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2006

ETHICA 14. Jg. 2006

ETHICA Wissenschaft und Verantwortung

14. Jahrgang  -  2006  -  Innsbruck: RESCH

Leitartikel
Christof Breitsameter: Übertreibung als Methode. Zur Frage nach dem systematischen Ort des ,homo oeconomicus‘ 131
Alexander Brink/Peter F. Saeverin: Management und Dharma. Eine Führungsphilosophie für Manager? 13
Gertrud Brücher: Unverfügbarkeit oder Leidverminderung 255
Wendy Drozenová: Das Kampfmotiv im Ethos von drei monotheistischen Religionen 359
Alexander Filipović: Güter und Kapital als Begriffe in der bildungsethischen Diskussion 419
Kai Haucke: Mitgift, Leistung, Anerkennung. Ein philosophischer Vorschlag für ein integrales Verständnis menschlicher Würde 227
Adel Theodor Khoury: Ethik des Islams. Grundsätze der islamischen Ethik 339
Imre Koncsik: Ethische Letztbegründung – ein dogmatisch vermittelbares Thema? Ansatz einer existential-ontologischen Provokation 59
Klaus Nielandt: Der philosophische Grundgedanke bei Heidegger und die Krise der Moderne 147
Thieß Petersen: Marx zur Gerechtigkeit 115
Rupert M. Scheule: Vernetzungsgerechtigkeit wider den Digital Divide 395
Hans-Martin Schönherr-Mann: Von der sozialen Ungleichheit zum übergreifenden Konsens. Der Wandel der politischen Ethik im Denken von John Rawls 35
Matthias Schöning: Zwischen Technokratie und Biopolitik. Zur Rekonstruktion des Begriffs Sozialtechnologie 303
Karsten Weber: Konflikte der Zukunft – Antworten der Ethik 3
Dieter Witschen: Kasuistik in Kants Ethik. Ein unterbelichteter Aspekt der Migrationsbewegungen 199

Diskussionsforum
Jochem Henningfeld/Heinz Jahnson: Philosophen der Gegenwart (Prof. Dr. Hans-Joachim Werner) 325

Dokumentation
Eike Bohlken/Julia Horlacher/Christine Mann: Bildung – Subjekt – Ethik. Bildung und Verantwortung im Zeitalter der Biotechnologie 87

Nachrichten
Gratulation! 330
Tagung und Fachgespräch 330
Neurowissenschaft und Menschenbild 330
Veranstaltungen im November 2006 330

Bücher und Schriften
Achilles, Mark: Lebendspende-Nierentransplantation. Eine theologisch-ethische Beurteilung (V. Schubert-Lehnhardt) 223
Autiero, Antonio/Goertz, Stephan/Striet, Magnus (Hg.): Endliche Autonomie. Interdisziplinäre Perspektiven auf ein theologisch-ethisches Programm (J. Maaß) 219
Baumann, Max: Recht – Ethik – Medizin. Eine Einführung ins juristische Denken – nicht nur für Ethiker und Mediziner (K. Thomalla) 334
Baumann-Hölzle, Ruth/Müri, Corinna/Christen, Markus/Bögli, Boris (Hg.): Leben um jeden Preis? Entscheidungsfindung in der Intensivmedizin (I. Koncsik) 105
Boloz, Wojciech / Höver, Gerhard (Hg.): Utilitarismus in der Bioethik. Seine Voraussetzungen und Folgen am Beispiel der Anschauungen von Peter Singer (K. Weber) 99
Der Koran: erschlossen und kommentiert von Adel Theodor Khoury (A. Resch) 447
Dürr, Renate/Gebauer, Gunter/Maring, Matthias/Schütt, Hans-Peter (Hg.): Pragmatisches Philosophieren (I. Koncsik) 105
Düsing, Klaus: Fundamente der Ethik: unzeitgemäße typologische und subjektivitätstheoretische Untersuchungen (A. Resch) 95
Fleischhauer, Kurt/Hermerén, Göran: Goals of Medicine in the Course of History and Today: A Study in the History and Philosophy of Medicine (A. Resch) 332
Fröhlich, Günter: Nachdenken über das Gute. Ethische Positionen bei Aristoteles, Cicero, Kant, Mill und Scheler (J. Maaß) 332
Gil, Thomas: Die Rationalität des Handelns (B. Irrgang) 106
Goertz, Stephan: Weil Ethik praktisch werden will. Philosophisch-theologische Studien zum Theorie-Praxis-Verhältnis (J. Maaß) 97
Kawaguchi, Hirokazu/Seelmann, Kurt (Hg.): Rechtliche und ethische Fragen der Transplantationstechnologie in einem interkulturellen Vergleich (V. Schubert-Lehnhardt) 103
Klein, Eckart/Menke, Christoph (Hg.): Menschenrechte und Bioethik (I. Koncsik) 221
Knoepffler, Nikolaus/Schipanski, Dagmar/Sorgner, Stefan Lorenz (Hg.): Humanbiotechnologie als gesellschaftliche Herausforderung (K. Weber) 98
Malte, Faber/Manstetten, Reiner: Mensch – Natur – Wissen. Grundlagen der Umweltbildung (N. C. Karafyllis) 331
Nagenborg, Michael: Das Private unter den Rahmenbedingungen der IuK-Technologie. Ein Beitrag zur Informationsethik (K. Weber) 94
Neiman, Susan: Das Böse denken – eine andere Geschichte der Philosophie (G. Kleinschmidt) 217
Priewasser, Reinhold: Das Konzept der Nachhaltigkeit und seine Anwendung in den Bereichen Energienutzung und räumliche Mobilität (J. Maaß) 101
Rauprich, Oliver/Steger, Florian (Hg.): Prinzipienethik in der Biomedizin. Moralphilosophie und medizinische Praxis (K. Weber) 336
Ruckenbauer, Hans-Walter: Moralität zwischen Evolution und Normen. Eine Kritik biologistischer Ansätze in der Ethik (I. Koncsik) 110
Speck, Otto: Soll der Mensch biotechnisch machbar werden? Eugenik, Behinderung und Pädagogik (B. Irrgang) 223
Tetsuro, Watsuji: Ethik als Wissenschaft vom Menschen (E. Luther) 218
Thielemann, Ulrich/Ulrich, Peter: Brennpunkt Bankenethik: der Finanzplatz Schweiz in wirtschaftsethischer Perspektive (V. Schubert-Lehnhardt) 97
Waibl, Elmar: Grundriss der Medizinethik für Ärzte, Pflegeberufe und Laien (P. Kampits) 102

 

ETHICA 2006/1

EDITORIAL: Karsten Weber: Konflikte der Zukunft – Antworten der Ethik

LEITARTIKEL / Abstracts

BRINK, Alexander / SAEVERIN, Peter F.: Management und Dharma. Eine Führungsphilosophie für Manager? ETHICA 14 (2006), 1, 13–33

Mit dem vorliegenden Beitrag möchten wir – basierend auf der Drei-Ebenen-Konzeption der Wirtschafts- und Unternehmensethik – das Verhältnis von der indischen Dharma-Lehre und nutzenmaximierender Wirtschaftswissenschaft aufzeigen. Als ein sowohl den Alltag durch das Ritual bestimmendes als auch die gesellschaftliche bis hin zur gesamtumfassenden Ordnung umgreifendes Prinzip einer ganzheitlichen Weltanschauung wirkt sich Dharma unmittelbar auf die Mikroebene aus und bestimmt damit das Führungsverhalten des Einzelnen. Ausgehend von der konstitutiven Rolle für die Hindu-Welt im Allgemeinen, wird für ein so genanntes Dharma-Management auf der Mesoebene des Unternehmens argumentiert. Kompatible Führungsprinzipien für Manager, insbesondere multinationaler Unternehmen, werden abgeleitet.

Dharma
Ethik-Kodex
Philosophie, indische
Unternehmensführung
Wirtschaftsethik


BRINK, Alexander / SAEVERIN, Peter F.: Management and Dharma. A philosophy of leadership for managers? ETHICA 14 (2006) 1, 13–33

The article at hand examines the relation between the concept of Dharma and utility-maximizing economics within the framework of the three-level-concept of business ethics. Starting form its fundamental position within the Hindu-World, the concept of Dharma is exposed on the macro-level in the polar field of global competition and local non-competition. Seen from the micro-level the concept of dharma directly influences the leadership skills of the individual, if we understand dharma as a holistic and ritualised principle for everyday life as well as societal or even cosmic orders. Dharma-management can be seen as a consequence of the juxtaposition between the macro- and the micro-level on the meso-level. From the meso-level the authors derive the suggestion of compatible leadership principles for managers of multinational enterprises.

dharma
ethics codex
philosophy, Indian
management
Business ethics

 

SCHÖNHERR-MANN, Hans-Martin: Von der sozialen Ungleichheit zum übergreifenden Konsens – Der Wandel der politischen Ethik im Denken von John Rawls. ETHICA 14 (2006), 1, 35–58

Im Denken von John Rawls findet eine den Umständen der Zeit entsprechende Wende statt. Nachdem er sich in seinem frühen Hauptwerk vor dem Hintergrund linker Kritik aus den sechziger Jahren um die Frage der sozialen Gerechtigkeit bemüht, steht in seinen späteren Schriften am Ende des Jahrhunderts die Frage des sozialen Pluralismus und der konkurrierenden Weltanschauungen im Vordergrund. Jetzt steht die Suche nach Grundprinzipien des politisch sozialen Feldes im Dienst der Konstruktion eines übergreifenden Konsenses, der die Frage nach dem Guten privatisiert und nur Fragen nach Prinzipien der Gerechtigkeit hinsichtlich der Grundstruktur zulässt, um zu einer Kooperation vernünftiger Weltanschauungen zu gelangen.

Gerechtigkeitssinn
Kooperation
Öffentlicher Vernunftgebrauch
Primat der Freiheit
Soziale Ungleichheit
Übergreifender Konsens
Vernünftiger Pluralismus
Vernunftbegabung


SCHÖNHERR-MANN, Hans-Martin: From social inequality to overlapping consensus – the change of political ethics in John Rawls’ thought. ETHICA 14 (2006) 1, 35–58

There is a change in John Rawls’ thought that corresponds to the circumstances of time. Whereas in his early work and against the background of left-wing critics he discusses the question of social justice, Rawls’ later works at the end of the century mainly deal with the question of social pluralism and competing world views. From now on the search for basic principles of the political-social field is in the service of the construction of an overlapping consensus which privatises the question of the good and only allows questions of principles of justice with regard to basic structure in order to achieve a cooperation of rational world views.

sense of justice
cooperation
public use of rationality
primacy of liberty
social inequality
overlapping consensus
rational pluralism
rationality, endowedness with reason


KONCSIK, Imre: Ethische Letztbegründung – ein dogmatisch vermittelbares Thema? Ansatz einer existential-ontologischen Provokation. ETHICA 14 (2006), 1, 59–86

Dogmatisch kann eine wichtige Ansatzhilfe zur ethischen Letztbegründung geliefert werden: sie setzt sowohl eine entsprechende Methodik voraus, die notwendigerweise ontologisch ansetzen muss, insofern sie universale Aussagen über die Wirklichkeit trifft, als auch ihre korrekte Applikation angesichts der faktischen Gefallenheit der Schöpfung und ihrer daraus resultierenden negativ gewordenen Differenz zu Gott. Hier verweist die Dogmatik auf den Maßstab der gottmenschlichen Union Jesu Christi, welche die negative Differenz zu Gott einkalkuliert. Sie wird göttlich initiiert kraft der menschlichen Mitwirkung Jesu im persönlichen Glaubensakt als aufgehoben bekannt. Daraus ergibt sich bezüglich der ethischen Letztfundierung ein Ineinander einer theonomen Ethik „von oben“ und einer autonomen Ethik des Opfers zwecks wahrhaftiger Rückführung der Ethik trotz aller das Sein verzerrenden Negativität auf die divine heilsökonomische Handlung, wie sie an Jesus Christus ablesbar ist.

Apriorismus
Dogmatik und Ethik
Ethik des Opfers
Intradisziplinäre Ethik
Letztbegründung, ethische
Seinsethik
Sollensethik
Theonome Ethik


KONCSIK, Imre: Ultimate ethical justification – a dogmatically communicable subject? Attempt at an existental-ontological provocation. ETHICA 14 (2006) 1, 59–86

From a dogmatic point of view an essential support can be given in approaching ultimate ethical justification: it requires both an appropriate methodology, which – necessarily – must start from ontology if making universal statements about reality, and its correct application in view of the factical fallenness of the Creation and the, thus, resulting negative difference to God. Here dogmatics points to the God-man union of Jesus Christ which includes the negative difference to God. Initiated by God, it is brought to an end in the personal act of faith by virtue of the human participation of Jesus. Thus, as to ultimate ethical justification, the result is the merging of a theonomous ethics “from above” and an autonomous ethics of sacrifice for the purpose of actually reducing ethics – in spite of all the negativity that distorts being – to the divine act of salvation as it can clearly be seen from Jesus Christ.

apriorism
dogmatics and ethics
ethics of sacrifice
ultimate ethical justification
ethics of being
ethics of ought
intradisciplinary ethics
theonomous ethics

 

ETHICA 2006/2

LEITARTIKEL / Abstracts


PETERSEN, Thieß: Marx zur Gerechtigkeit. ETHICA 14 (2006) 2, 115-129

Der Begriff der Gerechtigkeit taucht in den Werken von Marx äußerst selten auf. Eine explizite Konzeption der Gerechtigkeit bietet Marx nicht an. Dennoch verzichtet er nicht auf moralische Wertungen. Wer eine bestimmte Gesellschaft derart massiv kritisiert wie Marx und Engels es tun, kann letztlich nicht umhin, die kritisierten gesellschaftlichen Zustände als ungerecht einzustufen. Basis dieser Kritik ist ein spezifischer moralischer Maßstab. Dieser Maßstab besteht aus den anthropologischen Idealvorstellungen bzw. den Vorstellungen vom Idealtyp des Menschen. Hieraus lässt sich eine implizite Konzeption der Gerechtigkeit ableiten: Gerecht ist eine Gesellschaft, wenn sie den Menschen ein Leben in Übereinstimmung mit den anthropologischen Idealvorstellungen erlaubt.

Anthropologie
Gerechtigkeit, moralische
Gerechtigkeit, soziale
Marx, Karl


PETERSEN, Thieß: Marx on justice. ETHICA 14 (2006) 2, 115–129

The idea of justice is hardly mentioned in the works by Karl Marx. Marx offers no explicite conception of justice. Nevertheless, he does not resign to moral judgements. Marx and Engels both criticize current social conditions in a radical way. Therefore, it can hardly be avoided to classify these criticized conditions as unjust. The Marxian critique is founded on a specific moral standard, the anthropological ideal of Marx. His implicite conception of justice can be derived from this idea of a truly human life. A certain society is regarded as just, if it allows all persons to live according to the anthropological ideal.

anthropology
moral justice
social justice
Marx, Karl


BREITSAMETER, Christof: Übertreibung als Methode. ETHICA 14 (2006) 2, 131–145

Das idealtypische Modell des ‚homo oeconomicus‘, jenes vollständig rationalen Wesens, das ständig versucht, seinen eigenen, materiellen Nutzen zu maximieren, wurde durch die Ergebnisse der modernen experimentellen Ökonomik stark erschüttert. Offenbar besitzen viele Menschen soziale Präferenzen, sie sind also nicht nur am eigenen Wohlergehen interessiert, sondern verhalten sich beispielsweise fair. Zudem sind häufig Interaktionen mit reziprokem Charakter zu beobachten: die Akteure belohnen „wohlwollendes“ und bestrafen „unfreundliches“ Verhalten, selbst wenn das für sie mit Kosten verbunden ist. Der Beitrag stellt die Frage, welchen Stellenwert das Modell des ‚homo oeconomicus‘ angesichts dieser Beobachtungen noch beanspruchen kann.

Fairness
Handlungsregel
Homo oeconomicus
Institution
Interaktionsprobleme
Interessenkonflikte
Knappheit
Kooperationsgewinne
Nutzenkalkül
Rationalität
Regelkalkül
Reziprozität


BREITSAMETER, Christof: Exaggeration as a method. ETHICA 14 (2006) 2, 131–145

The ideal-typical model of ‘homo oeconomicus’, the fully rational being, constantly trying to maximize his own material gain, has recently been unsettled by the findings of modern experimental economics. Obviously many people hold social preferences and their thoughts and concerns are not entirely consumed by considerations of their own well-being but rather by a desire to act fairly. What is also to be observed is the reciprocal nature of social interaction. “Well-meaning” behaviour is rewarded, whereas behaviour of an “unfriendly” nature is shunned, even if costs are involved. In view of these newly observed phenomena, the author discusses the question of what can still be won from this model of ‘homo oeconomicus’ for the understanding of today‘s human behaviour.

fairness
rule of action
homo oeconomicus
institution
problems of interaction
conflicts of interests
shortage
profits from cooperation
utility calculus
rationality
calculus of rules
reciprocity


NIELANDT, Klaus: Der philosophische Grundgedanke bei Heidegger und die Krise der Moderne. ETHICA 14 (2006) 2, 147–177

Das Seinsverständnis der Moderne ist für Heidegger in Gestalt eines nihilistischen „Willens zur Macht“ in einer Weise auf den Horizont der Metaphysik fixiert, die es ihm zusehends erschwert, sich jemals hieraus zu befreien. Mit dem Fortschritt und zunehmenden Erfolg von Wissenschaft und Technik scheint sich die Verfallenheit der Moderne an die Metaphysik eher noch zu verfestigen und den Menschen endgültig im geschlossenen Horizont einer tragisch-nihilistischen Seinsauslegung zu fixieren. Das Zeitalter der Aufklärung ist letztlich – so die These des Autors – noch nicht vollendet: Nur wenn die Aufklärung im „Philosophischen Gedanken“ ihre eigenen Grundlagen „fundamental-kritisch“ hinterfragte und die „Kehre“ wirklich vollzöge, könnte sie ihre undurchschaute Verfallenheit an den Horizont der Metaphysik sowie die damit einhergehende Selbst- und Seinsentfremdung des modernen Menschen überwinden und in den griechischen Anfang des abendländischen Denkens zurückfinden.

Aufklärung
Heidegger, Martin
Jaspers, Karl
Kant, Immanuel
Kategorischer Imperativ
Kehre
Lichtung des Seins
Metaphysik
Ontologische Differenz

NIELANDT, Klaus: The basic “philosophical thought” with Heidegger and the crisis of modern age. ETHICA 14 (2006) 2, 147–177

For Heidegger, the modern understanding of being is located on the horizon of metaphysics in the form of a nihilistic „will to power“, which makes it increasingly difficult for it to free itself from metaphysical thinking. With the progress and success of science and technology, the spiritual devotion of the modern age to metaphysics even seems to get increased and man will ultimately be brought into the closed horizon of a tragic and nihilistic interpretation of being. The age of enlightenment is in fact – according to the thesis of the author – not yet at an end: Only if enlightenment, through the “philosophical thought”, reflects its own foundations in a more fundamental and critical way and really makes the “turning” (“Kehre”), it might be able to overcome its unexplored spiritual devotion to the horizon of metaphysics as well as modern man’s alienation of the self and the being and find its way back to the Greek beginnings of Western thought.

enlightenment
Heidegger, Martin
Jaspers, Karl
Kant, Immanuel
categorical imperative
the turning
clearing of Being
metaphysics
ontological difference
 

WITSCHEN, Dieter: Kasuistik in Kants Ethik. Ein Hinweis auf ein nahezu völlig vernachlässigtes Thema. ETHICA 14 (2006) 2, 179–198

In der Literatur wird nahezu völlig übersehen, dass sich Kant in der Metaphysik der Sitten, die der angewandten Ethik gewidmet ist, mit kasuistischen Fragen befasst. Dabei kann ihre Beachtung einigen – auch manches Stereotyp korrigierenden – Aufschluss darüber geben, wie Kant auf Einzelfälle, deren Beurteilung aus verschiedenen Gründen eine Unsicherheit auslöst, unter Berücksichtigung der spezifischen Umstände eingeht, und welche Bedeutung er der praktischen Urteilskraft, die es in der speziellen normativen Ethik wie in der Moralpädagogik zu schulen gilt, beimisst.

Angewandte Ethik
Kants Ethik
Kasuistik
Moralpädagogik
Praktische Urteilskraft


WITSCHEN, Dieter: Casuistry in Kant’s ethics. A few notes about an almost totally neglected topic. ETHICA 14 (2006) 2, 179–198

In literature it is almost completely overlooked that in Metaphysics of Ethics, which deals with applied ethics, Kant attends to casuistic questions. Paying attention to this fact may inform (and in this perhaps correcting quite a few stereotypes) about how Kant – taking into consideration the specific circumstances – handles individual cases the judgement of which, for different reasons, will provoke uncertainty, and what importance he attaches to the power of judgement that has to be trained in special normative ethics as well as in moral education.

applied ethics
Kant’s ethics
casuistry
moral education
power of judgement


BOWALD, Béatrice: Prostitutionsmigration. Ein unterbelichteter Aspekt der Migrationsbewegungen. ETHICA 14 (2006) 2, 199–216

Die Prostitutionsmigration ist Teil der Migrationsbewegungen, die in Europa ablaufen und vermehrt die Form der Pendelmigration annehmen. Die restriktiven Einreisebestimmungen und eine zunehmende Nachfrage nach reproduktiven Arbeiten führen dazu, dass viele Migrantinnen nur in der Prostitution oder anderen informellen und ungeschützten Arbeitsbereichen ein Auskommen finden können. Da sie sich von ihrem Status her häufig illegal betätigen müssen, sind sie erst recht verwundbar. Auch wenn die Prostitution selbst aus ethischer Sicht abzulehnen ist, weil sie insbesondere keine Perspektive guten Lebens darstellt und auf einem von sozialer Ungleichheit geprägten Geschlechterverhältnis basiert und dieses reproduziert, ist dafür zu sorgen, dass die Arbeitbedingungen verbessert werden. Das erfordert eine entsprechende Anpassung der Einreisebestimmungen sowie weitere Massnahmen.

Einwanderungspolitik
Formeller / informeller Arbeitsbereich
Frauenhandel
Geschlechterverhältnis
Gutes Leben
Migration
Prostitution
Sexualität
Soziale Ungleichheit


BOWALD, Béatrice: Migration and prostitution. A rather ignored aspect of migration movements. ETHICA 14 (2006) 2, 199–216

The migration movements in Europe also include prostitution which increasingly takes the form of some sort of shuttle migration. Restrictive entry permits as well as a growing demand for reproductive works are responsible for the fact that many female migrant workers can only earn a living in prostitution or other informal or unprotected fields of work. As they are frequently forced to engage in illegal activities, they are all the more vulnerable. Although from an ethical point of view prostitution as such has to be rejected, because, above all, it does not promise good life and is based on a gender relationship that is characterized by social inequality which it reproduces, the working conditions have to be improved, e. g. entry permits are to be adapted and other measures have to be taken, too.

immigration politics
field of work, formal/informal
trafficking in women
gender relationship
good life
migration
prostitution
sexuality
social inequality

ETHICA 2006/3

LEITARTIKEL / Abstracts

HAUCKE, Kai: Mitgift, Leistung, Anerkennung. Ein philosophischer Vorschlag für ein integrales Verständnis menschlicher Würde. ETHICA 14 (2006) 3, 227-254

Individuelle Würde ist weder eine göttliche Gabe noch eine bloße Leistung einiger weniger noch verdankt sie sich intersubjektiver Anerkennung. Würde ist aus der Sicht einer philosophischen Anthropologie die unum­gäng­liche Auf­gabe einer möglichst guten Lebensführung, vor die Personen gestellt sind und der sie sich nicht entziehen können, sondern auf die sie antworten müssen – mehr oder weniger gelungen, mehr oder weniger aus eigener Kraft. Der Zwang zur Lebensführung verlangt eine Integration von Körper – Seele – Geist; von sozialen Rollen; von Wünschen und Bestrebungen, eigener wie der anderer. Ethisch gesehen fließen all diese Aspekte in der Frage nach dem guten Leben zusammen. Integrität ist eine Integrationsleistung. Aus dieser Bestimmung des Würdebegriffs ergibt sich eine Antwort auf die Frage, wem alles Würde zukommt, die Neugeborene und geistig Behinderte einschließt, embryonale Stammzellen u. a. jedoch als nichtpersonal begreift.

Freiheit
Gutes Leben
Integration
Integrität
Menschenrechte
Personalität
Philosophische Anthropologie
Würde


HAUCKE, Kai: Endowment, achievement, recognition. A philosophical proposal for an integral understanding of human dignity. ETHICA 14 (2006) 3, 227-254

Individual dignity is neither a divine gift nor gained by the specific achievement of a few, nor is it the result of interpersonal recognition. Dignity, in the view of philosophical anthropology, means the indispensable demand to lead one’s life as well as one can. Persons are inevitably faced with this demand, which needs to be answered – sometimes more or less successful, sometimes more or less by one’s own efforts. The coercion of leading one’s life requires an integration of body, mind and soul; an integration of social roles; of desires and endeavours of one’s own or of others. From an ethical point of view all these aspects meet in the question of a good life. Integrity is nothing else but the effort to achieve integration. Out of such a concept of dignity we are able to circumscribe who possesses dignity – now it is no longer limited to those endowed with reason and self-awareness, but extended to those who confront the difficulty to lead their own life.

freedom
good life
integration
integrity
human rights
personality
philosophical anthropology
dignity

 

BRÜCHER, Gertrud: Unverfügbarkeit oder Leidverminderung. ETHICA 14 (2006) 3, 255–301

Die Diskussion über die Güterabwägung im bio- und im sicherheitspolitischen Bereich wird im Zeichen einer Positivierung von Menschenwürde und Menschenrechten geführt. Die Auflösung der Paradoxie „die überpositive Norm wird positiviert“ gewinnt jedoch nicht das gewünschte aufgeklärt-metaphysikabstinente Profil. Es wird lediglich die eine durch eine andere überpositive Norm ersetzt: Wenn das Leben des Individuums nicht mehr unantastbar sein soll, dann muss das Votum der Diskursgemeinschaft unantastbar gemacht werden. Hinter der Güterabwägung zwischen Leben und gutem Leben steht die Abwägung zwischen zwei Arten der Entparadoxierung entweder zugunsten der leib-seelischen Integrität des Individuums oder zugunsten der Interpratationsmacht von Experten. Systemtheorie, die solche Verstrickungen der Wertdebatte in Paradoxien am konsequentesten entfaltet, kann ihre ethischen Implikationen nicht mehr ignorieren. Sie stützt den restriktiven Umgang mit der Unterscheidung von Tötungsverbot und Tötungslizenz, indem sie den Menschen als unbeobachtbare und darin unverfügbare Komplexität voraussetzt.

Güterabwägung
Leidverminderung
Menschenbild
Systemtheorie
Unverfügbarkeit
Wertedebatte


BRÜCHER, Gertrud: Lack of disposition or reduction of suffering. ETHICA 14 (2006) 3, 255–301

The discussion on the choice between conflicting preferences in the fields of biopolitics and security politics is led against the background of a positivation of human dignity and human rights. Nevertheless, the dissolution of the paradox “the super-positive norm is positivated” still lacks the enlightened image of being abstinent from metyphysics as wanted. The fact is that one super-positive norm is nothing but replaced by another. If the life of an individual is to be considered sacrosanct, the vote of the discourse community has to be made sacrosanct. Behind the choice between conflicting preferences as to life and good life there is the weighing between two kinds of de-paradoxation either in favour of the life-and-soul integrity of the individual or in favour of the interpretation power of experts. Systems theory that displays such entanglements of the value discussion with paradoxes most consistently can no longer ignore its ethical implications. It supports the restrictive handling of the distinction between the ban on killing and the licence to kill by assuming man as being unobservable and thus an undisposable complexity.

choice between conflicting preferences
reduction of suffering
concept of man
systems theory
lack of disposition
value discussion


SCHÖNING, Matthias: Zwischen Technokratie und Biopolitik. Zur Rekonstruktion des Begriffs Sozialtechnologie. ETHICA 14 (2006) 3, 303–323

Während der Begriff „Sozialtechnologie“ aus der Mode gekommen ist, hat der Kern der Sache, die er bezeichnet, nämlich praktische Fragen mit technischen Lösungen beantworten zu wollen, ungebrochen Konjunktur. Die Rekonstruktion der Vorgeschichte des Begriffs und der Kontroverse, die ihn bekannt gemacht hat, soll dazu beitragen, den gegenwärtigen Diskussionen historische Tiefenschärfe zu geben und auf alte Streitpunkte neues Licht zu werfen.

Biopolitik
Habermas-Luhmann-Debatte
Sozialtechnologie
Technokratie


SCHÖNING, Matthias: Between technocracy and biopolitics. As to the reconstruction of the concept of social technology. ETHICA 14 (2006) 3, 303–323

While the concept of “social technology” has gone out of fashion, the heart of the matter described by it is still considered progressive. By reconstructing the development of this concept as well as the controversy that made it generally known to the public the recent discussions – from a historical point of view – might be seen in a more differentiated way and a new light might be thrown on the well-known contentious issues.

biopolitics
Habermas-Luhmann discussion
social technology
technocracy

 

ETHICA 2006/4

LEITARTIKEL / Abstracts

KHOURY, Adel Theodor: Ethik des Islams. Grundsätze der islamischen Ethik. ETHICA 14 (2006) 4, 339–358

Die Ethik des Islams gründet auf einem Weltverständnis, das zwischen einer Weltabgewandtheit und Weltzugewandtheit einen Ausgleich sucht und die Welt vor allem als Ort der Glaubensfindung, der Bewährung und der Vergeltung betrachtet. Das Menschenbild des Islams sieht den Menschen als Geschöpf Gottes, das wie ein Stellvertreter Gottes auf Erden sine Aufgabe zu erfüllen hat und daher eine besondere Verantwortung für die Welt trägt.
Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, muss der Mensch sich am Gesetz Gottes orientieren, das die wahre Religion und den rechten Weg deutlich macht. Die Weisung Gottes ist ein Ausdruck seines souveränen Willens, seiner Weisheit, seiner Barmherzigkeit und Huld.
Das Gute und das Böse werden im Islam parallel zum Dekalog der Bibel definiert. Daher dienen die ethischen Werte im Islam wie im Christentum als tragfähige Grundlage für den Dienst an der Gerechtigkeit und am Frieden in der Welt, trotz einiger einschränkender Faktoren.

Gesetz Gottes
Gut und Böse
Islam
Menschenbild
Weltverständnis


KHOURY, Adel Theodor: Ethics in Islam. The principles of Islamic ethics. ETHICA 14 (2006) 4, 339–358

Ethics in Islam is based on an understanding of the world that tries to find a balance between reclusiveness and openness. The world is seen as a place where to come to faith, where to prove oneself as well as a place of retaliation. As to the image of man Islam considers him a being created by God which – as His representative – has to perform its duties and, thus, takes special responsibility for the world.
In order to come up to these expectations, man has to orient himself towards the divine law which is thought to reveal the true religion and to show the right way to go. God’s commandment expresses His sovereign will, His wisdom, His mercy and compassion.
In Islam good and evil are defined parallel to the Decalogue of the Bible. Thus, the ethical values of Islam as well as those of Christianity are to be considered a workable basis for spreading justice and worldwide peace – in spite of a few restrictive factors.

Divine law
good and evil
Islam
image of man
understanding of the world

 

DROZENOVÁ, Wendy: Das Kampfmotiv im Ethos von drei monotheistischen Religionen. ETHICA 14 (2006) 4, 359–393

Die vergleichende Studie befasst sich mit dem Begriff des Kampfes in Judentum, Christentum und Islam. Das Kampfmotiv ist in allen drei religiösen Systemen vertreten, doch unterscheidet sich dessen jeweilige Interpretation je nach Umständen erheblich. Die Kernthese ist das Verständnis des Kampfes als Kampf gegen das Böse, äußerlich wie innerlich, wobei die Gemeinsamkeiten der drei Religionen durch den Glauben an einen guten Schöpfergott repräsentiert werden, der nicht Urheber des Übels ist.
Als Verursacher des Bösen sind der Mensch selbst bzw. böse Geistwesen zu sehen. Das Böse ist geistiger Natur, daher muss es zuallererst mit geistigen Mitteln überwunden werden. Da es sich aber auch in der äußeren, materiellen Welt manifestiert, muss es auch materiell in die Schranken gewiesen werden. Dabei ist dieser Kampf nicht zur Verteidigung persönlicher Interessen zu führen, als ein Kampf, der sich zu Unrecht auf religiöse Motivationen beruft. Es geht vielmehr darum, dass man in seiner eigenen religiösen Traditon wahrhaft verankert ist und einen beharrlichen Kampf gegen das Übel in sich selbst führt.

Böse, das
Christentum
Ethos
Geistigkeit, Spiritualität
Islam
Judentum
Kampf
Krieg
Vergleichende Religionsethik


DROZENOVÁ, Wendy: The motif of struggle in the ethos of three monotheistic religions. ETHICA 14 (2006) 4, 359–393

The comparative study concentrates on the concept of struggle in Judaism, Christianity, and Islam. The motif of struggle is present in all three religious systems, but its interpretations differ considerably according to the circumstances. The kernel concept is the understanding of struggle as fighting against evil, both externally and internally, with the common ground of the three religions being represented by the faith in one good Creator, who is not the originator of evil.
The originator of evil is man himself, or evil spirits. Evil is of spiritual nature, so it must be overcome, first of all, by spiritual means. Nevertheless, as evil also manifests itself in the outer, material world, it must be put in its place by material means as well. However, it is not personal interests that have to be defended and it would not be appropriate in this place to refer to religious motivation. What is really important is that one is truly anchored in one’s own religious tradition and incessantly keeps struggling against evil within oneself.

Evil
christianity
ethos
spirituality
Islam
judaism
struggle
war
comparative ethics of religion


SCHEULE, Rupert M.: Vernetzungsgerechtigkeit wider den Digital Divide. ETHICA 14 (2006) 4, 395–417

Der Digital Divide (DD) existiert auch 17 Jahre nach Erfindung des benutzerfreundlichen WorldWideWeb noch immer. Er erschwert bestimmten Gruppen innerhalb der OECD-Gesellschaften die IuK-Nutzung und trennt die insgesamt schon hochdigitalisierten OECD-Staaten von den schwach digitalisierten Entwicklungsländern. Hier wie dort verringert der DD die Chancen der „digitalen Habenichtse“ auf gerechten Zugang zu Netzwerkgemeinschaften, die einen notwendigen Widerpart zu den hochinformatisierten globalen Märkten darstellen. Im Namen einer „Vernetzungsgerechtigkeit“ ist der DD daher zu kritisieren. Obwohl die Bildungs- und Digitalisierungspolitik innerhalb der OECD-Staaten in den letzten Jahren hier zu einer deutlichen Erhöhung der Internet-Nutzungsraten beitrug, bleibt das Problem in seiner globalen Dimension bestehen, ja es verschärft sich noch: Je digitalisierter unser Leben wird, desto tiefer wird der Graben, der uns von den Nichtdigitalisierten trennt. Für die Behebung des globalen DD gibt es freilich keine zuständige „Weltgerechtigkeitsinstanz“. Daher geht das weltweite Digitale Gefälle als individualethische Herausforderung alle Digitalisierten an.

Digital Divide/digitale Spaltung
Netzwerke
Vernetzungsgerechtigkeit


SCHEULE, Rupert M.: Networking justice against digital divide. ETHICA 14 (2006) 4, 395–417

The Digital Divide (DD) does exist even 17 years after the invention of the user-friendly worldwideweb. Particular groups within the OECD-communities have no access to information and communication technology. Furthermore the highly digitalized OECD-countries continue to be separated from the hardly digitalizied developing countries. Here and there the DD reduces the chances of the „digital have-nots“ to get fair access to network communities which represent a necessary counterpart to the highly informaticed global markets. The DD, therefore, is to be criticized in the name of „networking justice“. Although, in the last few years, educational as well as digitization politics within the OECD-countries has contributed to a significant increase in the use of the internet, the problem in its global dimension remains the same or is getting even worse. The more digitalized our life, the deeper the rift that separates us from the non-digitalized. However, there is no „global authority of justice“ that would take the responsibility for solving the global DD-problem. Thus, the worldwide digital divide is to be seen as a challenge of individual ethics that concerns all of us.

Digital divide
networks
networking justice


FILIPOVIC, Alexander: Güter und Kapital als Begriffe in der bildungsethischen Debatte. ETHICA 14 (2006) 4, 419–445

In der kontroversen wissenschaftlichen Bildungsdebatte tauchen allgemein die Begriffe der privaten, öffentlichen, meritorischen und gemischten Güter, des Humankapitals, des kulturellen und sozialen Kapitals auf. Mit dem Rekurs auf diese Konzepte werden normative Vorstellungen zur Gestaltung von Bildung begründet. Die Darstellung und sozialethische Analyse der zu Grunde liegenden finanzwissenschaftlichen und politikökonomischen Theorien zeigt die Grenzen, aber auch die Chancen dieser Fundierung auf: Gezeigt wird, dass der Rekurs auf Güter- und Kapitalkonzepte zunächst nichts für die Begründung normativer Orientierungen für Bildung leistet, wenn die Grenzen der ökonomischen Fragestellungen nicht überschritten werden. Sozialethisch können die Konzepte dann aber als spezifische Zugänge interpretiert werden, die im Kern das Verhältnis von Subjekt und Gesellschaft/Gemeinschaft reflektieren. Der Begriff des Humanvermögens bildet in der Folge eine Schnittstelle von Bildungsökonomie und Sozialethik, mit dem das Projekt einer Sozialethik der Bildung weiter profiliert werden kann.

Bildung
Bildungsethik
Bildungsökonomie
Güter
Güter, meritorische
Güter, öffentliche
Güter, private
Humankapital
Humanvermögen
Kapital
Ökonomie
Sozialethik
Sozialkapital


FILIPOVIC, Alexander: Goods and capital as concepts in discussing educational ethics. ETHICA 14 (2006) 4, 419–445

The controversial scientific discussion on education generally contains concepts like private, public, meritorious and mixed goods, human capital, cultural as well as social capital. Making reference to these concepts helps to justify normative ideas of arranging education. The representation and social analysis of the underlying financial-scientific and politico-economical theories shows the limits but also the chances of this foundation. What is demonstrated is the fact that, at first glance, referring to concepts of goods and capital does not have any effect on the normative orientations for education if one does not go beyond the limits of economical questions. From the point of social ethics, however, the concepts can be interpreted as a specific access reflecting the relationship between subject and society/community. Thus, the concept of human capital represents an interface between educational economics and social ethics which contributes to giving the project of social ethics of education a more distinctive image.

Education
educational ethics
educational economics
goods
goods, meritorious
goods, public
goods, private
human capital
human ressources
capital
economics
social ethics
social capital