Pragmatik (L. Ohly) 187
Jahrbuch für Christliche Sozialwissenschaften: Menschenrechte in der katholischen Kirche (A. Merkl) 372
Marlen Jank: Der Homme Machine des 21. Jahrhunderts. Von lebendigen Maschinen im 18. Jahrhundert zur humanoiden Robotik der Gegenwart (I. Koncsik) 283
Peter G. Kirchschläger: Wie können Menschenrechte begründet werden? Ein für religiöse und säkulare Menschenrechtskonzeptionen anschlussfähiger Ansatz (A.J. Bucher) 88
Giovanni Maio: Geschäftsmodell Gesundheit: wie der Markt die Heilkunst abschafft (V. Schubert-Lehnhardt) 93
Giovannni Maio: Medizin ohne Maß? Vom Diktat des Machbaren zu einer Ethhik der Besonnenheit (V. Schubert-Lehnhardt) 176
Tilman Nagel: Angst vor Allah? Auseinandersetzungen mit dem Islam (J. Koller) 369
Reinhard Neck (Hg.): Wirtschaftsethische Perspektiven X. Wirtschaftsethik nach der Wirtschaft- und Finanzkrise (M. Joób) 180
Jochen Ostheimer / Markus Vogt (Hg.): Die Moral der Energiewende. Risikowahrnehmung im Wandel am Beispiel der Atomenergie (K. Ebner) 94
Markus Patenge: Grundrecht Gewissensfreiheit. Genese, Funktion und Grenzen aus moraltheologischer und rechtlicher Perspektive (T. Fuß) 286
Johann Platzer / Elisabeth Zissler (Hg.): Bioethik und Religion. Theologische Ethik im öffentlichen Diskurs (L. Klinnert) 179
Ulrich Schneckener / Arnulf von Scheliha / Andreas Lienkamp / Britta Klagge (Hg.): Wettstreit um Ressourcen. Konflikte um Klima, Wasser und Boden (Chr. Rehmann-Sutter) 175
Lea Schumacher / Oliver Deck (Hg.): Körperökonomien. Der Körper im Zeitalter seiner Handelbarkeit (V. Schubert-Lehnhardt) 283
Frank Sobiech: Radius in manu Dei. Ethos und Bioethik in Werk und Rezeption des Anatomen Niels Stensen (1638-1686) (I. Koncsik) 90
Peter Strasser: Diktatur des Gehirns. Für eine Philosophie des Geistes (J. Koller) 177
Gerbert Van Loenen: Das ist doch kein Leben mehr! Warum aktive Sterbehilfe zur Fremdbestimmung führt (J. Krämmer) 91
Hartwig Wiedebach: Pathische Urteilskraft (K. Gahl) 285
Nicole Zillien / Maren Haufs-Brusberg: Wissenskluft und Digital Divide (J. Maaß) 186
Johanna Zylinska: A Minimal Ethics for the Anthropocene (Ch. Rehmann-Sutter) 89


ETHICA 2015/1

EDITORIAL

KRÄMMER, JOHANNES: Gedanken über das Sterben und Altern, über das Wesen des Menschen und über die Rolle der Philosophie


LEITARTIKEL / Abstracts

FENNER, DAGMAR: Kopftuchstreit und Burkaverbot. Eine Analyse der Argumente gegen den muslimischen Schleier. ETHICA 23 (2015) 1, 13 – 37

Das Zeigen religiöser Symbole ist zwar grundsätzlich durch die in der Europäischen Menschenrechtskonvention geschützte Religionsfreiheit garantiert. In Europa gibt es aber zunehmende Widerstände gegen das offensive Auftreten der erstarkenden islamischen Religion in der Öffentlichkeit, vor allem bezüglich der mächtigen Moscheen mit hohen Minaretten oder der Verschleierung der Muslimas. Insbesondere der Ganzkörperschleier stellt die religiöse Toleranz westlicher liberaler Demokratien auf die Probe und stößt auf viel Kritik in der Bevölkerung. Ein Burkaverbot gibt es bereits in Belgien, Spanien, Frankreich und den Niederlanden. Die Debatten werden aber teilweise sehr emotional geführt und es bleibt bei vagen Schlagworten wie „Würdeverletzung“ oder „Integrationsverweigerung“. Der Beitrag setzt sich zum Ziel, die Argumente gegen das Tragen eines muslimischen Kopftuchs oder einer Vollverschleierung zu systematisieren und nüchtern und kritisch zu analysieren. Es geht letztlich um die Frage nach der ethischen (und rechtlichen) Legitimierbarkeit der Grenzen der Religionsfreiheit. Shop

Burkaverbot
Ganzkörperschleier
Islam
Kopftuchstreit
Religion
Religionsfreiheit
Religiöse Toleranz

FENNER, DAGMAR: Headscarf conflict and burqa ban – an analysis of the arguments against the Islamic headscarf. ETHICA 23 (2015) 1, 13 – 37

The presentation of religious symbols is definitely guaranteed by the freedom of religion as embedded in the European Convention for the Protection of Human Rights. However, in Europe resistance is increasing to the offensive presence in the public of the Islamic religion gaining more and more strength, which is above all expressed by gigantic mosques with their tall minarets or by yashmaked Muslim women. The religious tolerance of liberal democracies in the West is particularly tried and severely criticized in the population. A burqa ban already exists in Belgium, Spain, France and the Netherlands, but the debates about it are very emotional and exhaust themselves in rather vague buzz words such as “violation of dignity” or “refusal of integration”. The aim of this article is to systematize the arguments against wearing an Islamic headscarf or a full-body veil and objectively and critically analyse them. Finally, the question is the ethical (and juridical) legitimacy of the limits of religious freedom.

Burqa ban
freedom of religion
full-body veil
headscarf conflict
Islam
religion
religious tolerance


MÜNK, HANS J.: Was heißt säkulares Denken? ETHICA 23 (2015) 1, 39 – 60

In theologischen Beiträgen wird regelmäßig die Anforderung betont, eine an säkulares Denken anschlussfähige Argumentation zu entwickeln. In diesem Beitrag wird zunächst der Frage nachgegangen, ob (und wenn ja, wie) sich diese Vorstellung hinreichend präzise näher bestimmen lässt. Dazu ist eine Klärung zentraler Begriffe unumgänglich, deren Ergebnis allerdings ernüchternd ausfällt: Das Bedeutungsspektrum von ,säkular‘ und der verwandten Terminologie ist zu vieldeutig, als dass sich genügend klare Kriterien für ein Gelingen solcher Anschlussfähigkeit gewinnen ließen. Diese Problematik wird noch ausgeweitet durch neue Versuche in sozialwissenschaftlichen Disziplinen, den herkömmlichen Dual „religiös / säkular“ durch die noch reichlich vage neue Kategorie einer „nonreligion“ aufzusprengen. Am Beispiel des noch relativ jungen Konzepts der globalen Gerechtigkeit wird sodann konkreter verdeutlicht, dass über die semantisch-methodische Ebene hinaus auch weitere Faktoren zu berücksichtigen sind und dass in theologischen Kontexten die Frage der Anschlussfähigkeit nicht völlig theologieunabhängig zu entscheiden ist. Als Konsequenz ergibt sich das Desiderat, sich in solchen Zusammenhängen um eine genauere Bestimmung jenes säkularen Denkens zu bemühen, für das eine Anschlussfähigkeit geltend gemacht wird.

Globale Gerechtigkeit
Nichtreligion
Postsäkularität
religiös / säkular
Säkularisation, Säkularisierung
Säkularismus
Säkularität

MÜNK, HANS J.: What is implied by secular thought? ETHICA 23 (2015) 1, 39 – 60

In theological articles it is regularly requested to develop an argumentation that is compatible with secular thought. The author here deals with the question whether (and if so, how) this conception can be defined precisely enough. This necessitates a clarification of central concepts the result of which, however, turns out sobering. The spectrum of meanings of “secular” and the related terminology are too ambiguous to come to criteria that are clear enough to contribute to a successful compatibility. The problem is still aggravated by new attempts of sociological disciplines to burst the dual “religious / secular” by the new and rather vague category of “nonreligion”. By means of the relatively young concept of global justice it is made clear that, beyond the semantic-methodical level, also other factors have to be considered and that in theological contexts the question of compatibility cannot be decided by completely ignoring theology. What follows from this is that in such contexts one has to strive for a more exact definition of the kind of secular thought for which compatibility is asserted.

Global justice
nonreligion
post-secularity
religious / secular
secularism
secularity
secularization


BENNENT-VAHLE, HEIDEMARIE: Besonnenheit - eine unzeitgemäße Tugend, die nottut. ETHICA 23 (2015) 1, 61 – 81

Bereits seit der Antike verweist das Konzept der Besonnenheit auf Selbstkorrektur im Vollzug dialogischer Aufgeschlossenheit. In Abgrenzung zu neuzeitlichen Tendenzen, welche Besonnenheit auf kluge Überlegtheit zur Absicherung der eigenen Lage reduzieren, wird mit Otto Friedrich Bollnow die wesentliche Bedeutung einer ethischen Ausrichtung besonnener Lebensführung entfaltet. Hierbei kommt es auf Harmonisierung von Vernunft und Sinnlichkeit an, wonach Besonnenheit nicht nur die Mäßigung heftiger und destruktiver Emotionen verlangt, sondern zugleich eine umfassende Kultivierung des Mitgefühls voraussetzt. Nicht zuletzt in Anbetracht der erfolgstaktischen Indienstnahme des Emotionalen innerhalb der gegenwärtigen westlichen Gesellschaften entstehen hier neue Herausforderungen des Nachdenkens, insbesondere in Bezug auf den Bereich der Erziehung.

Besonnenheit
Einsamkeit
Fühlen
Gefühle
Sinnlichkeit
Vernunft

BENNENT-VAHLE, HEIDEMARIE: Temperance – an old-fashioned, but essential virtue. ETHICA 23 (2015) 1, 61 – 81

Since antiquity the concept of temperance has been referring to self-correction by openness to dialogue. In contrast to modern tendencies, which reduce temperance to prudence in order to protect one’s own situation, Otto Friedrich Bollnow unfolds the fundamental significance of the ethical direction a thoughtful conduct of life should take. What matters is the harmonization of reason and sensibility, according to which temperance does not only require a moderation of strong and destructive emotions, but also an extensive cultivation of empathy. It is not only because of the tactical exploitation of the emotional in today’s Western societies that new challenges of reflection are being developed, especially in the field of education.

Emotions
feeling
loneliness
reason
sensibility
temperance

RUBRIKEN


Diskussionsforum
Wie sozial ist "social freezing"? (Viola Schubert-Lehnhardt) 83

Dokumentation
Anspruch des Kindes auf Auskunft über Identität des anonymen Samenspenders (Mitteilung der Pressestelle des Bundesgerichtshofs) 86


ETHICA 2015/2

LEITARTIKEL / Abstracts

SCHMITT, HANSPETER: Glaube als Größe und Grenze optionaler Moral. Im Gespräch mit Hans Joas. ETHICA 23 (2015) 2, 99 – 114

Die Notwendigkeit, Glaube und Moral bzw. Spiritualität und Praxis zu vermitteln, ist ein Teil der Identität biblisch fundierten Glaubens und bildet daher eine Grundaufgabe christlicher Theologie bzw. Theologischer Ethik. In der christlichen Theologiegeschichte haben sich für diese Vermittlung unterschiedliche Paradigmen herausgebildet, die aus heutiger Sicht der kritischen Reflexion bedürfen. In seinen jüngeren Werken liefert der Philosoph und Soziologe Hans Joas dieser Reflexion ein anthropologisch wie kulturell fundiertes Theorieangebot und führt damit die Debatte in entscheidender Weise fort. Dabei beschreibt er die Erfahrung der Selbsttranszendenz – ihre Artikulation und Deutung – als grundlegenden Akt, der die Angebote von Religionen und die humane Wertorientierung auf fundamentale Weise verbindet. Glaube und Religion eröffnen nach Joas die Chance, universale, damit menschenrechtlich angelegte Optionen und Haltungen im Bewusstsein von Menschen und Kulturen zu verankern. Im Gespräch mit Joas wäre freilich zu bedenken, dass christlicher Glaube nicht allein zur Etablierung optionaler Moralgrößen beiträgt, sondern zugleich die heilvolle Grenze einer lediglich moralisch verstandenen Wirklichkeit markiert und gestaltet.

Auer, Alfons
Empathie
Glaube
Humanae vitae
Joas, Hans
Moral
Selbsttranszendenz
Theologische Ethik
Werte

SCHMITT, HANSPETER: Faith as a magnitude and limit of optional morality. In dialogue with Hans Joas. ETHICA 23 (2015) 2, 99 – 114

The necessity of conveying faith and morality or spirituality and experience is part of the identity of a biblically founded faith and, thus, is a basic task of Christian theology or theological ethics. In the history of Christian theology different paradigms have developed to this effect which, from today’s point of view, need to be critically reflected. In his more recent works the philosopher and sociologist Hans Joas makes an offer of anthropologically as well as culturally founded theories and so carries on the debate in a decisive way. He describes the experience of self-transcendence, its articulation and significance as a basic act that combines the offers of religions and the human value-orientation in a fundamental way. According to Joas, faith and religion offer the possibility for embedding options and attitudes that are universal and, thus, based on human rights in the consciousness of man and culture. Of course, in dialogue with Hans Joas, one would have to consider that Christian faith does not only contribute to establishing optional magnitudes of morality but also marks and shapes the salvific bounds of a reality that is interpreted only from a moral point of view.

Auer, Alfons
empathy
faith
Humanae vitae
Joas, Hans
morality
self-transcendence
theological ethics
values


KOLLER, JÜRGEN: Leidensfähigkeit als zeitlose Grundnorm. ETHICA 23 (2015) 2, 115 – 153

Pathozentrische Ethiken postulieren, dass die Leidensfähigkeit einer Entität das Kriterium dafür bildet, ihr einen moralischen Wert beizumessen. Vorliegende Arbeit unterzieht dieses Postulat einer Kritik und kommt zum Schluss, dass, da der Ort der Leidensfähigkeit in der Sprache gesehen wird, einer Sprache, die nur vom Sprecher selbst verstanden wird, Leidensfähigkeit als zeitlose Grundnorm für pathozentrische Ethiken nicht geeignet zu sein scheint.

Bewusstsein
Enzephalisation
Fleischkonsum /Primaten
Gattung Mensch
Stammesgeschichte des Menschen
Homo erectus
Homo sapiens
Leidensfähigkeit
Nozizeption
Schmerzempfinden

KOLLER, JÜRGEN: The ability to suffer as an atemporal Grundnorm. ETHICA 23 (2015) 2, 115 – 153

Pathocentric ethics postulate that an entity’s ability to suffer forms the criterion for attributing a moral value to it. The author criticizes this postulate and comes to the conclusion that the ability to suffer does not seem to be suitable as an atemporal Grundnorm for pathocentric ethics since the place of the ability to suffer is seen to be located in language, a language which is only understood by the speaker himself.

Ability to suffer
consciousness
encephalization
genus Homo
Homo erectus
Homo sapiens
meat consumption /primates
nociception
pain sensation
phylogeny of mankind


BONFRANCHI, RICCARDO: Care ethics als ethische Grundlage der Telefonseelsorge. ETHICA 23 (2015) 2, 155– 170

Telefonseelsorge ist keine neue Erfindung. Sie wird aber in zunehmendem Maß in Anspruch genommen. Dieses niederschwellige Angebot, das i. d. R. von Laien durchgeführt wird, gründet, wie schon der Name vermuten lässt, auf einer kirchlich-religiösen Basis. In diesem Beitrag wird nun eine ethische Basis der Telefonseelsorge – ein anderer Name konnte sich nie durchsetzen – dargestellt. Hier bot sich die aus dem Feminismus entstandene Richtung care ethics an. Dies macht u.a. auch deshalb Sinn, weil sowohl die überwiegende Zahl der Telefonberater als auch der Anrufenden weiblich ist.
Care ethics bietet einen theoretischen Ansatzpunkt, wie man die Telefonseelsorge auch auf einer ethischen Ebene sichern könnte. Die Ansätze von Gilligan, Friedman, Bubeck und Held werden thematisiert. Eine Konkretisierung findet mittels des Ansatzes von Beauchamp & Childress auf einer mittleren Abstraktionsebene statt, indem Telefonseelsorge mit den Begriffen der Autonomie, des Nicht-Schadens, der Fürsorge und der Gerechtigkeit in einen praxisorientierten Zusammenhang gebracht wird.

Autonomie
Beauchamp & Childress /4 Prinzipien
Care ethics
Gerechtigkeit
Nichtschaden
Telefonseelsorge
Wohltun

BONFRANCHI, RICCARDO: Care ethics as an ethical basis for telephone counselling. ETHICA 23 (2015) 2, 155 – 170

Telephone counselling is not a new invention. Nevertheless, it is made use of at an increasing rate. The low-threshold offer normally performed by laypersons is founded on a religious basis while in this article an ethical basis of this kind of advice service is being discussed. In this context, care ethics, which is a product of feminism, presented itself as a possible solution. This makes sense not least because of the majority of the telephone advisors as well as of the callers being women.
Care ethics offers a theoretical approach to protecting telephone counselling also on an ethical basis. The attempts made by Gilligan, Friedman, Bubeck and Held are debated, while Beauchamp & Childress put it in concrete terms. They, more practically, associate telephone counselling with concepts like autonomy, non-maleficence, beneficence and justice.

Autonomy
Beauchamp & Childress /4 principles
beneficence
Care ethics
justice
non-maleficence
telephone counselling

RUBRIKEN

Aus Wissenschaft und Forschung
Fragliche Manipulationen an menschlichem Erbgut 171
Kopftransplantation 172

Dokumentation
Netzwerk Moraltheologie - Bericht über die Tagung zum Thema "Ethik und Emotionen" 173

 

ETHICA 2015/3

LEITARTIKEL / Abstracts

HÄHNEL, MARTIN: Abstimmung über das Unabstimmbare? Über Chancen und Grenzen von Gesetzesvorschlägen in der aktuellen Debatte zur Sterbehilfe. ETHICA 23 (2015) 3, 195 – 223

Aktuell hören wir immer wieder von Initiativen, die öffentlichkeitswirksam darauf drängen, den assistierten Suizid unter bestimmten Umständen gesetzlich zuzulassen. Der vorliegende Beitrag untersucht zunächst die Grundlagen der aktuellen Sterbehilfediskussion, um sich im Anschluss daran auf zwei Problemfelder zu konzentrieren, die in engem Zusammenhang zueinander stehen und zumeist die argumentativen Grundpfeiler von Ansätzen, die auf eine Zulassung hinstreben, bilden: die Behauptung eines absoluten Vorranges der autonomen Willensentscheidung und die Behauptung der Notwendigkeit einer gesetzlichen Regelung. Beide Aspekte verdienen jedoch eine kritische Betrachtung, zumal sich hinsichtlich der Bestimmung des Patientenwillens und der Untersuchung der rechtlichen Einbettung von moralischen Forderungen zeigen lässt, dass diese Kriterien zwar eine entscheidende Rolle spielen, allerdings selbst nicht immun sind gegenüber Anfragen, die in Zweifel stellen, dass diese Gesichtspunkte hinreichende Gründe für die Zulassung des assistierten Suizids bieten.

Assistierter Suizid
Autonomer Wille
Euthanasie
Menschliche Natur
Natürlicher Wille
Naturrecht
Personalität
Rechtspositivismus
Rechtssicherheit
Selbstbestimmung
Selbstmord

HÄHNEL, MARTIN: Voting on the inviolable? On chances and boundaries of legislative proposals with regard to the actual debate about euthanasia. ETHICA 23 (2015) 3, 195 – 223

We are presently hearing from initiatives that make great efforts concerning the legal permission of assisted suicide under certain circumstances. This paper first of all examines the foundations of the current euthanasia debate and then focuses on two problem areas that are closely related to each other and mostly serve as the keystones of attempts to strive for a legal permission: the assertion of an absolute primacy of the autonomous will and the assertion of an ultimate need for legal framework. However, both aspects deserve to be critically examined, especially with regard to the determination of the patient’s will and the study of the legal embedding of moral demands. Although these criteria play a crucial role in the current debate, they are not immune to requests that call into doubt that these aspects provide sufficient reasons for the legal permission of assisted suicide.

Assisted suicide
autonomous will
euthanasia
human nature
legal certainty
legal positivism
natural law
natural will
personality
self-determination
suicide

HORSTMANN, SIMONE: Normalität und Ausnahme. Zur Modernitätskompatibilität des Normalitätsbegriffs bei Carl Schmitt. ETHICA 23 (2015) 3, 225 – 242

Carl Schmitts Normalitätsverständnis hat den Diskurs um das Verhältnis von Norm und Ausnahme maßgeblich geprägt. Ihm verdankt die Diskussion die – zugleich über Schmitts eigene Position hinausgehende – Erkenntnis, dass die Ausnahme nicht länger als bloßes Gegenteil der Norm verstanden werden kann, solange ihre potentielle Funktionalisierung durch unterschiedliche Machtstrategien nicht beachtet wird. In Schmitts Bestreben, die Ausnahme unter das Diktat der politischen Macht einzuordnen, erscheint sein Versuch einer Hierarchisierung von Norm und Ausnahme als ein grundsätzlich antimodernistischer Ansatz, der politische Macht gegen die Differenzierungsbewegungen der Moderne durchsetzen will. An der dualistischen Relation von Norm und Ausnahme scheitert Schmitts Entwurf letztlich auch aus dem Grund, dass Normalisierungsdynamiken, die auch einen Ausnahmezustand potentiell mit einem Normalzustand identifizierbar werden lassen, nicht angemessen berücksichtigt werden.

Ausnahmezustand
Biopolitik
Moderne
Norm und Ausnahme
Normalität
Politische Theorie

HORSTMANN, SIMONE: Normality and exception. On the compatibility of modernity with Carl Schmitt’s concept of normality. ETHICA 23 (2015) 3, 225 – 242

Carl Schmitt’s understanding of normality has substantially influenced the discourse upon the relation between norm and exception. It is due to him – and even goes beyond his own position – that exception is no longer to be understood as the plain opposite of the norm as long as its functionalisation by different strategies of (political) power is neglected. In his trying to submit exception to political power, Schmitt’s approach to giving norm and exception a hierarchial structure appears to be absolutely anti-modern as it seeks to maintain political power despite of modern social differentiation. Another reason why Schmitt’s conception is finally condemned to fail is the fact that he does not appropriately consider the dynamics of normalization, which even allow a state of exception to turn into normality.

Biopolitics
modernity
norm and exception
normality
political theory
state of exception

HOMANN, KARL: Das Können des moralischen Sollens I: Die ökonomische Problematik. ETHICA 23 (2015) 3, 243-259 (Zus.fg. in ETHICA 2015/4)

KIRCHSCHLÄGER, PETER G.: Multinationale Konzerne und Menschenrechte. ETHICA 23 (2015) 3, 261– 280

Menschenrechte schützen die essentiellen Elemente und Bereiche der menschlichen Existenz, die der Mensch braucht, um zu überleben (z.B. das Recht auf Nahrung) und als Mensch zu leben (z.B. das Recht auf Bildung). Menschenrechte bilden also einen Minimalstandard, sie schützen keinen Luxus. Für diesen Schutz ist primär der Staat verantwortlich. Es liegt in erster Linie in seinen Händen, die Menschenrechte durchzusetzen und auch dafür zu sorgen, dass sich andere gesellschaftliche Akteure (z.B. multinationale Konzerne) an die Menschenrechte halten.
Primäre Verantwortung bedeutet aber nicht alleinige Verantwortung. Auch nichtstaatliche Akteure (z.B. Unternehmen, Zivilgesellschaft, Individuum, ...) sind dazu verpflichtet, ihren Beitrag zur Realisierung der Menschenrechte zu leisten. Denn in vielen Kontexten und Situationen besitzen andere Akteure (z.B. multinationale Konzerne) mehr Einfluss und Macht als Staaten. Zu Einfluss und Macht korrespondiert jeweils eine entsprechende Verantwortung, denn dank Einfluss und Macht steht die Möglichkeit zum Entscheiden und Handeln offen. In Bezug auf die Menschenrechte heißt dies z.B. für multinationale Konzerne, dass sie diese aktiv fördern und zu ihrer Realisierung beitragen können. Unternehmen haben es zudem zu unterlassen, passive Zuschauer, Komplizen oder Täter von Menschenrechtsverletzungen zu sein.

Corporate Social Responsibility
Ethischer Referenzpunkt
Menschenrechte
Menschenrechtsverletzungen
Multinationale Konzerne
Nichtstaatliche Akteure
Rechtliche Verpflichtung
Staaten

KIRCHSCHLÄGER, PETER G.: Multinational companies and human rights. ETHICA 23 (2015) 3, 261 – 280

The human rights are the protector of the essential elements and fields of human existence which man needs to survive (e.g. the right to food) or to live a life that corresponds to human dignity (e.g. the right to education). They don’t protect some luxury but are to be considered a minimum standard. Their protection has to be guaranteed primarily by the state. It’s up to him to enforce them and make sure that also other social protagonists (e.g. multinational companies) respect them.
However, primary responsibility does not mean that it is the state’s responsibility alone. Non-state actors (i.e. companies, civil society, individuals, etc.), too, are obliged to make a contribution towards the realization of human rights, for in many contexts and situations they have more influence and power (e.g. multinational companies), which, of course, also implies a certain responsibility for influence and power present the key to decision and action. With regard to human rights this means that multinational companies are in a position to actively promote and help to realize them. Moreover, companies must not act as passive bystanders or be guilty of human rights violations, neither as accomplices nor as perpetrators.

Companies
Corporate Social Responsibility
ethical reference point
human rights
human rights violations
legal obligation
multinational companies
non-state actors
responsibility
states

ETHICA 2015/4

LEITARTIKEL / Abstracts

HOMANN, KARL: Das Können des moralischen Sollens I. Die ökonomische Problematik. ETHICA 23 (2015) 3, 243 – 259
Das Können des moralischen Sollens II. Bedingungen individuellen moralischen Handelns. ETHICA 23 (2015) 4, 291 – 314

Das dominierende Paradigma der Ethik orientiert sich an einer bestimmten Lesart der Grundlegungsschriften Kants aus den 1780er Jahren, wonach (1) Einsicht, gute Gründe (2) den Willen, die Motivation und diese(r) dann (3) das Handeln jedes Einzelnen bestimmen (sollen). Dieses Paradigma stellt die Autonomie und Souveränität des moralischen Subjekts in den Mittelpunkt und unterschätzt systematisch die zahlreichen, das Können des moralischen Sollens massiv beeinträchtigenden Beschränkungen, denen das moralische Handeln des Einzelnen unterliegt. Solche Beschränkungen liegen sowohl auf der individuellen Ebene vor – sie werden in Teil II im Anschluss an die moderne Hirnforschung und die Psychologie diskutiert – als auch auf der Ebene der Gesellschaft – sie werden im Anschluss an die Soziologie ebenfalls in Teil II und im Anschluss an die Ökonomik ausgiebig in Teil I dargelegt. Im Ergebnis muss eine leistungsfähige, den Menschen Orientierung vermittelnde Ethik mindestens zwei zentralen Bedingungen paradigmatisch Rechnung tragen, die beide einem an Kant orientierten Paradigma widersprechen: Das moralische Handeln des Einzelnen muss – erstens – mit individuellen Vorteilserwartungen unterlegt sein, und das kann – zweitens – nur durch sanktionsbewehrte Institutionen gewährleistet werden.

Anreize
Ausbeutbarkeit und Eigeninteresse
Gefangenendilemma und Homo oeconomicus
Individualethik und Ordnungsethik
intuitives und rationales Entscheiden
naturalistische Wissenschaften und Ethik
Sollen und Können

HOMANN, KARL: “Ought implies can” I: Economic problems. ETHICA 23 (2015) 3, 243 – 259; “Ought implies can” II: Conditions of individual moral acting. ETHICA 23 (2015) 4, 291– 314

The dominant paradigm of ethics is guided by a certain version of Kant’s fundamental writings of the eighties of the eighteenth century according to which (1) understanding, good reasons (2) should determine the will, the motivation, both of which should define (3) the acting of each individual. This paradigm focuses on the autonomy and sovereignty of the moral subject and systematically underestimates the number of restrictions to which the moral acting of an individual is subject to and which massively impair the “can” of the moral “ought”. Such kind of restrictions is to be found both on an individual level – they are discussed in part II in the follow-up to modern brain research and psychology – as well as on the level of society – they are extensively explained following the chapter on sociology in part II and economics in part I. Consequently, a competitive ethics that may serve as a guide to man has to bear in mind at least two fundamental conditions both of which are inconsistent with a paradigm that is based on Kant: Firstly, the moral acting of an individual must be accompanied by individual expectations of personal gain, and this can, secondly, be guaranteed only by institutions imposing sanctions.

Exploitability and self-interest
incentives
individual ethics and institutional ethics
intuitive and rational decision
naturalistic sciences and ethics
ought and can
prisoner’s dilemma and homo oeconomicus

RIPPE, KLAUS PETER: Überkreuzte Lebendspende. Ethische Gesichtspunkte. ETHICA 23 (2015) 4, 315 – 336

Nieren-Überkreuzspende-Programme organisieren den Tausch von Organen von Paaren, wobei der gesunde Partner ein Organ spendet, aber dafür erwarten darf, dass der kranke Partner eine Organspende von einem anderen Programmteilnehmer erhält. In dem Aufsatz wird gezeigt, dass es keinen prinzipiellen ethischen Einwand gegen die Einrichtung solcher Programme gibt. Gesundheitssysteme, in denen solche Programme eingerichtet werden, sind moralisch sogar eindeutig jenen vorzuziehen, in denen solche Programme nicht bestehen. Allerdings dürfen sie, sollen die marktanalogen Anreizmechanismen erhalten bleiben, nicht in staatliche Trägerschaft übergehen. Dem Staat obliegt es jedoch dafür Sorge zu tragen, dass niemand in oder durch solche Programme ungerecht behandelt wird.

Diskriminierung
Eigennützigkeit
Freiwilligkeit
Gerechtigkeit
Organmarkt
Staat
Überkreuzspende

RIPPE, KLAUS PETER: Crossover donation. Ethical points of view. ETHICA 23 (2015) 4, 315 – 336

Programs for kidney exchange organize the exchange of organs between pairs. The healthy partner donates his or her organ to the sick partner of another pair, in return his or her sick partner gets an organ from a healthy member of the program. The article shows that there is no principal ethical objection against such programs. Comparing local systems for organ transplantation with and without kidney exchange programs, the former should be preferred for moral reasons. To preserve the market analogue incentives of such programs the state should not be the funding body. Nonetheless, it bears the responsibility for the just treatment of all participants.

Crossover donation
discrimination
justice
organ market, organ trade
Paired Kidney Exchange
self-interest
state
voluntariness

WIRTH, MATHIAS: Enjambement von Eigenem und Fremdem. Zur anthropologischen Vehemenz in Technikphilosophie und Transplantationsmedizin. ETHICA 23 (2015) 4, 337– 363

Man täuscht sich, wenn man meint Technik sei Technik und Moral sei Moral. Auch die Technik der Organex- und -transplantation hat neben ihrer technischen eine notorisch anthropologisch-ethische Seite. Es ist eine Grunderkenntnis einer ‚Philosophie der Technik‘, dass Technik mehr ist als eine rein äußerliche Modifikation der Kultur des Menschen und seiner Sitten. Denn so wenig es harmlose Technik gibt, so wenig kann geleugnet werden, dass die Möglichkeit der Organverpflanzung als Humantechnologie die Wirklichkeit des Menschen und seines Leibseins, seines Sterbens, seines Todes, seiner Verantwortung usw. transformiert. Die gegenwärtige Debatte um Organtransplantation als Diskussion um das Hirntod-Kriterium, die Kultur von Tod und Leiche und die Frage nach einer moralischen Pflicht zur Organspende zeigt die anthropologisch-ethische Vehemenz der Technik.

Blumenberg, Hans
Ethik der Organtransplantation
Heidegger, Martin
Hirntod-Kriterium
Pflicht zur Organspende
Philosophie der Technik
Respekt vor Leichen
Waldenfels, Bernhard

WIRTH, MATHIAS: Enjambment of what is the foreign and the familiar. On the anthropological vehemence in the philosophy of technology and transplantation medicine. ETHICA 23 (2015) 4, 337 – 363

It is overly simplistic to assume that “technology is technology” and “morality is morality” as if they were completely independent spheres with no mutual relation. Hence, organ transplantation technology does have a rather important anthropological and ethical dimension, apart from its obvious technological aspect. It is, in fact, a tenet of a ‘philosophy of technology’ that technology is not an outward modification of culture and customs. There is no such thing as harmless technology and it cannot be denied that the organ transplantation technology influences the reality of the human body, of dying and death, of one’s responsibilities towards others etc. The current debate on organ transplantation, i.e. the discussion on the brain-death criterion, the ethical considerations of death and the treatment of corpses as well as the question of whether or not there is a moral obligation to donate organs stresses that the true nature of the discussion, in the first place, is not a technological but an anthropological and ethical one.

Blumenberg, Hans
brain death criterion
duty of organ donation
ethics of organ transplantation
Heidegger, Martin
philosophy of technology
respect for the dead
Waldenfels, Bernhard

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Streit ums digitale Lernen. Zwang für Lehrer und Schüler zur E-Smog-Didaktik? (Werner Thiede) 365